Kapitel 06 – Jetzt wird es stationär
So kommst Du leichter durch den Klinikalltag
Was jetzt folgt, sind viele Informationen, meine „Insider-Tipps“ für Dich, die mir geholfen haben, die sehr eigene Welt im Krankenhaus zu verstehen und mich darin zurecht zu finden. Die wichtigsten Stationen und Aspekte im Schnelldurchlauf.
- Die Anmeldung
Alle Dokumente parat haben: Einweisungsschein, Krankenkassenkarte, Personalausweis und vor allem – man glaubt es kaum – vorher auf der Station nachfragen, ob sie auch tatsächlich für das vorgesehene Datum ein Bett für Dich haben. Es kommt nicht selten vor, dass sich Therapien bei den Mitpatienten länger hinziehen (Keime, Infekte oder andere Komplikationen sind die häufigsten Gründe dafür) als geplant und dann das „reservierte“ Bett doch nicht zur Verfügung steht.
Meine dringende Empfehlung lautet daher: Einen Tag vorher bei der Patientenmanagerin oder dem Patientenmanager (auf der Station) anrufen! Erst wenn hinter Deinem Namen auch eine Zimmernummer steht, kannst Du davon ausgehen, dass Du eingeplant bist und mit Sicherheit ein Zimmer hast. Ergo: Frage nach der Zimmernummer. Am besten rufst Du gegen 14 Uhr an. Dann sollte die Planung fix sein. - Das Aufnahmegespräch und die Anamnese
Das Aufnahmegespräch auf der Station ist ein formeller Akt und gehört zur Aufnahmeroutine. Meist wird es von den Pflegefachkräften oder der Patientenmanagerin durchgeführt. Dazu gehören die Voruntersuchungen inklusive Feststellung der Vitalwerte, Blutdruck und Puls messen, Gewicht ermitteln etc. und der Abgleich der persönlichen Daten.
Das wird jedes Mal aufs Neue wiederholt, weil die (Chemo-)Therapie meist in mehrere Zyklen aufgeteilt wird und jeder Zyklus mögliche Veränderungen – Blutdruck, Körpergewicht (meist Gewichtsverlust), Nebenwirkungen etc. – auslöst, die dokumentiert werden müssen, um eventuell gegenzusteuern. In der Regel sind es sechs bis acht an der Zahl. Jeder Zyklus ist anders und dauert auch unterschiedlich lange. Festgelegt wird das im sogenannten Behandlungsschema.
Auch wenn es Schema heißt und auf Standards beruht, wird es dennoch immer individuell angepasst.
Die Dauer des einzelnen Zyklus kann zwischen drei und acht Tagen variieren. Beim Aufnahmegespräch ist es wichtig, gleich zu Beginn auf private Besonderheiten hinzuweisen, also die häusliche Situation und natürlich Vorerkrankungen erwähnen, die auch noch mal in der ausführlichen Anamnese aufgegriffen werden.
Die Anamnese erfolgt durch eine Ärztin oder einen Arzt. Hier bitte nichts verschweigen und am besten vorher schon Notizen machen. Erinnere Dich, welche medizinischen Besonderheiten wissenswert sein könnten. Erwähne lieber mehr als zu wenig. Das geschulte Ohr ordnet das alles ein. Oft denken wir, dass bestimmte Fakten unwichtig sind, dem ist jedoch meist nicht so. Will sagen: Überlasse die Bewertung dem Experten. Je besser Dein Behandlerteam informiert ist, desto besser kann die Therapie abgestimmt werden.
Alle Daten fließen in Deiner Patientenakte zusammen. Schaue Dir alles genau an und korrigiere, wenn nötig. Je früher Du falsch verstandene Aussagen richtigstellst, umso besser. Meine Erfahrung ist, dass die Ärztinnen und Ärzte sehr dankbar sind, wenn Du einen Fehler entdeckst. Also traue Dich, darauf hinzuweisen. Denn diese Angaben bilden die Grundlage für alle Personen, die Dich künftig medizinisch betreuen.
Du darfst Dir Deine Akte jederzeit geben lassen und Einblick nehmen. Ich habe sie mir immer mal wieder abfotografiert oder Du lässt sie Dir von der Patientenmanagerin oder dem Patientenmanager eventuell auch gegen ein kleines Entgelt kopieren. Wenn nicht zu viel los ist und Du nett fragst, macht sie das sicher gerne. Auf die Rechte zu Deiner Patientenakte gehe ich weiter unten noch einmal ausführlich ein. - Das Miteinander im Krankenzimmer
Eine der wichtigsten Fragen im Laufe der Therapie ist eine, die selten thematisiert wird, nämlich die Folgende: Mit wem komme ich auf ein Zimmer? Daran schließen sich automatisch ganz viele andere Fragen an: Komme ich mit dieser Person klar? Zieht mich das Schicksal der anderen Person eventuell selbst herunter? Kann ich trösten, will ich getröstet werden?
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