Verdacht auf Hautkrebs

Hautkrebsscreening oder Verdacht: Tipps für den Termin beim Hautarzt

Ihr Termin in der hautärztlichen Praxis steht an. Egal, ob Hautkrebsscreening oder Verdachtsabklärung: Erfahren Sie, wie Sie den Besuch perfekt vorbereiten, was Sie vorab in Erfahrung bringen sollten – und wie Sie Ärzt:innen die richtigen Fragen stellen.

Von Michael van den Heuvel 26.03.2023 · 08:10 Uhr
Zwei Personen schütteln sich die Hände. | © AdobeStock-216303205
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Beim Thema Krebs scheuen sich viele Menschen vor dem Arztbesuch. Das liegt nicht nur an der Angst vor einer Krebsdiagnose. Oft sind sie auch verunsichert, was beim Arztbesuch auf sie zukommt. Worauf Sie achten sollten. 
 

Tipps für Ihren Arztbesuch

  • Egal, ob Hautkrebsscreening oder Abklärungsuntersuchung, wenn Sie sich gut vorbereiten, läuft es schnell und unkompliziert:
  • Bei der Untersuchung werden sämtliche Hautbereiche begutachtet. Daher müssen Sie sich teilweise vollständig entkleiden. Achten Sie darauf, zu Ihrem Termin Kleidung zu tragen, die Sie leicht ausziehen können.
  • Tragen Sie bei der Untersuchung keinen Nagellack auf Finger- oder Zehennägeln. Auch hier kann Hautkrebs entstehen, der unter dem Lack möglicherweise unentdeckt bliebe.
  • Legen Sie Körperschmuck wie Ketten, Ohrringe oder Piercings ab. Sie erschweren das Erkennen von Hautkrebs.
  • Verzichten Sie auf Make-up, denn Schminke überdeckt hellen Hautkrebs leicht.
  • Im Rahmen des Hautkrebsscreenings wird auch Ihre Kopfhaut angeschaut. Tragen Sie Ihre Haare daher am besten offen und verzichten Sie auf aufwendige Frisuren, Zöpfe, Haarspray oder Gel.

Was Sie zum Termin mitnehmen sollten

Wenn Sie einen Termin für das Hautkrebsscreening vereinbart haben, brauchen Sie nicht viel, das Sie beim Arztbesuch dabeihaben sollten. Das Hautkrebsscreening wird von gesetzlichen Krankenkassen ab dem Alter von 35 Jahren bezahlt. Damit sie alle Kosten übernehmen, müssen Sie Ihre Versichertenkarte vorzeigen. Falls ein anderer Arzt oder eine andere Ärztin Sie zum Beispiel zur Abklärung an eine:n Spezialist:in verwiesen hat, sollten Sie zudem die Überweisung mitnehmen.

Denken Sie im Zuge der Corona-Pandemie außerdem daran, eine medizinische Maske einzupacken und während Ihres Aufenthalts in der Arztpraxis zu tragen. Außerdem ist es für viele Patienten hilfreich, einen Stift sowie einen Zettel oder ein Notizbuch mitzunehmen, um sich wichtige Informationen und Antworten auf Fragen zu notieren.

Wie Sie über das Thema Hautkrebs sprechen

Ärzt:innen haben die Aufgabe, Sie über Hautkrebs aufzuklären, Ihnen einzelne Untersuchungs- und ggf. Behandlungsschritte zu erklären sowie Ihre Fragen zu beantworten.

Äußern Sie Bedenken und Befürchtungen ehrlich, informieren Sie die Untersuchenden, falls Sie Schmerzen oder andere Beschwerden haben. Eine ehrliche, vertrauensvolle Ärzt:in-Patient:in-Beziehung ist wichtig und eine offene, ehrliche Kommunikation eine wichtige Grundlage hierfür.

Welche Fragen Sie stellen sollten

Fragen zu allen Dingen, die Sie über das Thema Hautkrebs wissen möchten, sind im Gespräch wichtig. Diese zehn Fragen geben etwas Orientierung:

  • Was genau wird untersucht?
  • Welche Arten von Hautkrebs gibt es?
  • Wie läuft die Untersuchung ab?
  • Was passiert bei einem auffälligen Befund?
  • Welche weiteren Untersuchungsmethoden gibt es?
  • Wenn etwas gefunden wurde, was bedeutet das?
  • Bei bestätigter Diagnose: Welche Art von Hautkrebs habe ich?
  • Wie stehen die Heilungschancen?
  • Welche Spezialist:innen helfen mir weiter?
  • Was kann ich selbst tun?

 
Mit diesen Fragen müssen Sie rechnen

Auf Sie kommen ebenfalls Fragen beim Arztbesuch zu. Die richtige Vorbereitung umfasst auch, dass Sie dem Arzt oder der Ärztin helfen, Ihr individuelles Krebsrisiko näher einzugrenzen:

  • War oder ist ein Verwandter ersten Grades, zum Beispiel die Eltern oder Kinder, an Hautkrebs erkrankt?
  • Waren Sie in der Vergangenheit schon einmal an Hautkrebs erkrankt?
  • Falls Sie bereits an Hautkrebs erkrankt waren, um welche Art handelte es sich (z. B. Basalzellkarzinom oder Plattenepithelkarzinom)?
  • Nehmen Sie Medikamente, die das Immunsystem unterdrücken, zum Beispiel Immunsuppression nach einer Organtransplantation?
  • Haben Sie andere bestehende Vorerkrankungen?
  • Haben Sie derzeit Beschwerden? Wenn ja: Welche und seit wann dauern sie an?
  • Ist Ihnen in letzter Zeit eine Veränderung an Ihrer Haut aufgefallen?
  • Wurden Sie im Rahmen des Hautkrebsscreenings von einer Ärztin oder einem Arzt überwiesen?
  • Wenn ja, welche Verdachtsdiagnose hat sie oder er gestellt?

 
Wichtige Fragen bei bestätigtem Krebsverdacht

Wenn sich der Krebsverdacht bestätigt, sind Informationen besonders wichtig. Nun geht es darum, gemeinsam Therapieoptionen abzuwägen und zu besprechen. Es ist wichtig, dass Sie verstehen, wie die Behandlung abläuft. Scheuen Sie sich daher nicht, noch einmal genau nachzufragen, wenn Sie etwas nicht verstanden haben! Diese Fragenliste hilft dabei, das Gespräch gut vorzubereiten: 

  • Was muss ich über die Krankheit, diese Krebsart und ihre Folgen wissen?
  • Was sind die Vor- und Nachteile der verschiedenen Therapien?
  • Mit welchen Nebenwirkungen ist zu rechnen?
  • Gibt es begleitende Therapien, die sinnvoll sind?
  • Worauf muss ich achten?
  • Wo finde ich weitere Unterstützung?
Zusammenfassung Steht bei Ihnen ein Termin in der hautärztlichen Praxis an, lohnt sich eine gründliche Vorbereitung, damit keine Information verloren geht. Ärzt:innen benötigen präzise Angaben zu Ihren Beschwerden, zur Vorgeschichte und zu möglichen Risikofaktoren. Sie selbst sollten sich außerdem wichtige Fragen notieren – und nachbohren, falls etwas unklar geblieben ist. Wissen macht den Unterschied, auch bei Ihrer Therapie.

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