Wirksamkeit und Überlebenschancen

Lungen- und Hautkrebs: Corona-Impfung als Immuntherapie-Verstärker?

Die Ergebnisse einer kürzlich veröffentlichten Studie deuten darauf hin, dass sich die Überlebenschancen für Menschen mit nicht-kleinzelligem Lungenkrebs und metastasiertem schwarzen Hautkrebs möglicherweise erhöhen, wenn sie unmittelbar vor oder nach Beginn einer Immuntherapie eine mRNA-basierte Corona-Impfung erhalten.

Von Redaktion 05.02.2026 · 14 Uhr
Eine Frau mit einem Pflaster auf dem Oberarm | © AdobeStock_1860427692
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US-Forschende haben entdeckt, dass eine Corona-Impfung mit einem mRNA-basierten Impfstoff die Überlebenschancen von Menschen mit nicht-kleinzelligem Lungenkrebs oder metastasiertem schwarzen Hautkrebs erhöhen könnte – wenn sie zeitnah zu einer Immuntherapie erfolgt. Die Daten der im Fachmagazin Nature veröffentlichten Studie zeigen bemerkenswerte Unterschiede zwischen Geimpften und Ungeimpften.(1)

Ergebnisse, die Hoffnung machen 

Patient:innen mit Lungenkrebs, die eine mRNA-Impfung erhielten, lebten im Durchschnitt 16 Monate länger (37 statt 21 Monate). Auch beim metastasierten Hautkrebs war der Vorteil deutlich: Nach drei Jahren lebten zwei Drittel der Geimpften – im Vergleich zu weniger als der Hälfte (44 %) der Ungeimpften.

Kurz nach der Corona-Impfung wird vermehrt Interferon ausgeschüttet – ein körpereigenes Eiweiß, das Abwehrzellen aktiviert. Dadurch erkennen sie Krankheitskeime und Krebszellen besser und können diese gezielter angreifen. Besonders bei sogenannten „kalten“ Tumoren scheint sich das Immunsystem so neu zu sensibilisieren. Kalte Tumoren sind solche, die vorher für das Immunsystem nicht sichtbar waren.

Der richtige Zeitpunkt ist entscheidend

Am meisten profitierten in der Studie Patient:innen, die die Impfung innerhalb von 100 Tagen vor oder nach Beginn ihrer Immuntherapie erhalten hatten. Eine spätere oder frühere Impfung brachte keinen vergleichbaren Effekt. Das Gleiche galt für Patient:innen, die nur eine Chemotherapie bekommen hatten oder mit klassischen Impfstoffen ohne mRNA-Technologie geimpft wurden.  

In Tierversuchen konnten Forschende übrigens den vermuteten Zusammenhang bestätigen: Wenn eine Corona-mRNA-Impfung zusammen mit einer sogenannten Checkpoint-Immuntherapie eingesetzt wurde, schrumpften die Tumoren deutlich – manche verschwanden sogar ganz. 

Was für Betroffene jetzt wichtig ist

Noch ist unklar, ob diese Erkenntnisse künftig in die Therapieplanung einfließen werden. Weitere Studien und Untersuchungen müssen die aktuellen Ergebnisse bestätigen. Es kann jedoch nicht schaden, wenn Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt auf eine mRNA-basierte Corona-Impfung ansprechen. Diese kann so oder so sinnvoll sein, um sich vor einer Infektion zu schützen. 

Und vielleicht stellt sich in absehbarer Zeit heraus, dass sich das körpereigene Immunsystem tatsächlich durch spezielle Impfungen gezielt gegen Krebs aktivieren lässt.

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