Aufmerksamkeit, Gedächtnis & Konzentration 

Brain Fog oder Chemobrain: Tipps gegen den Nebel im Kopf

Die meisten Krebspatient:innen sind nach der Therapie erleichtert: der Tumor ist weg, die Behandlung überstanden. Doch viele fühlen sich vergesslich, manchmal verwirrt oder „wie in Watte“ gepackt – das belastet das Leben und den Alltag. Mit einfachen Übungen können Sie dem Brain Fog oder Chemobrain entgegenwirken.

Von Redaktion 22.01.2026 · 13:30 Uhr
Eine Krebspatientin trägt ein Kopftuch. | © AdobeStock_630037769
Copyright: AdobeStock_630037769

Gerade wenn man die Zeit nach der Therapie wieder neu starten und beispielsweise in den Beruf zurückkehren möchte, sind solche Verfassungen irritierend. Die Fachleute sprechen von kognitiver Dysfunktion, also von Störungen der Aufmerksamkeit, Konzentration oder Gedächtnisleistung. Umgangssprachlich wird das häufig als Brain Fog oder Chemobrain bezeichnet.

Hiermit stehen Betroffene nicht allein, denn Untersuchungen zeigen: Bis zu drei Viertel aller Menschen mit Krebserkrankungen außerhalb des Gehirns leiden unter kognitiven Problemen. Bei einem Teil der Betroffenen halten die Einschränkungen noch viele Jahre nach Therapieende an, was die Lebensqualität deutlich beeinträchtigen kann.​

Typische Anzeichen und Symptome von Brain Fog

Charakteristische Anzeichen und Symptome sind zum Beispiel:

  • Nachlassende Aufmerksamkeit und Konzentration
  • Schwierigkeiten, sich Dinge zu merken oder Neues zu lernen
  • Probleme bei der Wortfindung oder beim Planen komplexer Aufgaben​

Schon leichte Einschränkungen können Alltag und Beruf stören, etwa wenn Sie Unterlagen nur mühsam lesen und erfassen können oder Namen und Termine oft vergessen.​

Was sind die Ursachen beim Chemobrain?

Lange sprach man vom „Chemobrain“, inzwischen ist klar: Es spielen mehrere Faktoren zusammen. Neben Chemo- und Strahlentherapie können auch Operationen, bestimmte Medikamente, Hormontherapien, Schlafmangel, Fatigue, Depressionen und Ängste die geistige Leistungsfähigkeit beeinflussen.​

Die gute Nachricht ist, Sie können etwas für die Verbesserung der Situation machen. Hier einige Tipps und Tricks von Fachleuten und Therapeut:innen: 

Wie Sie Ihre Gedächtnisleistungen trainieren können

Helfen können unter anderem:

  • Gehirntraining: z. B. Rätsel, Gedächtnisspiele oder Lesen: machen Sie Kreuzworträtsel und Sudoku, spielen Sie Scrabble
  • Regelmäßige Bewegung: mindert Fatigue und Schmerzen und unterstützt damit indirekt Ihre Gehirnfunktion. Als Faustregel gilt: 150 Minuten moderate bis kräftige Bewegung pro Woche ist gut.
  • Achtsamkeits- und Entspannungsverfahren wie Yoga, Qigong oder MBSR​ (Mindfulness-based Stress Reduction)

Erste digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) bieten ein strukturiertes, app-basiertes Gedächtnistraining bei leichten Gedächtnisstörungen und werden auch bei Menschen mit Krebserkrankungen eingesetzt. 

Wichtig: Sprechen Sie Beschwerden offen und frühzeitig an

Brain Fog, Chemobrain & Co. sind keine Einbildung, sondern eine medizinisch anerkannte Folge von Krebserkrankung und Therapie. Lassen Sie sich frühzeitig von Ihrer Ärztin bzw. Ihrem Arzt zu Möglichkeiten der Unterstützung beraten. Viele Beschwerden bessern sich innerhalb von sechs bis neun Monaten nach Therapieende – deshalb lohnt es sich, dranzubleiben und das Thema in der Nachsorge immer wieder anzusprechen.

Weitere hilfreiche Informationen für ein gutes Leben mit und trotz Krebs finden Sie in unserem Themenbereich “Leben mit Krebs”.

Artikelempfehlungen

Eine Frau tastet ihre Brust ab. | © AdobeStock_56751417
SYMPTOME beim Mammakarzinom 

Brustkrebs: Die wichtigsten Anzeichen und Symptome

Wer beim Abtasten einen Knoten in der Brust entdeckt, ist besorgt: Handelt es sich um Brustkrebs? Glücklicherweise sind die meisten Auffälligkeiten harmlos. So oder so ist es wichtig, diese zeitnah ärztlich abklären zu lassen. Erfahren Sie hier, welche Anzeichen und Symptome auf Brustkrebs […]

von Redaktion
Ein älterer Mann informiert sich am Laptop | © AdobeStock-335750576
Erwerbsminderung durch Krebs

Erwerbsminderungsrente bei Krebs: Das sollten Sie wissen

In einigen Fällen schaffen es Menschen nach einer Krebserkrankung vorübergehend oder dauerhaft nicht mehr, arbeiten zu gehen. Dann haben sie gegebenenfalls Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente. Unter welchen Umständen wird sie ausgezahlt und wie hoch ist sie?

von Julia Brandt
Ein Mann hat keinen Appetit. | © Danone-Nutricia
Alltag mit Krebs

Tipps bei Appetitlosigkeit

Während einer Krebstherapie vergeht Betroffenen oft buchstäblich der Appetit. Verständlich! Doch um bei Kräften zu bleiben, ist Essen in dieser Zeit besonders wichtig. Diese Tipps können helfen.

Anzeige