Nebenwirkungen verstehen

Nocebo-Effekt bei Krebs: Wie Erwartungen Nebenwirkungen beeinflussen

Vielleicht kennen Sie die Sorge vor Nebenwirkungen einer Krebstherapie. Solche Ängste sind nachvollziehbar. Gleichzeitig können Erwartungen beeinflussen, wie Beschwerden wahrgenommen werden. Eine einfühlsame Aufklärung gibt Ihnen mehr Sicherheit.

Von Redaktion 01.09.2026 · 10:11 Uhr
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Wenn eine Krebstherapie bevorsteht, gehen Ihnen möglicherweise viele Fragen durch den Kopf: Wie werde ich die Behandlung vertragen? Welche Nebenwirkungen kommen auf mich zu? Und wie stark werden sie sein? Diese Unsicherheit ist belastend.

Dabei können neben den Medikamenten selbst auch Erwartungen eine Rolle spielen. Fachleute sprechen vom Nocebo-Effekt, wenn die Erwartung von Nebenwirkungen dazu beiträgt, dass Beschwerden auftreten, stärker werden oder belastender empfunden werden.

Wichtig für Sie: Diese Beschwerden sind nicht eingebildet. Erwartungen können über Vorgänge im Nervensystem körperliche Reaktionen beeinflussen. Und Sie als Patientin oder als Patient sind nicht dafür verantwortlich, wenn Sie Nebenwirkungen spüren. Eine Krebstherapie kann reale körperliche Beschwerden verursachen – der Nocebo-Effekt ist nur einer von mehreren möglichen Einflüssen.

Sprechen Sie über Ihre Sorgen

Sie müssen Ängste vor einer Behandlung nicht für sich behalten. Erzählen Sie Ihrem Behandlungsteam, welche Nebenwirkungen Ihnen besonders Sorgen machen oder welche Erfahrungen Sie bereits gemacht haben. Fragen Sie nach, wenn Sie medizinische Begriffe oder Zahlen nicht verstehen.

Eine verständliche und ausgewogene Aufklärung hilft, um mögliche Risiken besser einzuordnen. Dabei sollte nicht nur über Nebenwirkungen gesprochen werden, sondern auch darüber, welchen Nutzen die Behandlung für Sie haben kann und was sich gegen mögliche Beschwerden tun lässt. Wenn Ängste und Sorgen Sie stark belasten, kann Ihnen auch eine psychoonkologische Beratung Unterstützung bieten.

Nehmen Sie Beschwerden immer ernst

Auch wenn Erwartungen Nebenwirkungen beeinflussen können, sollten Sie Beschwerden niemals einfach aushalten oder als Nocebo-Effekt abtun. Informieren Sie Ihr Behandlungsteam über neue, ungewöhnliche oder belastende Symptome. Häufig gibt es Möglichkeiten, Nebenwirkungen vorzubeugen oder sie zu lindern.

Fragen Sie am besten schon vor Therapiebeginn: Was kann ich selbst tun? Welche Beschwerden sollte ich sofort melden? Und an wen kann ich mich wenden, wenn es mir zwischen den Behandlungsterminen schlechter geht? Zu wissen, dass Sie Unterstützung bekommen, kann Ihnen zusätzliche Sicherheit geben.

Mehr zum sicheren Umgang mit Medikamenten erfahren Sie im Beitrag Krebstherapie und Zusatzpräparate: So vermeiden Sie riskante Wechselwirkungen.

Weitere Informationen rund um das Thema Nebenwirkungen bei Krebs finden Sie hier: DasKrebsportal.de

 

  • Benson S., Hartmann H., Peters L., Bingel U.: „Wenn Worte schaden: Der Nocebo-Effekt“, PflegeZeitschrift, 2026; 79: 24–27. 

  • Spotts E. K., Geers A. L.: „Interventions that inform patients about nocebo effects: A systematic review of the current evidence“, Annals of Behavioral Medicine, 2025; 59(1): kaaf067.

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