Im frühen Stadium verursacht Lungenkrebs nur selten Beschwerden. Frühsymptome, an denen man ein Bronchialkarzinom sicher erkennen könnte, gibt es nicht. Kleine Tumoren werden fast immer zufällig entdeckt, etwa bei einer Röntgenuntersuchung des Brustkorbs aus anderem Anlass [3].
Erkennbare Beschwerden treten meist erst auf, wenn der Tumor eine gewisse Größe erreicht oder bereits Metastasen gebildet hat. Dann sind die Symptome oft so unspezifisch, dass sie auch andere Ursachen haben können. Lungenkrebs wird deshalb häufig spät – und oft unerwartet – entdeckt [1].
Lassen Sie diese Symptome ärztlich abklären
Besonders Menschen mit hohem Risiko sollten die Warnzeichen kennen, ernst nehmen und bei anhaltenden Beschwerden frühzeitig ärztlichen Rat suchen. Das gilt vor allem für Raucherinnen und Raucher: Bei Frauen gehen etwa acht, bei Männern bis zu neun von zehn Lungenkrebserkrankungen auf aktives Rauchen zurück [1].
Folgende Anzeichen können – müssen aber nicht – auf Lungenkrebs hindeuten und sollten ärztlich abgeklärt werden [4]:
- hartnäckiger Husten – Vorsicht vor allem, wenn sich ein lange bestehender Raucherhusten plötzlich verändert
- Bronchitis oder Erkältung, die nicht abklingt, auch nicht unter Antibiotika
- Atemnot, Kurzatmigkeit, Probleme beim Luftholen
- Schmerzen in der Brust
- Bluthusten (blutiger Auswurf)
- zunehmende Kraftlosigkeit, Schwäche, Müdigkeit
- starker ungewollter Gewichtsverlust
- Fieber
- Knochenschmerzen
- Trommelschlegelfinger (Verdickung der Fingerspitzen)
- Lähmungen
Diese Beschwerden können von Lungenkrebs stammen, aber auch Folge anderer, oft harmloserer Erkrankungen sein, etwa einer chronischen Bronchitis. Was tatsächlich dahintersteckt, kann nur eine ärztliche Untersuchung klären. Die Angst vor einer Krebsdiagnose sollte niemanden davon abhalten [3].
Bei Lungenkrebs ist eine frühe Diagnose entscheidend, denn die Überlebensaussichten hängen stark vom Stadium ab. Insgesamt ist die Prognose ernst: Fünf Jahre nach der Diagnose liegt die relative Überlebensrate bei rund 25 Prozent für Frauen und 19 Prozent für Männer. Den Arztbesuch sollten Sie daher nicht aufschieben [1].
Neu: Früherkennung für starke Raucherinnen und Raucher
Seit April 2026 übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen für Menschen mit besonders hohem Risiko eine Früherkennungsuntersuchung: eine Niedrigdosis-Computertomographie (Niedrigdosis-CT) der Lunge alle zwölf Monate. Anspruch haben aktive und ehemalige starke Raucherinnen und Raucher zwischen 50 und 75 Jahren, die mindestens 25 Jahre lang geraucht und mindestens 15 Packungsjahre angesammelt haben [5].
Ehemalige Raucherinnen und Raucher sind nur teilnahmeberechtigt, wenn ihr Rauchstopp weniger als zehn Jahre zurückliegt. Die Untersuchung richtet sich an Menschen ohne Beschwerden; wer Symptome hat, lässt diese direkt abklären. Vorab bespricht etwa die Hausarztpraxis Nutzen und Risiken wie Fehlalarme und Überdiagnosen. Weil die beteiligten Ärztinnen und Ärzte besondere Qualifikationen brauchen, steht das Angebot womöglich noch nicht überall zur Verfügung [3].
Welche Beschwerden treten auf, wenn der Lungenkrebs fortgeschritten ist?
Da Lungenkrebs im Frühstadium meist keine Beschwerden verursacht, sind die ersten erkennbaren Anzeichen oft bereits Symptome einer fortgeschrittenen Erkrankung. Hat sich der Tumor über die Lunge hinaus ausgebreitet, können Tochtergeschwülste (Metastasen) eigene Symptome verursachen. Bei nicht wenigen Betroffenen sind diese sogar der erste Hinweis auf die Erkrankung [3].
Lungenkrebs streut häufig ins Gehirn, in die Knochen, die Leber oder die Nebennieren. Knochenmetastasen verursachen oft Schmerzen, die zunächst etwa für Arthrose gehalten werden. Metastasen in der Leber führen häufig zu Gewichtsverlust, Schwäche und Müdigkeit. Metastasen im Gehirn können neurologische Symptome hervorrufen, zum Beispiel Lähmungen, Kopfschmerzen, Verwirrtheit, Krampfanfälle oder Wesensveränderungen [2].
Welche Symptome verursachen die unterschiedlichen Arten von Lungenkrebs?
Fachleute teilen Lungenkrebs anhand der Zellgröße sowie des Aussehens und der Eigenschaften der Tumorzellen in zwei große Gruppen ein [2]:
- kleinzelliger Lungenkrebs (SCLC)
- nicht-kleinzelliger Lungenkrebs (NSCLC)
Der nicht-kleinzellige Lungenkrebs ist deutlich häufiger; zu ihm gehören vor allem Adenokarzinome (44 Prozent aller Fälle) und Plattenepithelkarzinome (rund 21 Prozent). Auf den kleinzelligen Lungenkrebs entfallen etwa 15 Prozent. Er bildet früh Metastasen und hat die schlechteste Prognose [1].
Beide Formen verursachen ganz ähnliche Beschwerden. Bei manchen Betroffenen steht jedoch ein sogenanntes paraneoplastisches Syndrom am Anfang. Es tritt bei etwa einem von zehn Menschen mit Lungenkrebs auf – beim kleinzelligen Lungenkrebs deutlich häufiger als beim nicht-kleinzelligen [3].
Paraneoplastische Beschwerden entstehen weder direkt durch den Tumor in der Lunge noch durch Metastasen. Vermutlich lösen sie Hormone oder hormonähnliche Stoffe aus, die der Tumor freisetzt, oder eine Immunreaktion des Körpers gegen den Tumor. Mögliche Symptome sind Blutarmut, zu viel Kalzium im Blut (Hyperkalzämie), Blutgerinnungsstörungen, Trommelschlegelfinger, Gewichtsverlust, neurologische Beschwerden und Hautveränderungen [3].
Wohin sollten Sie sich bei Beschwerden wenden?
Sie haben Beschwerden, die Sie beunruhigen? Dann ist Ihre Hausarztpraxis die erste Anlaufstelle. Dort wird anhand erster Untersuchungen beurteilt, ob weitere Tests nötig sind – oder ob eine gutartige Erkrankung die wahrscheinlichere Erklärung ist. Findet sich ein harmloser Grund, können Sie beruhigt sein [4].
Erhärtet sich der Verdacht auf eine bösartige Erkrankung, überweist Ihre Hausärztin oder Ihr Hausarzt Sie an eine Fachpraxis oder Klinik für Lungenheilkunde. Dort folgen Untersuchungen wie Computertomographie, Lungenspiegelung (Bronchoskopie) und Röntgen [2].
Gut zu wissen: Je früher ein Lungenkarzinom entdeckt wird, desto besser sind die Chancen auf eine erfolgreiche Behandlung. Auch wenn der Gedanke an eine Krebsdiagnose Angst macht: Wenn Sie Symptome bemerken, vereinbaren Sie zeitnah einen Arzttermin [2].