Corona- und Gürtelrose-Impfung

Wie gut schützen Impfungen Krebspatient:innen vor Infektionen?

Bei Krebspatient:innen können Infektionen durch Bakterien und Viren häufiger schwere Verläufe auslösen. Impfungen können helfen, das Risiko zu senken – doch wie stark wirken sie, wenn das Immunsystem geschwächt ist? Zwei Analysen des renommierten Cochrane-Instituts auf Basis von mehr als 20 Studien liefern Antworten für Corona- und Gürtelrose-Impfungen.

Von Redaktion 20.01.2026 · 13:54 Uhr
Eine Frau schneuzt sich die Nase | © AdobeStock_1241080747
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Für Menschen mit Krebs sind Infektionen oft mehr als nur eine Begleiterscheinung – sie können schwere Verläufe auslösen und den Krankheitsverlauf negativ beeinflussen. Wenn das Immunsystem durch die Erkrankung oder die Therapie geschwächt ist, fällt es dem Körper schwerer, sich gegen Erreger zu wehren. Besonders bei Blutkrebsarten wie Leukämie oder Lymphomen ist die körpereigene Abwehr geschwächt. Aber auch Patient:innen mit festen Tumoren (soliden Tumoren), etwa mit Brustkrebs, Lungenkrebs oder Darmkrebs, haben ein erhöhtes Infektionsrisiko.(1)(2)

Impfungen können hier helfen, denn sie machen das Immunsystem mit Krankheitserregern vertraut und bereiten es auf eine mögliche Infektion vor. Doch wie zuverlässig funktioniert dieser Schutz bei Krebs? Zwei neue Cochrane-Analysen haben sich genau das angesehen – und zwar für Impfungen gegen Gürtelrose (Herpes zoster) und Corona.(1)(2)

Gürtelrose-Impfung: wirksamer Schutz, auch bei Krebs

Das Virus, das für Gürtelrose verantwortlich ist, ist das gleiche, das auch Windpocken verursacht. Es bleibt nach einer Windpocken-Erkrankung im Körper und kann sich bei geschwächter Abwehr wieder bemerkbar machen. Der typische Ausschlag kann starke und lang anhaltende Nervenschmerzen verursachen.(1)(2)

Die Cochrane-Auswertung zeigt: Eine Impfung senkt das Risiko für Gürtelrose deutlich. In der Gruppe der Patientinnen und Patienten mit einer festen Krebserkrankung erkrankten ohne Impfschutz 45 von 1.000 innerhalb von zweieinhalb Jahren an Gürtelrose, mit Impfung waren es lediglich 17. Auch bei Blutkrebs fanden die Expert:innen einen Vorteil: Die Zahl der Erkrankungen sank von 55 auf 22 je 1.000. Wichtig: Da die Studienergebnisse hier stärker schwanken, ist der Nutzen wahrscheinlich, aber weniger sicher.(1)(2)

Corona-Impfung: starker Schutz bei festen Tumoren

Gerade Corona kann für Menschen mit Krebs schwer verlaufen. Umso wichtiger ist ein wirksamer Impfschutz. Laut Cochrane-Analyse profitieren Patient:innen mit soliden Tumoren deutlich: Nur 3 von 1.000 Geimpften erkrankten in den sechs Monaten nach der letzten Impfung, während es in der ungeimpften Vergleichsgruppe 37 waren.(1)(2)

Bei Menschen mit Blutkrebs ist die Datenlage dagegen bislang begrenzt. In einer kleinen Studie war kein Unterschied zwischen Menschen mit und ohne Corona-Impfung zu erkennen. Hier braucht es weitere Studien, um herauszufinden, ob es einen Nutzen gibt oder nicht.(1)(2)

Impfstrategie mit Ärztin oder Arzt besprechen

Ob Gürtelrose oder Corona – Impfungen können vielen Krebspatient:innen helfen, potenziell gefährliche Infektionen zu vermeiden. Besonders bei festen Tumoren ist der Nutzen gut belegt. Bei Blutkrebs sind die Ergebnisse zwar weniger eindeutig, aber auch hier weisen sie in eine positive Richtung. Wenn Sie an Krebs erkrankt sind, sollten Sie gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt besprechen, welche Impfungen sinnvoll sind und wann der beste Zeitpunkt dafür ist.(1)(2)

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