Lungenkrebs gehört zu den häufigsten Krebserkrankungen. Wird der Tumor früh erkannt, bestehen oft bessere Behandlungsmöglichkeiten als in einem fortgeschrittenen Stadium. Das neue Screening richtet sich deshalb gezielt an Menschen mit einem deutlich erhöhten Erkrankungsrisiko [1].
Für wen ist das Lungenkrebs-Screening geeignet?
Das Früherkennungsangebot richtet sich an aktive und ehemalige starke Raucher im Alter zwischen 50 und 75 Jahren. Voraussetzung ist, dass sie über viele Jahre regelmäßig geraucht haben. Außerdem dürfen ehemalige Raucher seit höchstens zehn Jahren rauchfrei sein. Ob Sie die Voraussetzungen erfüllen, wird vor der Untersuchung gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt geprüft [1] [2].
Was bedeuten „Packungsjahre“?
Ein wichtiges Kriterium für die Teilnahme sind die sogenannten Packungsjahre. Ein Packungsjahr entspricht dem Konsum von durchschnittlich einer Schachtel Zigaretten (20 Zigaretten) pro Tag über ein Jahr [1] [2] [2].
Beispielsweise ergeben...
- eine Schachtel täglich über 15 Jahre = 15 Packungsjahre,
- eine halbe Schachtel täglich über 30 Jahre = ebenfalls 15 Packungsjahre.
Für das Screening sind derzeit mindestens 15 Packungsjahre erforderlich.
Wie läuft das Screening ab?
Der erste Schritt ist ein Gespräch in Ihrer hausärztlichen oder internistischen Praxis. Dort wird gemeinsam geprüft, ob Sie die Voraussetzungen für das Screening erfüllen. Außerdem informiert Sie Ihre Ärztin oder Ihr Arzt ausführlich über den möglichen Nutzen, aber auch über die Grenzen und Risiken der Untersuchung. Erst danach entscheiden Sie, ob Sie am Screening teilnehmen möchten [1] [2] [2].
Sind alle Voraussetzungen erfüllt, erhalten Sie eine Überweisung an eine qualifizierte radiologische Einrichtung. Dort wird Ihre Lunge mit einer Niedrigdosis-Computertomografie untersucht. Das Verfahren erstellt hochauflösende Schichtbilder der Lunge und kann auch kleine Veränderungen sichtbar machen [1] [2] [2].
Tut die Untersuchung weh?
Nein. Die Untersuchung ist schmerzfrei [4].
Viele Menschen denken jedoch an eine enge MRT-Röhre. Ein CT funktioniert anders: Das Gerät besteht aus einem großen, offenen Ring, durch den die Liege langsam fährt. Die Untersuchung dauert meist nur wenige Minuten. Während der Aufnahme müssen Sie lediglich ruhig liegen und für kurze Zeit die Luft anhalten [4].
Welche Vorteile und Nachteile haben Niedrigdosis-CTs?
Der wichtigste Vorteil ist die Chance, Lungenkrebs in einem frühen Stadium zu entdecken. Studien zeigen, dass das Screening bei Menschen mit hohem Risiko die Sterblichkeit an Lungenkrebs senken kann [1] [2] [2].
Dem stehen jedoch mögliche Nachteile gegenüber. Auch wenn die Strahlenbelastung einer Niedrigdosis-CT deutlich geringer ist als bei einer herkömmlichen Computertomografie, geht jede CT-Untersuchung mit einer gewissen Strahlenexposition einher [1] [2] [2].
Außerdem können sogenannte Fehlalarme auftreten. Dabei werden Veränderungen entdeckt, die sich später als gutartig herausstellen. Solche Befunde können weitere Untersuchungen erforderlich machen und zunächst Sorgen auslösen [1] [2] [2].
Auch Überdiagnosen sind möglich. Dabei werden Tumoren entdeckt, die möglicherweise nie Beschwerden verursacht hätten. Deshalb werden Nutzen und Risiken vor der Untersuchung gemeinsam mit Ihnen sorgfältig abgewogen [1] [2] [2].
Wer übernimmt die Kosten?
Für gesetzlich Versicherte gehört das Lungenkrebs-Screening seit 1. April 2026 zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung, sofern alle Voraussetzungen erfüllt sind. Die Untersuchung wird in qualifizierten und zugelassenen Einrichtungen durchgeführt [1] [2].
Sind Sie privat krankenversichert, richtet sich die Kostenübernahme nach Ihrem Versicherungstarif. Fragen Sie am besten vorab bei Ihrer Krankenversicherung nach, ob die Untersuchung übernommen wird [1] [2].
Was passiert nach dem Befund?
Nach der Untersuchung wird das Ergebnis ausgewertet und mit Ihnen besprochen. Ist der Befund unauffällig, können Sie – sofern Sie die Voraussetzungen weiterhin erfüllen – nach zwölf Monaten zur nächsten Untersuchung eingeladen werden [1] [2].
Zeigt das CT eine Auffälligkeit, wird der Befund nach den Vorgaben des Screeningprogramms sorgfältig überprüft. Falls sich der Verdacht auf Lungenkrebs bestätigt oder weitere Abklärung notwendig ist, werden die nächsten diagnostischen Schritte mit Ihnen besprochen [1] [2].
Unabhängig vom Untersuchungsergebnis bleibt ein Aspekt besonders wichtig: Der wirksamste Schutz vor Lungenkrebs ist, nicht zu rauchen beziehungsweise mit dem Rauchen aufzuhören. Wenn Sie dabei Unterstützung wünschen, sprechen Sie Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt an. Es gibt wirksame Programme zur Rauchentwöhnung, die von vielen Krankenkassen unterstützt werden [5].