Tabuthema Analgesundheit
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Analkrebs: Warum die letzten 3 Zentimeter zählen

Kaum bekannt und oft tabuisiert: Warum Scham bei Beschwerden rund um den Po zum Problem werden kann und wie wir mit mehr Offenheit und Aufklärung unsere Gesundheit schützen

Von Redaktion 23.09.2026 · 10:51 Uhr
Eine Frau macht das OK-Zeichen mit der Hand. | © Getty Images
Selbstfürsorge bedeutet auch, auf die eigene Po-Gesundheit zu achten. Copyright: Getty Images

Tabuzone Po: Die blinde Stelle unserer Gesundheit

Wenn es um die eigene Gesundheit geht, sind Achtsamkeit, Vorsorge und Körperwissen heute feste Bestandteile moderner Selbstfürsorge. Wir achten auf eine ausgewogene Ernährung, treiben Sport und gehen ganz selbstverständlich zur Haut- und Zahnkontrolle. Doch ein Bereich unseres Körpers bleibt bei der Selbstbeobachtung und in Gesprächen noch immer eine schambehaftete Tabuzone: die Analregion. Das führt dazu, dass selbst ernste Erkrankungen kaum Beachtung finden. Eine repräsentative YouGov-Erhebung zeigt das deutlich: Rund 70 Prozent der Befragten gaben an, noch nie von Analkrebs gehört zu haben.*

Dabei wurden in den vergangenen Jahren in Deutschland steigende Fallzahlen beobachtet. Jährlich erhalten über 2.000 Deutsche die Diagnose Analkrebs – Frauen dabei etwas häufiger als Männer. [1] Dass dennoch kaum jemand darüber Bescheid weiß, liegt selten an mangelndem Interesse. Es ist vielmehr ein gesellschaftliches Tabu, das den offenen Austausch über diese Körperregion hemmt. Wer mögliche Warnzeichen kennt und Veränderungen ärztlich abklären lässt, kann dazu beitragen, dass eine Erkrankung früher erkannt wird.

Analkrebs verstehen: Symptome, Früherkennung und Behandlung

Aus medizinischer Sicht bezeichnet Analkrebs einen Tumor des Analkanals oder des Analrands – also genau jenes kurzen Übergangsbereichs, der den Darm nach außen abschließt [2]. Grundsätzlich kann die Erkrankung jede Person treffen; meist tritt sie ab der zweiten Lebenshälfte auf [1]. Als wesentlicher Risikofaktor gilt eine anhaltende Infektion mit humanen Papillomviren (HPV), die oft unbemerkt verläuft. Daneben können auch ein geschwächtes Immunsystem sowie chronischer Nikotinkonsum das Entstehen bösartiger Gewebeveränderungen begünstigen. [1, 2, 3]

Das Tückische: Frühe Anzeichen wie Blut im Stuhl, Juckreiz oder Schmerzen beim Stuhlgang sind oft unspezifisch und ähneln harmloseren Beschwerden wie Hämorrhoiden [4]. Halten solche Missempfindungen über einen längeren Zeitraum an, sollte zeitnah eine fachärztliche Abklärung erfolgen. Wird Analkrebs früh erkannt, stehen verschiedene Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Welche Therapie im Einzelfall geeignet ist, hängt unter anderem vom Stadium der Erkrankung ab und sollte gemeinsam mit den behandelnden Ärztinnen und Ärzten besprochen werden. [4]

Das oft unterschätzte Tabu: Scham als Hürde zur Früherkennung

Warum zögern dennoch viele den Schritt in die Praxis hinaus? Neben der Angst vor einer ernsten Diagnose ist es vor allem ein tief sitzendes Schamgefühl. Über Beschwerden am Po spricht man ungern – weder im privaten Umfeld noch im vertraulichen Arztgespräch. Zudem empfinden viele die Vorstellung einer Untersuchung im Intimbereich als unangenehm. Das Aufschieben des Termins führt jedoch dazu, dass Veränderungen unnötig lange unbemerkt voranschreiten können. Aus falscher Zurückhaltung wird so ein vermeidbares Risiko für die eigene Gesundheit.

Eine proktologische Untersuchung ist für Fachärztinnen und Fachärzte absolute Routine und verläuft in der Regel schmerzfrei sowie vollkommen diskret. Es ist daher an der Zeit, den eigenen Körper ganzheitlich wahrzunehmen und auch jene Zonen ohne Scheu im Blick zu behalten, die zunächst Unbehagen auslösen. Wer Warnsignale ernst nimmt und bei anhaltenden Missempfindungen zeitnah Rat sucht, übernimmt aktive Verantwortung für das eigene Wohlbefinden – vom Scheitel bis zum Darmende.

Visual der Aufklärungskampagne „Die letzten 3 cm zählen“  Copyright: Incyte Biosciences | © Incyte Biosciences
Visual der Aufklärungskampagne „Die letzten 3 cm zählen“  Copyright: Incyte Biosciences

Aufklärungsoffensive: „Die letzten 3 cm zählen“

Genau hier setzt die Initiative „Die letzten 3 cm zählen“ an, die das biopharmazeutische Unternehmen Incyte gemeinsam mit der Patienten- und Fachkoalition ASAP (Anal Cancer Support and Advocacy Partners) ins Leben gerufen hat. Der Name bringt das Anliegen auf den Punkt: Er rückt die oft vergessenen letzten Zentimeter des Darms in den Fokus. Die Kampagne will Menschen dazu ermutigen, Berührungsängste abzubauen und ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass Prävention und Früherkennung am Ende des Verdauungstrakts genauso selbstverständlich sein sollten wie bei jedem anderen Organ.

Wie Martina Gernet, Director Public Affairs bei Incyte Biosciences Germany, betont: „Wir sprechen heute selbstverständlich über viele Bereiche der Gesundheitsvorsorge. Bei der Analgesundheit gibt es dagegen noch immer große Berührungsängste. Genau das möchten wir ändern: Beschwerden am Po sollten genauso selbstverständlich angesprochen werden können wie Beschwerden an jedem anderen Teil des Körpers.“ Mit verständlichen Informationen und barrierefreien Angeboten baut die Initiative Hürden ab, stärkt Betroffene sowie Angehörige und schafft Raum für einen vorurteilsfreien Dialog auf Augenhöhe.

Unterhaltsam, ehrlich, fundiert: Der Podcast „Status PO“

Ein zentrales Herzstück der Aufklärungskampagne ist das Audio-Format „Status PO: Darm- und Analgesundheit ohne Tabus“. In diesem Podcast brechen Moderator Marco J. Alber und der Proktologe Dr. med. Florian Frank mit allen Vorurteilen und Tabus. In lockerer Atmosphäre und mit medizinischer Einordnung widmen sich die beiden verschiedenen Themen rund um die Darm- und Analgesundheit – von der richtigen Hygiene über Hämorrhoiden und Krebsvorsorge bis hin zum Phänomen „Heimscheißer“.

Der Podcast zeigt eindrucksvoll, dass medizinische Aufklärung weder trocken noch peinlich sein muss. Hörerinnen und Hörer erhalten alltagsnahe Informationen, lernen die Anatomie ihres Körpers besser verstehen und erfahren, warum der Besuch in der proktologischen Praxis kein Grund zur Panik ist. „Status PO“ kann dazu beitragen, Berührungsängste abzubauen, beantwortet mutig all jene Fragen, die sich viele nicht laut auszusprechen trauen, und setzt damit ein starkes Zeichen für mehr Offenheit und Po-Gesundheit.

*Die Daten dieser Befragung wurden vom Marktforschungs- und Datenanalyseunternehmen YouGov im Rahmen einer beauftragten Online-Befragung erhoben. Zu diesem Zweck wurden im Zeitraum vom 12. bis 15. Dezember 2025 insgesamt 2.014 Mitglieder des YouGov Panels, einem Online-Access-Panel mit Personen, die sich vorab zur Teilnahme an Befragungen bereit erklärt haben,  befragt. Die Stichprobe wurde nach Alter, Geschlecht und Region quotiert und die Ergebnisse anschließend entsprechend gewichtet. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die Wohnbevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren.

Erstellungsdatum: 09/2026, Freigabe-Nr.: DE/AC/NP/26/0019

🎧 Reinhören & Tabus brechen: Der Podcast „Status Po“

Was passiert eigentlich wirklich beim Proktologen? Ab wann sollte man Blut im Stuhl ärztlich abklären lassen? Und wie schütze ich mich wirksam vor HPV-bedingten Krebserkrankungen?

Im Podcast Status PO: Darm- und Analgesundheit ohne Tabus sprechen Moderator Marco J. Alber und Facharzt Dr. med. Florian Frank Klartext über die wohl am meisten unterschätzte Region des Körpers. Humorvoll, unzensiert und wissenschaftlich fundiert.

👉 Jetzt die neuesten Folgen anhören und mehr über deine Po-Gesundheit erfahren – direkt auf Spotify, Apple Podcasts und überall, wo es Podcasts gibt!

  1. Zentrum für Krebsregisterdaten (ZfKD) im Robert Koch-Institut (RKI) & Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e.V. (GEKID): Krebs in Deutschland für 2019/2020. 14. Ausgabe, Berlin, 2023.
  2. ONKO-Internetportal / Deutsche Krebsgesellschaft (DKG): Analkrebs: Häufigkeit, Anatomie, Ursachen und Vorbeugung. Online abrufbar unter: onko-portal.de (abgerufen am 17. September 2026).
  3. Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ), Krebsinformationsdienst: Humane Papillomviren (HPV) als Krebs-Auslöser. Online abrufbar unter: krebsinformationsdienst.de (abgerufen am 17. September 2026).
  4. ONKO-Internetportal / Deutsche Krebsgesellschaft (DKG): Analkrebs: Symptome, Diagnose, Therapie, Nachsorge und Rehabilitation. Online abrufbar unter: onko-portal.de (abgerufen am 17. September 2026).

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