Von Bewegung profitieren

Sport bei fortgeschrittenem Krebs: Intervalltraining mobilisiert Immunzellen

Wenn Sie mit fortgeschrittenem Krebs leben, wirkt Sport während der Therapie vielleicht wie eine zusätzliche Belastung. Eine kleine Studie zeigt jedoch: Schon 20 Minuten angepasstes Intervalltraining können Immunzellen kurzfristig mobilisieren.

Von Redaktion 17.09.2026 · 13:45 Uhr
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Sport treiben, obwohl die Krebserkrankung fortgeschritten ist und Sie eine Chemotherapie erhalten? Vielleicht fragen Sie sich, ob Ihr Körper das überhaupt leisten kann. Eine Studie aus Essen liefert dazu ermutigende Hinweise: Selbst bei schwer erkrankten Patient reagierte das Immunsystem auf eine kurze, individuell angepasste Trainingseinheit.

An der Untersuchung nahmen 20 Patient:innen mit fortgeschrittener Krebserkrankung sowie 19 gesunde Personen teil. Auf einem Fahrradergometer absolvierten sie ein 20-minütiges hochintensives Intervalltraining, kurz HIIT. Die Intensität hatten Ärzt:innen an die persönliche Belastbarkeit angepasst. Vor dem Training, unmittelbar danach und nach einer Erholungsphase untersuchten die Forschenden das Blut.

Training mobilisiert wichtige Immunzellen

Direkt nach der Bewegung stieg die Zahl der natürlichen Killerzellen (NK-Zellen) bei Patient:innen im Durchschnitt um rund die Hälfte. NK-Zellen sind Teil der körpereigenen Immunabwehr und können veränderte Zellen wie Krebszellen erkennen.

Auch sogenannte zirkulierende angeborene lymphoide Zellen nahmen vorübergehend zu. Hier handelt es sich um Abwehrzellen des Immunsystems, die unter anderem im Blut vorkommen. Nach etwa einer Stunde näherten sich die Werte wieder dem Ausgangsniveau.

Je stärker die Herzfrequenz während des Trainings anstieg, desto ausgeprägter war die Mobilisierung der Immunzellen. Die Ergebnisse zeigen damit zunächst, dass der Körper auch bei einer fortgeschrittenen Krebserkrankung und während einer Chemotherapie auf gezielte körperliche Belastung reagieren kann. Ob die kurzfristig erhöhte Zahl an Immunzellen langfristig den Krankheitsverlauf, das Therapieansprechen oder das Überleben beeinflusst, ist noch offen.

Was bedeuten die Ergebnisse für Sie?

Wenn Sie während Ihrer Therapie aktiv sein möchten, besprechen Sie das mit Ihrem Behandlungsteam. Gerade bei fortgeschrittenem Krebs, bei Fatigue oder Schmerzen sollte intensiveres Training individuell geplant und möglichst professionell begleitet werden. Entscheidend ist nicht sportliche Leistung, sondern eine Bewegung, die zu Ihrer aktuellen Kraft und Ihrer persönlichen Situation passt.

Mehr darüber, was Bewegung während einer Krebserkrankung bewirken kann, erfahren Sie im Ratgeber Sport bei Krebs: Wie Bewegung Symptome lindern und das Überleben verlängern kann. Wenn Sie unter starker Erschöpfung leiden, finden Sie außerdem praktische Unterstützung im Ratgeber Fatigue bei Krebs – das können Sie tun. Weitere Informationen rund um das Thema Bewegung bei Krebs finden Sie unter: Aktiv leben mit Krebs

Kiehl F. et al.: „High-Intensity Interval Training Boosts Immune Cells in Advanced Cancer Patients and Healthy Controls: Implications for Cancer Care“, Cancer Medicine, 2026. https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/cam4.71977

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