Diagnose von hautkrebs

Schwarzer Hautkrebs: So stellen Ärzte ein Melanom fest

Bei verdächtigen Hautstellen denken viele Menschen gleich an schwarzen Hautkrebs. Die gute Nachricht: Etliche Pigmentflecken sind harmlos. Ob es sich wirklich um ein Melanom handelt, kann nur die Untersuchung in der hautärztlichen Praxis zeigen. Was erwartet Sie beim Arzttermin?

Von Michael van den Heuvel 16.10.2022
Schwarzer Hautkrebs  | © AdobeStock-241043997
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Schwarzer Hautkrebs (malignes Melanom) ist die Bezeichnung für einen speziellen Hauttumor. Diese Krebsart entsteht in Zellen, die der Haut ihre Farbe verleihen. Sie werden auch pigmentbildende Zellen oder Melanozyten genannt. Fachleute sprechen daher von einem malignen Melanom.

Es kann überall am Körper auftreten, etwa an der Kopfhaut, an der Mundschleimhaut oder am Augapfel. Auch an Stellen, die nicht übermäßig der Sonne ausgesetzt sind, ist schwarzer Hautkrebs möglich, beispielsweise unter einem Zehennagel. Die meisten Hautveränderungen sind jedoch harmlos. Gehen Sie bei jeder Auffälligkeit möglichst bald zu Ihrer Hautärztin oder zu Ihrem Hautarzt. 

Wie Melanome aussehen

Hautärzt:innen erkennen Melanome oft schon mit bloßem Auge, auch wenn sie sehr unterschiedlich aussehen können. Typisch sind zum Beispiel Muttermale, die sich in der Größe oder Farbe verändert oder sich neu gebildet haben.

Oft erscheinen sie als schwarze oder dunkle Flecken, manche sind auch bläulich bzw. grau oder rötlich. Sogar farblose Hautveränderungen (komplett oder teilweise) gibt es.

Ein malignes Melanom kann zudem schnell und vor allem in die Tiefe wachsen oder sich eher langsam und flächig ausbreiten.

Darauf achten Ärzt:innen bei der Diagnostik

Weitere Besonderheiten, die auf schwarzen Hautkrebs hinweisen können, sind zum Beispiel Muttermale, die

  • komplett anders aussehen als die übrigen Pigmentflecken des Körpers,
  • jucken oder bluten,
  • sehr ungleichmäßig geformt sind oder einen fransigen, unscharfen Rand haben,
  • von einer geschwollenen, geröteten Haut umgeben sind.

Andere Beschwerden wie etwa Schmerzen verursacht ein malignes Melanom in der Regel erst, wenn sich Tochtergeschwülste (Metastasen) gebildet haben.

Untersuchung mit dem Auflichtmikroskop

Betrachtet der Hautarzt oder die Hautärztin einen verdächtigen Hautfleck näher, nutzen sie ein sogenanntes Auflichtmikroskop (ein Dermatoskop). Auch andere optische Verfahren wie die konfokale Lasermikroskopie können dabei zum Einsatz kommen. Damit lässt sich die betroffene Hautstelle stark vergrößern und genauer beurteilen.

Vor allem schwarzer Hautkrebs im Frühstadium ist so besser zu erkennen und leichter von harmlosen Hautveränderungen abzugrenzen.

Gewebeproben liefern weitere Einblicke

Erhärtet die optische Untersuchung den Verdacht, dass es sich um schwarzen Hautkrebs handelt, entfernt der Arzt oder die Ärztin nicht nur die komplette auffällige Hautstelle, sondern auch das Gewebe, das den Fleck umgibt.

Das entnommene Material wird anschließend ins Labor geschickt, geschnitten, gefärbt und unter dem Mikroskop untersucht, ob tatsächlich ein malignes Melanom vorliegt. Ist das der Fall, sind weitere Untersuchungen sowie weitere Behandlungen nötig.

Auch die Lymphknoten werden manchmal untersucht

Da Melanome oft Metastasen bilden, ist es wichtig, herauszufinden, ob sich der Tumor ausgebreitet hat. Bei vielen Betroffenen werden daher auch die benachbarten Lymphknoten (Wächter- oder Sentinellymphknoten) entfernt und untersucht. Expert:innen sprechen von einer Wächterlymphknoten-Biopsie.

Sind dort Krebszellen zu finden, kann eine Untersuchung per Ultraschall, Röntgen, Skelettszintigrafie, Computer- oder Magnetresonanztherapie zeigen, welche Körpergewebe möglicherweise noch befallen sind. 

Warum ist die Einteilung in Tumorstadien wichtig?

Anhand der Diagnoseergebnisse teilen Fachleute ein malignes Melanom in verschiedene Stadien der Erkrankung ein. Das ist nicht nur für die Art der Behandlung von schwarzem Hautkrebs wichtig, sondern kann auch etwas über die Heilungschancen aussagen.

Es gibt vier Stadien:

  • Stadium 1: Dicke des Tumors bis 2 mm, Oberfläche intakt, keine Metastasen
  • Stadium 2: Dicke des Tumors bis 2 mm, Oberfläche nicht intakt, keine Metastasen
  • Stadium 3: Metastasen in nahe gelegenen Hautbezirken oder Lymphknoten, jede Dicke des Tumors
  • Stadium 4: jede Dicke des Tumors mit Metastasen in fernen Hautbezirken, fernen Lymphknoten oder Organen (z. B. Leber, Lunge, Gehirn etc.)

Viele Melanome haben eine gute Prognose

Für viele Betroffene ist die Melanom-Diagnose ein Schock. Die Lebenserwartung bei einem malignen Melanom hängt aber stark davon ab, wie früh der Krebs erkannt wird.

Zwei Drittel der bösartigen Tumore werden in einem so frühen Stadium festgestellt, dass sie entfernt und die Betroffenen geheilt werden können. Schlechter ist die Prognose bei schwarzem Hautkrebs im Endstadium. Allerdings gibt es auch hier immer bessere Möglichkeiten der Behandlung, die die Chancen auf Heilung in den vergangenen Jahren verbessern konnten.

Zusammenfassung Schwarzer Hautkrebs (malignes Melanom) ist ein Hauttumor, der aus den pigmentbildenden Zellen der Haut hervorgeht. Hautärzt:innen erkennen die Erkrankung oft schon am typischen Aussehen. Neben einer Gewebeentnahme kommen in der Regel weitere Verfahren wie Ultraschall oder Computertomografie zum Einsatz, um die Diagnose zu bestätigen und um festzustellen, wie weit sich der Tumor schon ausgebreitet hat.

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