Achten Sie bei Darmkrebs auf eine individuell passende Ernährung, gegebenenfalls mit Hilfe einer qualifizierten Ernährungsfachkraft, unterstützt dies Ihren Körper dabei, Muskelmasse und Kräfte zu erhalten und die normale Funktion des Immunsystems aufrechtzuerhalten. Und genauso wichtig: Mit einer guten Ernährung fühlen sich viele Menschen insgesamt wohler.
Können Patient:innen mit Darmkrebs alles essen?
Grundsätzlich ja, falls Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Ihnen keine speziellen Tipps gegeben haben. Was Ihnen schmeckt und was Sie gut vertragen, dürfen Sie auch essen. Eine ausgewogene Ernährung liefert Eiweiße, Fette, Kohlenhydrate, Flüssigkeit, Vitamine und Mineralstoffe. Sie versorgt den Körper mit allem, was er benötigt, um die Therapie möglichst gut zu bewältigen und sich zu erholen [1] [2] [3].
Im Einzelfall kann es allerdings sehr unterschiedlich sein, welche Lebensmittel gut vertragen werden – je nach Art der Behandlung, einer Operation oder bestehenden Verdauungsbeschwerden [1] [2] [3].
Wichtig zu wissen: Nach aktuellem Forschungsstand lässt sich eine bereits bestehende Krebserkrankung durch eine veränderte Ernährung nicht heilen. Eine wissenschaftlich belegte Anti-Krebs-Diät gibt es nicht [1] [2] [3].
Wie bekommen Sie bei Darmkrebs genügend Energie?
Ihr Körper benötigt jetzt ausreichend Energie und Nährstoffe, insbesondere Eiweiß, damit die oft kräftezehrende Behandlung möglichst gut verkraftet werden kann. Während einer Chemotherapie oder während anderer Behandlungen kann das allerdings eine Herausforderung sein, weil Appetitlosigkeit, Übelkeit oder Geschmacksveränderungen auftreten können [1] [2] [3].
Haben Sie Probleme, Ihr Gewicht zu halten, gilt häufig: Jede Kalorie zählt. Essen Sie das, worauf Sie Appetit haben und was Sie gut vertragen [1] [2] [3].
Kohlenhydratreiche Lebensmittel wie Kartoffeln, Reis, Nudeln oder Brot liefern dem Körper schnell Energie. Eiweißreiche Lebensmittel wie Milchprodukte, Eier, Fisch, Fleisch, Hülsenfrüchte oder Tofu helfen dabei, Muskelmasse zu erhalten. Fachgesellschaften empfehlen Krebspatientinnen und -patienten häufig eine Eiweißzufuhr von etwa 1,2 bis 1,5 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht täglich, sofern keine medizinischen Gründe dagegensprechen [1] [2] [3].
Welche Lebensmittel sollten Sie bei Darmkrebs nicht konsumieren?
Es gibt bei einem Kolon- oder Rektumkarzinom grundsätzlich keine verbotenen Lebensmittel. Treten jedoch Blähungen, Durchfall oder andere Verdauungsbeschwerden auf, kann es sinnvoll sein, unverträgliche Speisen vorübergehend zu meiden. Dazu können Hülsenfrüchte, bestimmte Kohlsorten, Pilze, stark frittierte oder sehr scharf gewürzte Speisen gehören. Welche Lebensmittel Beschwerden verursachen, ist jedoch von Mensch zu Mensch unterschiedlich [1] [2] [3].
Sowohl die Erkrankung selbst als auch Operationen oder Krebstherapien können die normale Darmfunktion beeinträchtigen. Dadurch kann es zu Durchfall oder Verstopfung kommen [1] [2] [3].
Leiden Sie an Durchfall, sollten Sie besonders auf eine ausreichende Flüssigkeits- und Elektrolytzufuhr achten. Halten die Beschwerden an, ist es wichtig, Ihr Ärzteteam zu kontaktieren [1] [2] [3].
Bei Verstopfung können Ballaststoffe helfen, weil sie Wasser binden und die Darmtätigkeit anregen. Wichtig ist dabei, ausreichend zu trinken. Besteht allerdings eine ausgeprägte Darmverengung (Stenose) oder droht ein Darmverschluss, sollten ballaststoffreiche Lebensmittel nur nach ärztlicher Rücksprache eingesetzt werden [1] [2] [3].
Ist die Verdauungsfunktion durch eine Operation oder Therapienebenwirkungen eingeschränkt, können weitere individuelle Ernährungsempfehlungen notwendig sein. Besprechen Sie dies am besten mit Ihrem Behandlungsteam [1] [2] [3].
Was essen nach einer Darmkrebs-Operation?
Auch nach einer Darmkrebs-OP richtet sich die Ernährung nach Ihrem individuellen Verlauf. Heute wird meist angestrebt, möglichst früh nach der Operation wieder mit dem Essen zu beginnen, sofern medizinisch nichts dagegen spricht [1] [2] [3] [5].
Wurden zusätzlich Abschnitte des Dünndarms entfernt, kann der Körper bestimmte Nährstoffe schlechter aufnehmen. Besonders nach einer Entfernung des letzten Dünndarmabschnitts (terminales Ileum) kann ein Vitamin-B12-Mangel entstehen. Je nach Ausmaß der Operation können auch andere Vitamine und Mineralstoffe betroffen sein. Besteht ein nachgewiesener Mangel, kann die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt entsprechende Präparate verordnen [1] [2] [3] [5].
Erkrankte mit einem künstlichen Darmausgang (Stoma) haben häufig Bedenken, was sie künftig noch essen dürfen. Tatsächlich kann die Ernährung mit einem Stoma besondere Anforderungen stellen [1] [2] [3] [5].
Anfangs empfiehlt es sich, Lebensmittel vorsichtig auszuprobieren. Sehr faserige Lebensmittel (zum Beispiel grobe Kohlsorten oder Ananas), Schalen von Obst und Gemüse oder unzerkleinerte Nüsse können den Darmausgang bei manchen Betroffenen verstopfen. Auch blähende Lebensmittel oder sehr scharf gewürzte Speisen werden nicht von allen gut vertragen. Säurehaltige oder scharfe Speisen können zudem die empfindliche Haut rund um das Stoma reizen [1] [2] [3] [5].
Grundsätzlich gilt aber auch hier: Testen Sie individuell, was Sie gut vertragen – möglichst in Absprache mit Ihrem Behandlungsteam. Häufig können viele Lebensmittel später wieder problemlos gegessen werden. Eine deutliche Gewichtszunahme sollte möglichst vermieden werden, da sie das Risiko für Stomakomplikationen erhöhen kann [1] [2] [3] [5].
Wie lässt sich einer Tumorkachexie vorbeugen?
Eine häufige Begleiterscheinung fortgeschrittener Krebserkrankungen ist die Tumorkachexie – ein krankhafter Verlust von Fett- und Muskelmasse. Je nach Tumorart und Krankheitsstadium sind unterschiedlich viele Patientinnen und Patienten betroffen [1] [2].
Die Betroffenen möchten häufig essen, können dies aber aufgrund von Appetitlosigkeit, Übelkeit, Schluckbeschwerden, Stoffwechselveränderungen oder einem frühen Sättigungsgefühl nicht ausreichend. Ursache können sowohl die Erkrankung selbst als auch die Therapie sein [1] [2].
Da der Verlust von Muskel- und Fettmasse den Körper erheblich schwächen kann, wirkt sich eine Tumorkachexie häufig ungünstig auf Lebensqualität, Therapieerfolg und Prognose aus. Deshalb ist eine frühzeitige professionelle Ernährungsberatung sinnvoll. Bereits bei der Krebsdiagnose empfehlen Leitlinien ein Screening auf Mangelernährung [1] [2].
Um einer Mangelernährung entgegenzuwirken, kann hochkalorische Trinknahrung sinnvoll sein. Sie sollte möglichst im Rahmen einer ärztlich oder ernährungstherapeutisch begleiteten Behandlung eingesetzt werden [1] [2].
Neben einer ausreichenden Energie- und Eiweißzufuhr trägt – soweit gesundheitlich möglich – auch regelmäßige körperliche Bewegung dazu bei, Muskelmasse zu erhalten [1] [2].