Das Angiosarkom ist eine sehr seltene, bösartige Tumorerkrankung, die von der innersten Zellschicht der Blut- und Lymphgefäße ausgeht: der Endothelzellschicht [1].
Grundsätzlich kann diese Art von Krebs überall im Körper auftreten. Häufig sind die Haut (v. a. die Kopfhaut und das Gesicht älterer Menschen), die Weichteile, die Brust (insbesondere nach Bestrahlung) sowie die Leber betroffen [1].
Recht typisch ist das Auftreten nach einer Strahlentherapie, insbesondere nach einer Brustkrebs-Behandlung. Hier sprechen Ärzt:innen vom radiotherapieassoziierten Angiosarkom. Auch im Zusammenhang mit chronischen Lymphödemen der Arme und Beine kann sich ein Angiosarkom bilden [1].
So sieht das Angiosarkom aus
Symptome für ein typisches Angiosarkom der Haut sind flach erhabene, rötliche oder blau-rötliche bis violette Flecken auf der Haut, die schnell größer werden. Am Rand ist manchmal ein roter Saum zu sehen, so als würde ein Löschblatt Tinte aufsaugen. Die Läsion kann an einen Bluterguss erinnern. Im späteren Verlauf können sich zudem blutende Geschwüre oder Knoten bilden [2].
Bei zwei Drittel aller Patient:innen entsteht das Angiosarkom im Bereich von Kopf und Hals, gefolgt von Extremitäten und bestrahlten Arealen. Vor allem ältere Menschen über 65 Jahre sind betroffen, Männer etwas häufiger als Frauen [2].
Erste Untersuchung in der Arztpraxis
Generell ist ein Angiosarkom aber nur schwer an typischen äußeren Symptomen zu erkennen, denn diese können auch im Zusammenhang mit anderen Hauterkrankungen auftreten. Da auch lange Zeit keine zusätzlichen Beschwerden wie etwa Schmerzen auftreten, bekommen Betroffene häufig erst spät die richtige Diagnose [1].
Untersuchung von Gewebe
Um die Diagnose sicher stellen zu können, entnehmen Ärzt:innen Gewebeproben aus den verdächtigen Hautstellen (Biopsie). Anschließend werden diese im Labor feingeweblich (histologisch) untersucht und festgestellt, wie die Zellen aussehen und welche Eigenschaften sie haben (z.B. ob sie bestimmte Eiweiße auf der Zelloberfläche besitzen). Ärzt:innen sprechen von immunhistochemischen Markern [1].
Bildgebende Verfahren
Bei einem Angiosarkom ist es wichtig, möglichst früh festzustellen, ob sich der Tumor bereits in andere Regionen des Körpers ausgebreitet hat. Die gestreuten Krebszellen (Metastasen) bilden sich am häufigsten in der Lunge, gefolgt von der Leber, den Knochen und den Lymphknoten. Metastasen können asymptomatisch sein; Beschwerden treten nicht immer auf [1].
Folgende bildgebende Verfahren können zum Einsatz kommen:
- Ultraschalluntersuchung der Lymphknoten: Hier werden mithilfe von Ultraschallwellen innere Organe sichtbar gemacht. Sie geht ohne Strahlenbelastung einher [5].
- Computertomografie (CT): spezielle Röntgenuntersuchung, die mehrdimensionale Schnittbilder einer bestimmten Körperregion erzeugt [6].
- Magnetresonanztomografie (MRT): Hier werden durch den Einsatz von Magnetfeldern und Radiowellen mehrere Schichtbilder erstellt. Vorteil: keine Strahlenbelastung [4].
- Positronen-Emissions-Tomografie (PET), kombiniert mit CT (PET-CT): Sie zeigt, wie aktiv der Stoffwechsel in bestimmten Geweben ist, und kann kleinste Veränderungen sichtbar machen. Sie kann Fernmetastasen gut nachweisen [3].
Angiosarkom: So sind die Prognosen
Generell handelt es sich bei einem Angiosarkom um eine sehr seltene, oft aggressive Tumorerkrankung, sodass die Heilungschancen oft niedrig sind. Die Fünf-Jahres-Überlebensrate liegt je nach genauer Art und Stadium etwa zwischen 20 % und 40 %. Entscheidend ist der Einzelfall. Je früher das Angiosarkom entdeckt und eine Therapie eingeleitet wird, desto besser ist die Prognose [1].