Sport und Krebs

Bewegung nach einer Krebsdiagnose kann die Prognose verbessern

Eine große Studie macht Mut: Wer sich nach einer Krebsdiagnose regelmäßig bewegt, könnte bessere Überlebenschancen haben. Dabei muss es nicht gleich ein intensives Sportprogramm sein. Schon vergleichsweise wenig Bewegung war bei mehreren Krebsarten mit einer höheren Wahrscheinlichkeit, zu überleben, verbunden.

Von Redaktion 06.08.2026 · 09:23 Uhr
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Nach einer Krebsdiagnose haben viele Menschen zunächst andere Sorgen als Sport und Bewegung. Behandlungen können anstrengend sein, Kraft und Ausdauer fehlen möglicherweise und nicht jeder Tag ist gleich. Umso ermutigender sind die Ergebnisse einer großen wissenschaftlichen Auswertung: Körperliche Aktivität nach der Diagnose könnte sich günstig auf die Prognose auswirken – auch bei Krebsarten, bei denen dieser Zusammenhang bisher weniger gut untersucht war.

Bewegung könnte das Überleben verbessern

Für die Analyse werteten Forschende die Daten von mehr als 17.000 Menschen aus sechs großen Langzeitstudien aus. Die Teilnehmenden waren an Blasen-, Gebärmutter-, Nieren-, Lungen-, Mundhöhlen-, Eierstock- oder Enddarmkrebs erkrankt.

Besonders deutlich war der Zusammenhang bei Blasen-, Gebärmutter-, Lungen- und Eierstockkrebs. Hier war bereits ein geringes Maß an moderater bis intensiver Bewegung nach der Diagnose mit besseren Überlebenschancen verbunden. Bei Mundhöhlen- und Enddarmkrebs zeigten sich günstigere Ergebnisse vor allem bei Menschen, die sich mehr bewegten.

Die Ergebnisse sprechen dafür, dass Bewegung nach einer Krebsdiagnose eine sinnvolle Rolle spielen kann. Dabei geht es nicht nur um klassischen Sport. Je nach persönlicher Situation können auch Spaziergänge, Radfahren oder andere Formen regelmäßiger Bewegung im Alltag Möglichkeiten sein, aktiv zu bleiben.

Auch ein späterer Einstieg kann sich lohnen

Eine besonders ermutigende Botschaft der Studie lautet: Sie müssen nicht schon vor Ihrer Erkrankung sportlich gewesen sein, um möglicherweise von Bewegung zu profitieren.

Bei Menschen mit Lungen- und Enddarmkrebs zeigte sich, dass auch diejenigen, die erst nach ihrer Diagnose aktiver wurden, bessere Überlebenschancen hatten als Menschen, die inaktiv blieben. Es kann sich also lohnen, auch nach der Diagnose mit Bewegung zu beginnen – immer so, wie es die eigene Situation und Belastbarkeit zulassen.

Bewegung an die eigene Situation anpassen

Wichtig ist dabei, dass Sie sich nicht unter Druck setzen. Nach einer Operation, Chemotherapie, Bestrahlung oder anderen Behandlungen kann schon ein kurzer Spaziergang eine Herausforderung sein. Bewegung sollte deshalb nicht als zusätzliche Aufgabe verstanden werden, die Sie unbedingt erfüllen müssen. Entscheidend ist, einen Weg zu finden, der zu Ihrem Körper, Ihrer Behandlung und Ihrem Alltag passt.

Ein kurzer Spaziergang, einige sanfte Übungen oder eine kleine Runde mit dem Fahrrad können mögliche erste Schritte sein. Was für Sie geeignet ist, hängt jedoch von Ihrer Erkrankung, der Behandlung und Ihrem aktuellen Gesundheitszustand ab.

Deshalb gilt nicht „je mehr, desto besser“. Vielmehr sollte die Bewegung zu Ihrer persönlichen Belastbarkeit passen. Wenn Sie unsicher sind, sprechen Sie mit Ihrem Behandlungsteam darüber, was für Sie sinnvoll und sicher ist. Onkolog, Hausärzt oder Physiotherapeut können dabei helfen, eine geeignete Form und Intensität zu finden.

Bewegung ersetzt keine Krebsbehandlung

Wichtig für die Einordnung: Die Studie zeigt einen Zusammenhang zwischen Bewegung und besseren Überlebenschancen. Sie kann jedoch nicht beweisen, dass Bewegung allein dafür verantwortlich ist. Bewegung ersetzt selbstverständlich auch keine Krebsbehandlung oder individuelle medizinische Beratung. Die Ergebnisse liefern aber weitere Hinweise darauf, dass körperliche Aktivität eine wertvolle Begleitung während der Behandlung und in der Nachsorge sein kann.

Auf DasKrebsportal.de finden Sie weitere hilfreiche Informationen zu diesem Thema. Passend dazu empfehlen wir den Ratgeber Bewegung bei Krebs: Wirkung und Chancen sowie den Beitrag Psychoonkologie bei Krebs. Denn körperliche Aktivität kann nicht nur dem Körper guttun, sondern auch das seelische Befinden stärken. 

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