Das Mammographie-Screening zur Früherkennung von Brustkrebs soll künftig bereits Frauen ab 45 Jahren offenstehen. Das hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) am 15. Oktober 2026 beschlossen. Der G-BA ist das zentrale Entscheidungsgremium im deutschen Gesundheitswesen. Er legt unter anderem fest, welche medizinischen Leistungen die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen.
Bislang können Frauen zwischen 50 und 75 Jahren alle zwei Jahre am Mammographie-Screening teilnehmen. Durch die Erweiterung erhalten künftig rund 2,5 Millionen zusätzliche Frauen zwischen 45 und 49 Jahren Zugang zu dem Früherkennungsprogramm.
Für gesetzlich Versicherte übernehmen die Krankenkassen die Kosten. Auch privat versicherte Frauen können am Screening teilnehmen. Sie sollten jedoch vorab mit ihrer privaten Krankenversicherung klären, ob die Untersuchungskosten vollständig erstattet werden.
Warum ist das Mammographie-Screening so wichtig?
Brustkrebs gehört bundesweit zu den häufigsten Krebserkrankungen bei Frauen. Wird die Erkrankung frühzeitig erkannt, bestehen häufig bessere Behandlungsmöglichkeiten und Heilungschancen. Genau hier setzt das Mammographie-Screening an: Mithilfe einer speziellen Röntgenuntersuchung können auch kleine, noch nicht tastbare Veränderungen im Brustgewebe entdeckt werden.
Studien zeigen, dass die Teilnahme am Screening das Risiko, an Brustkrebs zu sterben, um etwa 20 bis 30 Prozent senken kann. Allerdings bietet die Untersuchung keine absolute Sicherheit. Auch auffällige Befunde, die sich später als harmlos herausstellen, sind möglich. Deshalb ist es wichtig, Nutzen und mögliche Nachteile der Früherkennung zu kennen.
Wann können Frauen ab 45 Jahren teilnehmen?
Die neue Regelung soll am 1. August 2027 in Kraft treten, sofern das Bundesgesundheitsministerium keine rechtlichen Einwände erhebt.
Ab diesem Zeitpunkt können sich Frauen zwischen 45 und 49 Jahren voraussichtlich selbst bei der zuständigen Zentralen Stelle für einen Untersuchungstermin anmelden. Persönliche Einladungen zum Screening sollen ab Januar 2028 verschickt werden.
Wenn Sie unsicher sind, ob eine Mammographie für Sie sinnvoll ist, können Sie sich an Ihre Frauenärztin oder Ihren Frauenarzt wenden. Bei Beschwerden oder auffälligen Veränderungen der Brust sollten Sie unabhängig vom Screening-Alter ärztlichen Rat einholen.
Weitere Informationen rund um das Thema Brustkrebs finden Sie auf DasKrebsportal.de.