Laut einer Umfrage fühlen sich 88 Prozent aller Menschen mit Krebs unzureichend über die Auswirkungen ihrer Therapie auf die Fruchtbarkeit informiert. Dabei hat rund die Hälfte bis drei Viertel der Krebserkrankten einen Kinderwunsch – ein Thema, das zu selten früh genug angesprochen wird.
Was bedeutet gonadotoxisch?
Zum Hintergrund: Viele Krebsbehandlungen – darunter bestimmte Chemotherapien und Bestrahlungen – können die Keimdrüsen schädigen: die Eierstöcke bei Frauen, die Hoden bei Männern. Beeinträchtigt eine Therapie diese Organe, nennt man das gonadotoxisch. Je nach Alter, Art und Dauer der Behandlung kann dies die Fruchtbarkeit dauerhaft beeinträchtigen.
Welche Methoden helfen?
Für Frauen gibt es heute bewährte Möglichkeiten: Das Einfrieren von Eizellen (Kryokonservierung) ist die gängigste Methode, dauert etwa zwei Wochen und ist auch bei hormonabhängigen Tumoren möglich. Alternativ kann Eierstockgewebe eingelagert oder der Eierstock vor einer Beckenbestrahlung aus dem Strahlenfeld verlagert werden. Für Männer ist die Einlagerung von Samenproben vor Therapiebeginn unkompliziert möglich.
Wichtig: Je früher das Thema angesprochen wird, desto mehr Optionen bleiben offen. Prof. Dr. Inken Hilgendorf (Universitätsklinikum Jena) empfiehlt, über das Thema schon bei der Diagnose zu sprechen. Unter bestimmten Voraussetzungen übernimmt die Krankenkasse die Kosten. Spezialisierte Hilfe bieten FertiPROTEKT-zertifizierte Zentren.
Wenn Sie sich fragen, was ein Kinderwunsch konkret bei einer Eierstockkrebs-Erkrankung bedeutet, lesen Sie hier mehr: Kinderwunsch bei Eierstockkrebs
Das Thema Sexualität und Kinderwunsch betrifft viele Krebserkrankungen. Ein weiteres Beispiel finden Sie in unserem Beitrag: Sexualität und Kinderwunsch bei Lungenkrebs
Weitere Informationen rund um das Thema Krebs und Kinderwunsch finden Sie hier: Krebs und Kinderwunsch – alle Informationen auf DasKrebsportal.de