Krebs & Organspende

Können Sie als Krebspatient:in Organe empfangen oder spenden?

Manche Krebspatient:innen fragen sich, ob sie im Notfall Spenderorgane empfangen können oder ob sie Organe spenden dürfen. Grundsätzlich gilt: Wessen Krebserkrankung schon länger zurückliegt und wer als geheilt gilt, der/die kann sowohl ein Spenderorgan erhalten als auch Organe spenden – in seltenen Fällen ist eine Organspende auch Teil der Krebstherapie.

Von Redaktion 11.05.2026 · 00:15 Uhr
Eine Hand hält einen Organspendeausweis | © AdobeStock_47061832
Copyright: AdobeStock_47061832

Die Diagnose Krebs wirft bei vielen Betroffenen grundsätzliche Fragen auf, mitunter auch zur Organspende: Darf ich im Notfall ein Spenderorgan bekommen? Und darf ich als Krebspatient:innen Organe spenden? Die Antwort lautet für beide Fragen: Ja, das ist prinzipiell möglich. Ob Sie als Empfänger:in oder Spender:in infrage kommen, entscheidet das Transplantationsteam jedoch individuell und nach strengen Richtlinien.

Wann können Sie als Krebspatient:in ein Spenderorgan bekommen?

Wenn Sie infolge einer schweren Krankheit eine Organspende benötigen, schließt eine frühere Krebserkrankung dies nicht aus. Wichtig ist jedoch, dass die Krebstherapie erfolgreich abgeschlossen wurde, die Erkrankung schon länger zurückliegt und Sie als geheilt gelten. Ausgeschlossen ist eine Organtransplantation jedoch in der Regel während einer aktiven Krebserkrankung. Nur in sehr seltenen Ausnahmefällen – wie etwa bei bestimmten Lebertumoren – wird eine Organtransplantation direkt in der Krebstherapie und bei einer aktiven Krebserkrankung eingesetzt. 

Die behandelnden Ärztinnen und Ärzte prüfen in allen Fällen sehr genau, ob das neue Organ und die lebenslang notwendigen Medikamente (Immunsuppressiva) sicher für Sie sind. 

Wann ist als Krebspatient:inn eine Organspende möglich?

Umgekehrt gilt auch: Liegt Ihre Krebserkrankung bereits längere Zeit zurück und gelten Sie als geheilt, ist das Risiko, Krebszellen zu übertragen, oft sehr gering. In diesem Fall können Sie nach ärztlicher Rücksprache potenziell Organspender:in werden. Wenn Sie jedoch an einer aktiven Krebserkrankung leiden, ist eine Spende meistens ausgeschlossen, um die empfangende Person zu schützen. Ein praktischer Tipp: Wenn Sie als ehemalige Krebspatientin oder ehemaliger Krebspatient Organe spenden möchten, können Sie Ihre frühere Krebsdiagnose einfach als Notiz auf Ihrem Organspendeausweis vermerken. Auch hier gilt wie fast immer: Lassen Sie sich im Zweifelsfall von Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin beraten.

Alle wichtigen und wissenswerten Informationen rund um verschiedenste Krebserkrankungen und das Leben sowie den Alltag mit Krebs finden Sie auf DasKrebsportal.de

Artikelempfehlungen

Training als Therapiebegleitung

Sport bei Krebs: Wie Bewegung Symptome lindern und das Überleben verlängern kann

Viele Krebspatient:innen fragen sich, ob Bewegung während oder nach der Therapie überhaupt gut tut. Neue Studien und Expert:innen-Beiträge vom Deutschen Krebskongress zeigen: Richtig angepasste Bewegungstherapie kann Fatigue, Schmerzen und Stimmung deutlich verbessern – und bei einigen […]

von Redaktion
Länger leben – besser leben

Langzeitüberleben nach Krebs: Wie sich therapiebedingte Spätfolgen vorbeugen lassen

Immer mehr Menschen leben viele Jahre mit oder nach Krebs. Gleichzeitig treten therapiebedingte Spätfolgen wie Nervenschäden, Schmerzen, Lymphödeme oder Gedächtnisprobleme häufiger in den Vordergrund. Fachleute berichten, wie sich solche Langzeitfolgen vorbeugen lassen – und welche neuen […]

von Redaktion
Ein Mann hat keinen Appetit. | © Danone-Nutricia
Alltag mit Krebs

Tipps bei Appetitlosigkeit

Während einer Krebstherapie vergeht Betroffenen oft buchstäblich der Appetit. Verständlich! Doch um bei Kräften zu bleiben, ist Essen in dieser Zeit besonders wichtig. Diese Tipps können helfen.

Anzeige