Schwarzer Hautkrebs (malignes Melanom) in fortgeschrittenen Stadien ist meist nicht heilbar. Allerdings sind durch moderne Immuntherapien inzwischen auch langfristige Remissionen und in Einzelfällen eine dauerhafte Krankheitskontrolle möglich.
Schwarzer Hautkrebs: Wann die Heilung kaum mehr möglich ist
Zum Hintergrund: Anhand der Tumordicke, des Befalls von Lymphknoten und dem Vorhandensein von Fernmetastasen teilen Ärzt:innen Hautkrebs ein. Sie arbeiten mit der international gültigen TNM-Klassifikation [1]:
- T: Tumor. Ausdehnung und Verhalten des ursprünglichen Tumors.
- N = Nodus. Fehlen bzw. Vorhandensein von regionären Lymphknotenmetastasen (Nodus lymphoideus = Lymphknoten).
- M = Metastasen, Fehlen bzw. Vorhandensein von Fernmetastasen
Die Klassifikation sieht vier verschiedene Stadien vor: Die Stadien I und II schließen alle lokalbegrenzten Melanome (ohne Metastasenbildung) ein. Stadium III bezieht sich auf Tumore, die nahe liegende Lymphknoten befallen haben. Stadium IV liegt vor, wenn Fernmetastasen in anderen Organen zu finden sind.
Behandlungsmöglichkeiten bei fortgeschrittenem Hautkrebs im Überblick
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Tumorchirurgie: Grundsätzlich ist die operative Entfernung des Melanoms die effektivste Behandlungsmethode bei Hautkrebs (schwarz oder weiß). Sie ermöglicht im Frühstadium oft eine vollständige Heilung. Im fortgeschrittenen Stadium kann der Krankheitsverlauf durch die Tumorchirurgie in der Regel nicht aufgehalten werden. Jedoch kann die Entfernung einzelner Tumore zur Linderung von Beschwerden, zum Funktionserhalt oder zur Verbesserung der psychischen Befindlichkeit führen [1] [2].
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Strahlentherapie: Mithilfe der Strahlentherapie oder Radiotherapie sollen die Krebszellen im Körper so stark geschädigt werden, dass sie absterben. Durch eine effektive Symptombehandlung kann die lokale Strahlentherapie zu einer Verbesserung der Lebensqualität führen. Da sich die Tumore immer gezielter behandeln lassen, sind die Nebenwirkungen bei einer Strahlentherapie vergleichsweise gering. Nach aktuellem Forschungsstand hat sie keinen direkten Einfluss auf die Gesamtüberlebenszeit, kann aber in bestimmten Situationen (z. B. bei Hirnmetastasen) Vorteile bieten [1] [2].
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Chemotherapie: Hierbei erhalten die Patient:innen Medikamente, sogenannte Zytostatika, die die Teilung und Vermehrung von Tumorzellen verlangsamen oder stoppen sollen. Da sich der Wirkstoff jedoch auch gegen gesunde Zellen richtet, gehen klassische Chemotherapien mit vielen Nebenwirkungen einher: Haarausfall, Beeinträchtigung der Blut- und Immunzellen sowie Hautreaktionen können die Folge sein. Sie spielt heute nur noch eine untergeordnete Rolle und wird meist eingesetzt, wenn moderne Therapien nicht wirksam sind [1] [2].
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Immuntherapie (Checkpoint-Inhibitoren): Immuncheckpoint-Inhibitoren sind eine Form der Immuntherapie, die das körpereigene Immunsystem dabei unterstützen, Krebszellen effektiver zu erkennen und zu bekämpfen. Sie blockieren bestimmte Kontrollpunkte („Checkpoints“) wie PD-1 oder CTLA-4, die normalerweise die Aktivität von T-Zellen bremsen. Tumorzellen nutzen diese Mechanismen, um der Immunabwehr zu entgehen. Zu den etablierten Wirkstoffen gehören unter anderem Ipilimumab (CTLA-4-Hemmer) sowie die PD-1-Inhibitoren Nivolumab und Pembrolizumab [1] [2].
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Zielgerichtete Therapie (BRAF- und MEK-Inhibitoren): Sie richtet sich gegen spezifische genetische Veränderungen in Tumorzellen. Beim malignen Melanom betrifft dies häufig Mutationen im BRAF-Gen. In solchen Fällen können BRAF-Inhibitoren (z. B. Encorafenib, Vemurafenib, Dabrafenib) in Kombination mit MEK-Inhibitoren (z. B. Binimetinib, Trametinib, Cobimetinib) eingesetzt werden. Diese Medikamente hemmen gezielt Signalwege, die für das Tumorwachstum verantwortlich sind. Voraussetzung für den Einsatz ist der Nachweis einer entsprechenden Mutation im Tumorgewebe [1] [2].
Eine vollständige Heilung ist selten, aber durch moderne Therapien sind langfristige krankheitsfreie Verläufe möglich. Seien Sie vorsichtig bei Therapieangeboten, die einen garantierten Erfolg versprechen. Beraten Sie sich im Zweifel immer mit Ihren behandelnden Ärzt:innen [1] [2].
Prognosen bei fortgeschrittenem Melanom
Neben den chirurgischen, system- und strahlentherapeutischen Maßnahmen werden immer häufiger zielgerichtete Medikamente oder neue Immuntherapien bei der palliativen Behandlung von schwarzem Hautkrebs eingesetzt [1] [2].
Dadurch hat sich die Überlebenszeit der Patient:innen mit einer fortgeschrittenen Melanom-Erkrankung deutlich verbessert. Das zeigen Daten von 2.490 Patient:innen. Vor Verfügbarkeit der Immuncheckpoint-Inhibitoren führten fortgeschrittene Melanome oft innerhalb eines Jahres zum Tode. Nach fünf Jahren waren im Durchschnitt nur zehn von 100 Personen am Leben [1] [2].
Laut aktuellen Daten lebten nach drei Jahren noch 44 von 100 Patient:innen. Nach fünf Jahren sind es 36 von 100 Patient:innen. Bei modernen Therapien sind die Werte höher [1] [2].
Hilfsangebote und Unterstützung
Nicht alle Menschen mit fortgeschrittenem Melanom sprechen auf neue Therapien an. Krebs im Endstadium stellt für sie und ihre Angehörigen eine Ausnahmesituation dar. Umso wichtiger ist es, dass Betroffene in dieser Zeit auf palliative Hilfsangebote zurückgreifen können. Neben Haus- und Fachärzt:innen unterstützen Krebsberatungsstellen, Selbsthilfegruppen und Psychoonkolog:innen Patient:innen und Angehörige bei physischen, psychischen und sozialen Problemen [3].
Generelle Ziele palliativer Therapien
Die Palliativmedizin zielt darauf ab, Beschwerden zu verringern und die Lebensqualität zu erhalten, beziehungsweise zu verbessern. Zentraler Bestandteil des Konzepts ist die Behandlung von belastenden Symptomen. Dazu gehören zum Beispiel Schmerzen, Müdigkeit, Energieverlust, Atemnot, Verstopfung, Übelkeit und Erbrechen [3].
Neben der Verbesserung des körperlichen Wohlbefindens verfolgt die Palliativmedizin das Ziel, Patient:innen bei der Bewältigung psychischer Leiden zu helfen, die mit der Krankheit einhergehen. Vor allem die Angst vor dem Sterben ist für Erkrankte und Angehörige sehr belastend [3].
Für eine bestmögliche Symptomlinderung, eine interdisziplinäre Behandlung und eine optimale Betreuung sollte die Einbindung eines palliativmedizinischen Teams möglichst frühzeitig erfolgen [3].
Beratung und Betreuung
Auch bei der Begleitung und Pflege schwerkranker Krebspatient:innen werden Angehörige nicht allein gelassen. Bei der häuslichen Betreuung helfen beispielsweise mobile Pflegedienste oder die spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV). Zudem können Informations- und Beratungsangebote den Umgang mit der Erkrankung erleichtern. Einen Überblick zu Beratungsstellen in Ihrer Nähe finden Sie auf der Webseite der Deutschen Krebsgesellschaft.