Brustkrebs betrifft überwiegend Frauen. Doch auch Männer können daran erkranken: Weniger als ein Prozent aller Brustkrebsfälle treten bei Männern auf. Noch seltener entwickelt sich Brustkrebs gleichzeitig in beiden Brüsten. Über einen solchen ungewöhnlichen Fall berichtet ein onkologisches Team aus den USA.
Auf diese möglichen Warnzeichen sollten Männer achten
Wichtig zu wissen: Das Risiko für Brustkrebs steigt bei Männern unter anderem mit dem Alter. Auch erbliche Veränderungen, hormonelle Störungen oder eine eingeschränkte Funktion der Hoden können das Risiko erhöhen.
Häufig macht sich Brustkrebs bei Männern durch einen schmerzlosen Knoten hinter oder in der Nähe der Brustwarze bemerkbar. Auch eine eingezogene oder veränderte Brustwarze, Flüssigkeit aus der Brustwarze oder tastbare Lymphknoten in der Achsel können Warnzeichen sein. Wenn Sie eine solche Veränderung bei sich feststellen, sollten Sie diese ärztlich abklären lassen.
Der Fall aus den USA
Der 81-jährige Mann hatte selbst einen Knoten in seiner linken Brust bemerkt. Bei den anschließenden Untersuchungen stellte sich heraus, dass es sich um Brustkrebs handelte. Auch Lymphknoten waren bereits betroffen.
Bei der Untersuchung fiel dem Behandlungsteam zusätzlich eine Veränderung in der rechten Brust auf. Zunächst hätte diese auch zu einer gutartigen Vergrößerung des Brustdrüsengewebes passen können – eine Veränderung, die bei Männern vorkommen kann. Sicherheit brachte deshalb erst eine Biopsie. Dabei wird mit einer speziellen Nadel eine kleine Gewebeprobe entnommen und anschließend im Labor untersucht. Auch in dieser Probe fanden sich Krebszellen.
Damit stand fest: Der Patient hatte gleichzeitig in beiden Brüsten Brustkrebs. Ein solcher sogenannter synchroner beidseitiger Brustkrebs ist bei Männern ausgesprochen selten. Nach Angaben der Autor:innen wurden weltweit bislang nur wenige Dutzend vergleichbare Fälle beschrieben.
Der Fall zeigt deshalb etwas Wichtiges: Wird bei einem Mann Brustkrebs vermutet oder festgestellt, sollte nicht nur die auffällige Brust genau untersucht werden. Auch die andere Brust sollte in die Untersuchung einbezogen werden.
Was bedeutet das für die Behandlung?
Grundsätzlich stehen Männern mit Brustkrebs ähnliche Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung wie bei Frauen. Welche Therapie infrage kommt, hängt jedoch immer von der persönlichen Situation ab – unter anderem von der Art und Ausbreitung des Tumors, dem Alter und dem allgemeinen Gesundheitszustand.
Bei dem 81-jährigen Patienten entschieden sich die Ärzt:innen nach der Operation gegen eine Chemotherapie und gegen eine Bestrahlung. Stattdessen erhielt er eine antihormonelle Therapie mit Tamoxifen. Dieses Medikament kann die Wirkung bestimmter Hormone auf die Krebszellen hemmen. Bei der Entscheidung berücksichtigte das Behandlungsteam unter anderem das hohe Alter des Patienten und wog den möglichen Nutzen der einzelnen Therapien gegen ihre Risiken ab.
Was Sie aus diesem Fall mitnehmen können
Auch wenn Brustkrebs bei Männern selten ist: Veränderungen an der Brust sollten Sie ernst nehmen. Das bedeutet nicht automatisch, dass Krebs dahintersteckt. Ein neuer Knoten, Flüssigkeit aus der Brustwarze oder Veränderungen an der Brustwarze sollten jedoch zeitnah ärztlich untersucht werden.
Wird bei einem Mann Brustkrebs festgestellt, kann außerdem eine genetische Beratung sinnvoll sein. Denn erbliche Veränderungen können bei männlichem Brustkrebs eine wichtige Rolle spielen. Ob eine genetische Untersuchung in Ihrem Fall infrage kommt, können Sie mit Ihrem Behandlungsteam besprechen.
Weitere Informationen rund um Brustkrebs finden Sie auf DasKrebsportal.de.