Yoga als Begleittherapie
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Wie kann Yoga bei der Krebsbehandlung unterstützen?

Eine Krebsdiagnose bedeutet körperliche, aber auch psychische Belastung. Yoga kann helfen, die Veränderung zu verarbeiten – und sogar Nebenwirkungen der Krebstherapie zu lindern.

Von Redaktion 09.02.2026 · 11:00 Uhr

Wie wirken Yoga, Meditation und Atemübungen?

Viele Menschen verbinden mit Yoga besondere Flexibilität und Beweglichkeit, gepaart mit einem drahtig-schlanken Körper. Der Ursprung des Yoga liegt jedoch ganz woanders: Es geht um den Geist, der ruhig und widerstandsfähig sein darf. In einer der prägenden Schriften der Yoga-Philosophie, dem Yoga Sutra, heißt es schon zu Beginn: “Yoga ist die Beruhigung der Geistesbewegungen” (Patanjali, Yoga Sutra 1.2.) – und genau das ist die Idee: durch Bewegung, Atmung und Meditation den Geist so zu beruhigen, dass er klar und frei ist.

Es gibt verschiedene Yoga-Stile, die sich durch ihre Schwerpunkte unterscheiden: Vinyasa Yoga ist sehr fließend und kraftvoll, im Jivamukti Yoga werden Mantren gesungen, im Yin Yoga liegt der Fokus auf Ruhe und dem intensiven Hineinspüren in eine Yoga-Haltung – um nur ein paar Beispiele zu nennen. Allen Yoga-Stilen ist gemein, dass wir uns am Ende der Praxis einen klaren Geist wünschen, der beruhigt ist, mit den Gedanken achtsam im Hier und Jetzt und dadurch frei von Grübeleien.

Möglich ist diese Befreiung des Geistes sowohl durch Bewegung, als auch Atemübungen und Meditation. Wobei Letzteres durchaus herausfordernd ist, wenn wir mit unseren Gedanken sowieso schon ganz woanders sind. Die Konzentration auf eine Yoga-Haltung (die “Asana”) oder den Atem funktioniert für viele Praktizierende besser. Genau hier setzt die Wirkung von Yoga ein:

  • Yoga hilft, Konzentration und Fokus zu üben
  • Yoga löst Verspannungen und hilft, mobil zu bleiben
  • Yoga stärkt die Tiefenmuskulatur und dadurch die gesamte Konstitution des Körpers
  • Yoga aktiviert den Parasympathikus – den Nerv, der für Ruhe und Entspannung zuständig ist
  • Yoga-Haltungen bringen den Körper in Schwung und sorgen für mehr Energie
  • Yoga hilft, den eigenen Körper besser kennenzulernen und dadurch geduldig und achtsam mit sich selbst umzugehen
  • Durch den Abbau von Stresssymptomen, wie Schmerzen, Schlafstörungen, Panikattacken, Angst und Depressionen, kann Yoga das Immunsystem stärken
  • Yoga ermöglicht das bewusste Üben von Pausen und Ruhe

Wie kann Yoga bei Krebs unterstützen?

Seit Mai 2024 ist Yoga als begleitendes Behandlungsverfahren für Patient:innen mit Krebs anerkannt. Das geht auf die Arbeit der Deutschen Gesellschaft für Yoga in der integrativen Onkologie e.V. (DGYO) zurück, die sich auf Yoga bei Krebs spezialisiert hat und darüber hinaus weitere Studien zur Wirksamkeit von Yoga als Begleittherapie fördern möchte.

Laut DGYO kann Yoga helfen, die Nebenwirkungen der Krebstherapie zu lindern. Yoga-Einheiten für Krebs-Patient:innen sind auf die besonderen Bedürfnisse und möglicherweise auch auf körperliche Einschränkungen spezialisiert. Bewegungen werden entsprechend angepasst und ermöglichen dennoch den Erhalt von Mobilität und Kraft. Die Atem- und Körperübungen, kombiniert mit Entspannungstechniken, können Patient:innen helfen, die mentale Belastung der Erkrankung zu verarbeiten. Wie im “normalen” Yoga ist somit auch hier die Idee, Körper und Geist zu stärken und Resilienz aufzubauen.

Beispielsweise das Fatigue-Syndrom, das als typische Nebenwirkung der Krebstherapie auftritt, kann durch Yoga gelindert werden. Die Übungen schenken neue Energie und können zu einem besseren Wohlbefinden beitragen. Auch die Schlafqualität und damit die allgemeine Lebensqualität lassen sich laut DGYO durch Yoga bei Krebs verbessern.

Hilfsmittel für die Yogapraxis

Während der Yogapraxis unterstützen Hilfsmittel, wie Yoga-Zubehör von Bodynova. Besonders gelenkschonend sind extra dicke Yogamatten, die gut polstern und dämpfen. Bei einer bequemen Sitzhaltung, die weder Knie noch Hüfte strapaziert, können Meditationskissen und Bolster helfen. Darüber hinaus gibt es weitere Hilfsmittel:

  • ein Yogablock hilft, Yoga-Haltungen zu stabilisieren
  • ein Yogagurt dient als Verlängerung der Arme und verhindert ein “Hineinzwängen” in eine Position
  • ein Yogatuch stabilisiert die Haltung auf der Matte, falls die Hände schwitzig werden
  • Augenkissen helfen bei der Entspannung

Yoga-Equipment hilft, die eigenen Grenzen nicht zu überschreiten. Fühlt sich eine Yoga-Haltung wackelig an oder erfordert einen besonders achtsamen Umgang mit dem Körper, sind Hilfsmittel dafür da, ihn liebevoll zu unterstützen.

Erfahrungsbericht: Yoga bei Krebs

Im Blog der Deutschen Krebshilfe berichtet eine Patientin von ihren Erfahrungen mit Yoga bei Krebs. Ihrem Bericht nach kann es zu Beginn der Krebstherapie herausfordernd sein, die Einschränkungen des Körpers zu akzeptieren. Sie erzählt, dass Yoga ihr Halt gegeben und ihr geholfen habe, Rückschläge zu verkraften.

Mittlerweile bietet sie selbst als Yogalehrerin Kurse an, die speziell auf die Bedürfnisse von Krebs-Patient:innen ausgerichtet sind. Durch ihre eigene Erfahrung ist sie sich sicher, dass eine Krebsdiagnose kein Hindernis für Yoga ist.

Was ist das Besondere an Yoga-Kursen bei Krebs?

Eine der prägenden Yoga-Lehrerinnen für Yoga bei Krebs und DGYO-Gründerin ist Gaby Kammler. Sie hat ihr Ausbildungsprogramm spezialisiert, um mehr Yoga-Lehrende auf die Bedürfnisse bei einer Krebsdiagnose vorzubereiten. Sie bringt ihnen bei, ein hohes Maß an Empathie zu entwickeln und Kurse anzupassen, ebenso werden auch medizinische Inhalte vermittelt.

Dazu gehört, dass besonders die Bewegungen an die individuellen Herausforderungen der Patient:innen angepasst werden. Augenscheinlich einfache Übungen, wie den Arm heben, sind eventuell nach einer OP nicht möglich. Gleiches gilt für manche Dehnübungen. Die Krebstherapie kann Osteoporose fördern, weshalb drehende Bewegungen nur vorsichtig oder gar nicht unterrichtet werden. Darüber hinaus spielt natürlich das mentale Wohlbefinden eine wichtige Rolle: Kommt jemand mit Mütze oder Perücke zum Kurs? Dann ist der herabschauende Hund vielleicht keine gute Übung, um ein Verrutschen zu verhindern. 

Die Autorin des Blogbeitrags der Deutschen Krebshilfe macht außerdem darauf aufmerksam, dass die lehrende Person die Patient:innen in der Endentspannung ("Savasana") nicht “alleine” lassen sollte, da Stille Angst oder Panik auslösen kann. Hier helfen beispielsweise Visualisierungen, Klänge und geführte Meditationen.

Auch die Thüringische Krebsgesellschaft e.V. bietet bereits Yogakurse bei Krebs an und betont, wie wertvoll das Treffen in der Gemeinschaft ist. Die Unterstützung und der Austausch mit Gleichgesinnten können helfen, sich verstanden und wohler zu fühlen.

Produkte und Yoga-Wissen bei Bodynova

Auf der Seite von Bodynova finden Sie weitere Produkte, die die Yogapraxis unterstützen und bereichern. Im Unternehmensblog warten außerdem zahlreiche Artikel über Yoga, Meditation und Wissen rund um die Yoga-Philosophie. Bei Fragen zu Produkten steht das Serviceteam beratend zur Seite.

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