Medikamente, die zur Behandlung von Typ-2-Diabetes und starkem Übergewicht eingesetzt werden, rücken zunehmend in den Fokus der Krebsforschung. Eine aktuelle Analyse deutet darauf hin, dass sogenannte GLP-1-Rezeptoragonisten (GLP-1-RA) bei bestimmten Krebsarten das Risiko für Metastasen senken könnten.
Untersucht wurden Daten von mehr als 22.000 Patientinnen und Patienten mit verschiedenen Tumorarten im Frühstadium. Dazu zählten unter anderem Brust-, Darm-, Lungen- und Leberkrebs. Die Forschenden verglichen Betroffene, die GLP-1-RA erhielten, mit einer Gruppe, die mit anderen Diabetesmedikamenten (DPP-4-Inhibitoren) behandelt wurde.
Hinweise auf geringeres Metastasierungsrisiko
Nach fünf Jahren zeigte sich bei mehrrern Krebsarten ein deutlicher Unterschied: Unter GLP-1-RA kam es seltener zu einem Fortschreiten in ein metastasiertes Stadium. Besonders ausgeprägt war dieser Effekt bei Lungen-, Brust-, Darm- und Leberkrebs. Auch bei anderen Tumorarten gab es Hinweise auf einen positiven Trend, diese Ergebnisse waren jedoch statistisch nicht eindeutig.
Wichtig für Patient:innen: Die Medikamente wurden gut vertragen, bislang unbekannte Nebenwirkungen sind nicht aufgetreten.
Noch kein Einsatz in der Krebstherapie
Trotz der vielversprechenden Ergebnisse betonen Fachleute, dass diese Medikamente derzeit nicht gezielt zur Krebsbehandlung eingesetzt werden sollten. Die bisherigen Erkenntnisse basieren auf Beobachtungsdaten. Um einen klaren Nutzen zu bestätigen, sind weitere klinische Studien notwendig.
Expert:innen weisen außerdem darauf hin, dass GLP-1-RA ursprünglich zur Gewichtsreduktion und Blutzuckerkontrolle entwickelt wurden. Ein möglicher Einfluss auf Krebsprozesse wird derzeit intensiv erforscht, ist aber noch nicht abschließend geklärt.
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