Bauchspeicheldrüsenkrebs gilt als besonders schwer behandelbar, weil er meist recht spät erkannt wird und Rückfälle selbst nach Operationen häufig sind. Neue Forschungsergebnisse machen nun Hoffnung: Ein individuell entwickelter mRNA-Impfstoff könnte das Immunsystem gezielt dabei unterstützen, Krebszellen langfristig zu bekämpfen.
In einer klinischen Studie des Memorial Sloan Kettering Cancer Center in New York, USA, zeigte sich, dass bei etwa der Hälfte der behandelten Patient:innen eine starke Immunreaktion ausgelöst werden konnte. Diese richtete sich gezielt gegen spezifische Merkmale der Tumorzellen. Besonders ermutigend: Bei Patient:innen, deren Immunsystem so aktiviert wurde, blieb die Erkrankung in vielen Fällen über Jahre hinweg unter Kontrolle. Nach sechs Jahren lebten rund 90 % dieser sogenannten Responder weiterhin ohne Rückfall.
Individuelle Impfung gegen Krebszellen
Zu den Details: Der Impfstoff wird für jede Patientin und jeden Patienten individuell hergestellt. Nach der Operation analysieren Fachleute das Tumorgewebe, um typische Eiweißstrukturen der Krebszellen – sogenannte Neoantigene – zu identifizieren. Auf dieser Basis entsteht ein maßgeschneiderter mRNA-Impfstoff, der das Immunsystem darauf trainiert, genau diese Krebszellen zu erkennen und zu zerstören.
Die Behandlung erfolgt nicht allein durch den Impfstoff: In der Studie wurde er mit einer Chemotherapie und einer Immuntherapie kombiniert. Die Herstellung des Impfstoffs dauert etwa sechs Wochen.
Forschung geht in die nächste Phase
Die bisherigen Ergebnisse stammen aus einer frühen klinischen Studie mit 16 Teilnehmenden. Sie zeigen vor allem, dass der Ansatz sicher ist und eine langanhaltende Immunantwort auslösen kann. Nun wird die Therapie in einer größeren internationalen Studie weiter untersucht, an der auch Krebszentren in Deutschland beteiligt sind.
Auch wenn weitere Forschung notwendig ist, sehen Fachleute in diesem Ansatz einen vielversprechenden Schritt hin zu individuelleren und möglicherweise wirksameren Therapien bei Bauchspeicheldrüsenkrebs. Sollten größere Studien ebenso erfolgeich verlaufen, ist ein Antrag auf Zulassung bei Arzneimittelbehörden möglich. Derzeit handelt es sich um eine experimentelle, nicht allgemein verfügbare Therapie.
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