Vitamin B und Krebstherapien

Studie zeigt: Vitamin B kann Krebstherapien abschwächen

Neue Studienergebnisse legen nahe, dass Vitamin-B-Präparate Krebstherapien beeinflussen könnten. Der Grund: Sie schützen nicht nur gesunde, sondern möglicherweise auch Krebszellen.

Von Redaktion 15.07.2026 · 14:54 Uhr
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Viele Patientinnen und Patienten möchten ihren Körper während einer Krebstherapie bestmöglich unterstützen und greifen daher zu Vitaminpräparaten. Eine aktuelle Studie zeigt jedoch, dass insbesondere Vitamin-B-Supplemente dabei unerwartete Effekte haben können.

Im Mittelpunkt der Untersuchung stand die Frage, wie sich Vitamin B auf Krebszellen und deren Reaktion auf Therapien auswirkt. Vitamin B spielt eine wichtige Rolle im Zellstoffwechsel und unterstützt Prozesse wie Zellwachstum und Zellteilung. Genau hier liegt jedoch auch das Problem: Diese unterstützende Wirkung betrifft nicht nur gesunde Zellen, sondern kann auch Krebszellen zugutekommen.

Die Forschenden konnten zeigen, dass Vitamin B bestimmte Schutzmechanismen in Zellen aktiviert. Diese Mechanismen helfen normalerweise, Zellen vor Schäden zu bewahren. In der Krebstherapie ist jedoch oft genau das Gegenteil gewünscht: Behandlungen wie Chemotherapie oder Bestrahlung sollen Krebszellen gezielt schädigen oder zerstören. Wenn Vitamin B diese Zellen gleichzeitig schützt, kann die Therapie weniger wirksam sein.

Was bedeutet das konkret für Patient:innen?

In der Studie zeigte sich, dass Krebszellen unter dem Einfluss von Vitamin B widerstandsfähiger gegenüber therapeutischen Maßnahmen werden können. Das bedeutet nicht, dass jede Einnahme automatisch schädlich ist. Entscheidend sind unter anderem die Dosierung, die Art des Vitamins und die individuelle Behandlungssituation.

Wichtig ist: Die Ergebnisse stammen aus kontrollierten Untersuchungen, die zunächst grundlegende biologische Zusammenhänge zeigen. Ob und wie stark sich dieser Effekt im Alltag auswirkt, kann von Fall zu Fall unterschiedlich sein.

Warum ärztliche Rücksprache entscheidend ist

Die Studie macht deutlich, dass auch scheinbar harmlose Nahrungsergänzungsmittel Einfluss auf eine Krebstherapie haben können. Deshalb raten Fachleute dazu, Vitaminpräparate nicht eigenständig einzunehmen.

Wenn Sie überlegen, Vitamin B oder andere Nahrungsergänzungsmittel zu nutzen, sprechen Sie bitte mit Ihrem Behandlungsteam. Ärztinnen und Ärzte können einschätzen, ob eine Einnahme in Ihrer persönlichen Situation sinnvoll oder möglicherweise riskant ist.

Weitere Informationen rund um das Thema Ernährung bei Krebs finden Sie hier:

Nakazzi, F., Zarei, M., Lopes, M., Graor, H. J., Beegan, W. C., Gu, E., Rezaei, S., Lund, P. J., & Winter, J. M. (2026). Vitamin B3 derivatives support pancreatic cancer cell survival and chemotherapy resistance. Cancer Letters, 645, 218334. https://doi.org/10.1016/j.canlet.2026.218334 

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