Kapitel 13 – Arbeiten mit und nach Krebs
Was jetzt wichtig ist und was Du bitte nicht vorschnell tun solltest.
„Werd erst mal gesund. Um die Arbeit kümmerst Du Dich später.“ Ja. Ich weiß. Das ist ein Satz, den Du schon öfter gehört hast. Natürlich ist der nicht falsch und meistens ist er auch liebevoll gemeint. Fakt ist jedoch, dass uns die Gedanken an eine schnelle Rückkehr in den Job immer und immer wieder beschäftigen. Sie lassen sich nur schwer abwimmeln. Das sind die finanziellen Verpflichtungen wie die Miete, die Abzahlung von Krediten und sicher auch ein paar Versicherungen, die zu bezahlen sind. Die schnelle Rückkehr in den Job ist daher auch ein belastendes Thema. Das läuft meist parallel zum Wunsch nach Heilung.
Es beginnt mit der Frage: Was sage ich meinem Arbeitgeber – und was lieber nicht? Und dann natürlich auch: Wie lange bekomme ich Krankengeld? Was passiert, wenn das endet? Bin ich irgendwie geschützt? Und was mache ich, wenn ich merke: So wie vorher geht es erst einmal nicht mehr? Und so weiter und so fort. Ist das Gedankenkarussell erst einmal angeworfen, hört es gar nicht mehr auf.
Darum möchte ich Dir hier eine erste Orientierung geben, die auch ein wenig Ruhe reinbringen soll. Und keine Angst, das wird hier keine trockene Paragrafenschlacht, es geht um folgende Aspekte:
- Was steht wann an.
- Was darfst Du nicht vergessen.
- Wo bist Du wie geschützt.
- Was darfst Du auf keinen Fall vorschnell unterschreiben oder selbst veranlassen.
Für diesen Überblick fließen neben meinen eigenen Erfahrungen und meiner Recherche auch die Hinweise von Christina Wiebelitz-Spangenberg ein, Anwältin für Gesundes Arbeitsrecht. Wir haben dieses Thema bereits vor einiger Zeit in meinem Podcast Nellas Neuaufnahme intensiv besprochen, weil auch für mich so viele Fragen im Raum standen, die ich beantwortet haben wollte.
Warum ein Zeitstrahl so wichtig ist
Einer der – meiner Meinung nach – wichtigsten Tipps aus dem Gespräch mit Christina ist der mit dem Zeitstrahl. Der ist deshalb so wunderbar, weil er einfach zu erstellen ist und Dir darüber hinaus Sicherheit und Kontrolle gibt. Auch wenn Du nicht immer genau weißt, was wann war weißt Du wo es steht. Wenn etwas Neues hinzukommt, musst Du das nur ergänzen, aber nicht immer wieder alles neu überdenken.
In diesen ersten, alles umfassenden Zeitstrahl gehört hinein:
- Wann hat alles angefangen?
- Was waren Deine Symptome und seit wann?
- Wann warst Du besonders erschöpft? Welche Schmerzen und Einschränkungen hattest Du?
- Wie und wann kam es zur Diagnosestellung und wie lautet diese?
- Wann war welche Behandlung – Chemotherapie / Immuntherapie/ Bestrahlung?
- Wann waren Krankenhausaufenthalte und wie lange?
- Wenn Du Operationen hattest, wann waren diese?
- Wann war die AHB (Anschlussheilbehandlung) und wann eine Reha?
Warum das so hilfreich ist? Weil sich in dieser Phase mehrere Ebenen übereinanderschieben. Da ist die medizinisch-gesundheitliche Ebene, die Ebene, die für die Antragsstellungen wichtig ist (AHB/
REHA / Krankenversicherungen / Deutsche Rentenversicherung) und die arbeitsrechtliche Ebene. Während die Krankenkasse, die Rentenversicherung, der Arbeitgeber oder die Agentur für Arbeit jeweils nur auf ihren Ausschnitt schauen, erlebst Du das Ganze als einen einzigen großen Zusammenhang.
Ich sagte es ja bereits: Bei Dir laufen alle Fäden zusammen.
Warum sagt mir das denn niemand? Was Du nach einer Krebsdiagnose alles wissen musst.“ Neuauflage 09/2026 (Nella Rausch)
Erschienen: 2. September 2026
Formate: Paperback (In Kürze auch als E-Book erhältlich)
Umfang: 220 Seiten
Verlag: Selfpublishing (BOD – Books on Demand )
ISBN: ISBN-13: 9783696748777
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