Psychische Gesundheit

Suizidrisiko besonders in den ersten drei Monaten nach der Krebsdiagnose erhöht

Eine Studie aus Dänemark zeigt: Rund um die Krebsdiagnose ist das Risiko für Suizid und Suizidversuche erhöht. Das unterstreicht, wie wichtig frühe psychische Unterstützung für Patient:innen und Angehörige ist. Hier erfahren Sie auch, wo Sie Hilfe erhalten. 

Von Redaktion 28.08.2026 · 12:00 Uhr
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Eine große dänische Studie zeigt: In den Monaten nach einer Krebsdiagnose ist das Risiko für Suizid und Suizidversuche erhöht. Untersucht wurden mehr als 300.000 Krebspatient:innen und eine vergleichbare Kontrollgruppe ohne Krebs. Am höchsten war das Suizidrisiko im ersten Vierteljahr nach der Diagnose.

Die Forschenden fanden auch heraus, dass Suizidversuche noch bis zu zwei Jahre nach der Diagnose häufiger vorkamen als in der Vergleichsgruppe. Die Risiken unterschieden sich je nach Krebsart, Alter und Geschlecht. Besonders gefährdet waren ältere Männer. 

Warum frühe Unterstützung wichtig ist

Die Ergebnisse machen deutlich, dass eine Krebsdiagnose nicht nur körperlich, sondern auch seelisch stark belastet. Gerade direkt nach der Diagnose brauchen viele Menschen zusätzliche Orientierung, Gespräche und Sicherheit. Psychoonkologische Unterstützung kann helfen, Angst, Überforderung und depressive Symptome früh aufzufangen.

Für Patient:innen und Angehörige ist wichtig: Suizidgedanken sind ein medizinischer Notfall. Wenn Sie solche Gedanken bei sich oder einer nahestehenden Person bemerken, holen Sie sofort Hilfe. 

Hilfe bei Suizidgedanken

Wenn Sie daran denken, sich das Leben zu nehmen, suchen Sie bitte sofort Unterstützung — das ist ein wichtiger Schritt und kein Zeichen von Schwäche. Kostenlose, vertrauliche und rund um die Uhr erreichbare Hilfe bietet die TelefonSeelsorge unter den Nummern 0800 111 0 111, 0800 111 0 222 oder 116 123; Sie können dort auch per E‑Mail oder Chat Kontakt aufnehmen: https://online.telefonseelsorge.de. 

Für Kinder und Jugendliche gibt es die „Nummer gegen Kummer“ (montags bis samstags, 14–20 Uhr): landesweit über 116 111 oder die Hotline 0800 111 0 333. Junge Menschen können außerdem die Online‑Beratung von U25 nutzen: https://www.u25-deutschland.de sowie Jugendnotmail: https://www.jugendnotmail.de.

Es gibt zudem niedrigschwellige Angebote in weiteren Sprachen: So ist beispielsweise das muslimische Seelsorge‑Telefon „MuTeS“ rund um die Uhr unter 030 44 35 09 821 erreichbar.

Eine Übersicht weiterer Unterstützungsangebote und Anlaufstellen finden Sie bei der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention: https://www.suizidprophylaxe.de.

Wenn akute Gefahr besteht, rufen Sie bitte sofort den Notruf 112 an oder wenden Sie sich an die nächstgelegene Notaufnahme. Sprechen Sie auch Ihr Behandlungsteam, Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt an — Sie sind damit nicht allein.

Christiansen E, Hallas J, Stenager E, Reilev M: Incidence of suicide and suicide attempts following a diagnosis of cancer: A nationwide study using Danish registry data, Journal of Psychosomatic Research, 2025, DOI: 10.1016/j.jpsychores.2025.112326.

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