Behandlung von hautkrebs

Schwarzer Hautkrebs: Wann sind Strahlen- und Chemotherapie in der Therapie wichtig?

In manchen Fällen kommt beim schwarzen Hautkrebs eine Strahlentherapie oder eine Chemotherapie infrage – entweder ergänzend zu einer Operation oder als Alternative. Hier ein Überblick zu Ablauf und Nebenwirkungen dieser Therapieverfahren.

Von Nica Trappe 24.08.2023 · 08:24 Uhr
Ein Mann liegt auf einer Liege und erhält eine Strahlentherapie im Gesicht.  | © AdobeStock-272740505
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Wann bestrahlt man Hautkrebs?

Therapie der ersten Wahl ist bei schwarzem Hautkrebs (malignes Melanom) fast immer eine Operation, bei der das Pigmentmal mit den entarteten Zellen entfernt wird. In bestimmten Fällen ist allerdings auch eine Strahlentherapie (Radiotherapie) sinnvoll:  

  • Eine Strahlentherapie des Melanoms statt Operation kommt normalerweise nur bei einem bestimmten Typ infrage, dem sogenannten Lentigo-maligna-Melanom. Dieses tritt vor allem bei älteren Menschen auf, häufig im Bereich von Kopf und Gesicht. Ist das Melanom so ausgebreitet oder ungünstig gelegen, dass es sich nicht operieren lässt, kann eine Bestrahlung den Tumor in Schach halten.
  • Bei Melanomen mit einem hohen Risiko für Rückfälle (Rezidive) empfiehlt sich nach der Operation manchmal eine Strahlentherapie des operierten Bereichs. Das gilt insbesondere für sogenannte desmoplastische Melanome, die häufig Rezidive bilden.
  • In manchen Fällen empfehlen die behandelnden Ärzt:innen eine Bestrahlung von nahe gelegenen Lymphknoten nach der Operation. Haben sich Tumorzellen in den Lymphknoten angesiedelt, lässt sich ihre Weiterverbreitung damit unter Umständen kontrollieren.
  • Wenn das Melanom bereits Absiedelungen (Metastasen) gebildet hat – zum Beispiel im Gehirn –, kann eine Strahlentherapie der Metastasen möglicherweise verhindern, dass sie sich weiter ausbreiten.

Warum und wie funktioniert die Strahlentherapie?

Hintergrund der Bestrahlung bei schwarzem Hautkrebs ist, dass die speziellen ionisierenden Strahlen die Erbsubstanz der Krebszellen zerstören sollen. So werden Fehler in die Erbsubstanz eingebaut und beim Teilen der Zellen weitergegeben. Irgendwann können die Krebszellen sich nicht mehr teilen und gehen zugrunde.

Der genaue zeitliche Ablauf der Strahlentherapie variiert – je nachdem, ob das Melanom selbst oder eine Absiedelung bestrahlt wird und was genau das Ziel der Behandlung ist. Meist stehen fünf Bestrahlungssitzungen pro Woche auf dem Plan, über einen Zeitraum von mehreren Wochen. Den genauen Zeitplan werden Ihre Ärzt:innen mit Ihnen besprechen.

Nebenwirkungen der Strahlentherapie

Bei schwarzem Hautkrebs versuchen die behandelnden Ärzt:innen mit der Bestrahlung so gezielt wie möglich die Tumorzellen zu treffen und das gesunde Gewebe drum herum zu schonen.

Meist beschränken sich die Nebenwirkungen auf den bestrahlten Bereich: So treten als Spätfolge manchmal Hautveränderungen oder Verhärtungen im Unterhautfettgewebe auf. Bei einer Bestrahlung im Kopfbereich können die Haare an der bestrahlten Stelle ausfallen. Manche Betroffene berichten auch von Müdigkeit, Fieber und Appetitlosigkeit; diese Symptome halten aber meist nur kurzzeitig an.

Welche Chemo bei Hautkrebs?

Bei schwarzem Hautkrebs kommt eine Chemotherapie (kurz: „Chemo“) erst dann zum Einsatz, wenn das Melanom bereits gestreut hat und die Metastasen sich nicht operativ entfernen lassen. Oft empfehlen Ärzt:innen in diesem Fall heute moderne medikamentöse Behandlungen wie eine Immuntherapie (mit PD-1-Inhibitoren) oder zielgerichtete Krebstherapien (mit BRAF/MEK-Inhibitoren). Nur wenn diese Behandlungen nicht möglich sind, wird bei schwarzem Hautkrebs eine Chemotherapie eingesetzt.

Warum und wie funktioniert die Chemotherapie?

Bei der Chemotherapie kommt entweder ein einzelner Wirkstoff zum Einsatz (Monochemotherapie, meist mit Dacarbazin) oder mehrere werden kombiniert (Polychemotherapie). Diese sogenannten Zytostatika stören Tumorzellen bei der Teilung und Vermehrung und treffen sie so an einer empfindlichen Stelle: ihrer Teilungsfreudigkeit.

Zytostatika werden meist als Infusion, manchmal auch in Tablettenform verabreicht. In vielen Fällen ist heute eine ambulante Behandlung möglich. Sie müssen also während der Chemotherapie wahrscheinlich nicht über Nacht im Krankenhaus bleiben.

Nebenwirkungen der Chemotherapie

Eine Chemotherapie wirkt sich nicht nur auf Krebszellen aus, sondern auch auf viele gesunde Körperzellen, die sich stark teilen – zum Beispiel im Knochenmark, in den Haarwurzeln oder Schleimhäuten. Daher kommt es zum Beispiel oft zu Haarausfall und Schleimhautentzündungen, daneben auch zu Übelkeit und Erbrechen. Jedoch wirkt sich die Chemotherapie bei jedem Behandelten ein wenig anders aus, und die Nebenwirkungen unterscheiden sich auch von Wirkstoff zu Wirkstoff. Unter Chemotherapie mit Dacarbazin bei schwarzem Hautkrebs treten beispielsweise häufig Störungen der Blutbildung auf.

Zusammenfassung Bei schwarzem Hautkrebs ist eine Strahlentherapie ergänzend zu einer Operation, in speziellen Fällen auch anstelle des Eingriffs möglich. Die Bestrahlung schädigt das Erbgut der Krebszellen.
Bei einem fortgeschrittenen Melanom mit Metastasen kann eine Chemotherapie die Zellteilung bremsen; die Wirkung ist jedoch nicht auf Krebszellen beschränkt und die Therapie hat daher oft einige Nebenwirkungen.

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