Kann heller Hautkrebs tödlich sein? Das fragen sich viele Patientinnen und Patienten. Gut zu wissen: Weißer Hautkrebs mit seinen beiden wesentlichen Erscheinungsformen, dem Basalzellkarzinom (Basaliom) und dem Plattenepithelzellkarzinom (auch Spinaliom oder Stachelzellkarzinom genannt) gehört zu den Krebsarten mit sehr guter Prognose. Er hat in frühen Stadien sehr guten Heilungschancen. Und in fortgeschrittenen Stadien stehen wirksame Therapien zur Verfügung. Dennoch gibt es – wenn auch sehr selten – tödliche Verläufe [1].
Wie viele Menschen an weißem Hautkrebs sterben
Basaliome und Spinaliome gehören zu den häufigsten, aber auch zu den nur langsam voranschreitenden Hautkrebsarten. Sie können bereits mehrere Monate oder auch Jahre lang allmählich gewachsen sein, bevor sie als Krebs erkannt werden. Und auch dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie bereits gestreut haben, in der Regel klein [1].
Je früher Ärzt:innen die Erkrankung erkennen, desto besser sind die Heilungschancen. Basalzellkarzinome haben dabei insgesamt die bessere Prognose und nur äußerst selten einen tödlichen Verlauf. Weniger als ein Prozent, sprich ein:e Patient:in pro 100 Menschen mit der Erkrankung, stirbt. Metastasen (abgesiedelte Tumoren) sind beim Basalzellkarzinom auch extrem selten. Die Metastasierungsrate liegt unter 0,1 Prozent. Das entspricht eine:r Patient:in pro 1.000 Erkrankungen [2].
Plattenepithelkarzinome sind meist heilbar. In größeren Studien liegen die Metastasierungsraten im Bereich von ein bis fünf Prozent (ein bis fünf Patient:innen pro 100 Erkrankungen) und krankheitsspezifische Todesfälle bei rund zwei bis drei Prozent (zwei bis drei Patient:innen pro 100 Erkrankungen) [3].
Wann weißer Hautkrebs tödlich ist
Ob es zu einem tödlichen Verlauf kommt, hängt von mehreren Faktoren ab [1] [2] [3]:
-
dem Zeitpunkt der Diagnose und des Therapiebeginns – je früher, umso besser die Chancen auf Heilung,
-
der vollständigen chirurgischen Entfernung des Tumors; dies ist sowohl beim Basaliom als auch beim Spinaliom die effektivste Therapie,
-
dem Zustand des Immunsystems – ein durch Krankheit oder Medikamente geschwächtes Immunsystem ist nicht nur ein Risikofaktor für das Entstehen von Basalzell- oder Plattenepithelzellkarzinomen, sondern auch für einen schwereren Verlauf,
-
dem Ort des Tumors – an einigen Stellen des Körpers lässt sich weißer Hautkrebs nur schwer entfernen. Außerdem gibt es für Spinaliome, die nahe an den Ohren oder im Bereich der Lippen wachsen sowie im Mund oder auf der Zunge, eine größere Wahrscheinlichkeit, dass sie streuen. Das gilt auch für Plattenepithelkarzinome, die nahe an Nerven oder auf älteren Narben entstehen,
-
der Größe des Tumors – Spinaliome, die größer als zwei Zentimeter im Durchmesser oder tiefer als zwei Millimeter ins Gewebe reichen, streuen mit höherer Wahrscheinlichkeit,
-
der genetischen Veranlagung – es gibt sehr seltene erbliche Gendefekte wie das Basalzellkarzinom-Syndrom, das Bazex-Dupré-Christol-Syndrom oder das Rombo-Syndrom, bei denen Betroffene neben verschiedenen anderen Symptomen bereits in jungen Jahren oft und viele Basaliome entwickeln.
Was bei voranschreitendem Hautkrebs im Körper passiert
Tödlich sind Basaliome oder Spinaliome in der Regel nur, wenn sie sich im Körper ausbreiten, also Metastasen bilden. Die Vielzahl an Krebsgeschwüren verursacht dann Schmerzen, sie zerstören oder beeinflussen Gewebe und Organe und stören deren Funktion. Bei einem äußerst seltenen, massiven Befall sterben Betroffene schließlich an einem Versagen verschiedener Organe und Körperfunktionen [1].
Da es aber auch bei bereits metastasiertem weißem Hautkrebs gute Behandlungsmöglichkeiten gibt, sind solche Todesfälle selten. Im Jahr 2024 starben in Deutschland 1.432 Menschen an nicht-melanotischem Hautkrebs. Beim metastasierten Spinaliom leben je nach Ausbreitung, Allgemeinzustand und Therapie ein Drittel bis ein Viertel aller Patient:innen mindestens fünf Jahre mit der Erkrankung [4].
Beschwerden bei weißem Hautkrebs
Basaliome und Spinaliome wachsen nur langsam. Sie verursachen anfangs oft keine Beschwerden. Werden sie aber im Lauf der Zeit größer, dringen sie in umliegendes Gewebe ein und können neben Schmerzen auch andere Symptome verursachen, wenn sie etwa auf Nerven, Blutgefäße oder Organe wie das Auge drücken [2] [3].
Späte Stadien von weißem Hautkrebs können durch ihre Symptome auch die Lebensqualität einschränken – nicht nur durch Schmerzen und den Effekt auf das umliegende Gewebe. Auch der psychische Einfluss ist wichtig, wenn etwa große Tumore im Gesicht oder an anderen gut sichtbaren Stellen das ästhetische Selbstempfinden stören [2] [3].
Weißer Hautkrebs: Die wichtigsten Behandlungsmöglichkeiten
Es gibt kaum einen Fall, bei dem Ärzt:innen einen weißen Hautkrebs für nicht mehr behandelbar erklären und nur noch palliativ die Schmerzen behandeln. Auch wenn der Krebs bereits gestreut hat, stehen zahlreiche Therapieoptionen zur Verfügung [2] [3]:
-
Chirurgie: Nach den Leitlinien werden Mediziner:innen zunächst versuchen, ein Basaliom oder Spinaliom vollständig mit einem Sicherheitsabstand zu entfernen. Hat der Krebs bereits gestreut, werden je nach Ausbreitung, Lage und Allgemeinzustand auch Lymphknoten oder einzelne Metastasen operiert. Bei weiter fortgeschrittener Erkrankung stehen systemische Therapien im Vordergrund. Dabei gelangen Medikamente über das Blut zu den Krebszellen.
-
Strahlentherapie: Ist das Entfernen nicht möglich, kommt bei Plattenepithelkarzinomen und Basaliomen die Strahlentherapie zum Einsatz.
-
Arzneimitteltherapie: Bei den äußerst seltenen Fällen, in denen ein Basalzellkarzinom metastasiert oder weit fortgeschritten ist, kommen auch Medikamente zum Einsatz. Zunächst werden meist sogenannte Hedgehog-Inhibitoren eingesetzt: Arzneimittel, die bestimmte Signalwege blockieren, welche das Tumorwachstum fördern. Schreitet die Erkrankung dennoch weiter fort oder werden die Medikamente nicht vertragen, kann eine Immuntherapie mit sogenannten Checkpoint-Inhibitoren wie Cemiplimab folgen. Diese Medikamente helfen dem Immunsystem, Krebszellen besser zu erkennen und anzugreifen.
Auch beim fortgeschrittenen oder metastasierten Plattenepithelkarzinom spielt die Immuntherapie heute eine zentrale Rolle. Sie wird häufig bereits als Erstbehandlung eingesetzt. Chemotherapien, also Medikamente, die schnell wachsende Zellen angreifen, oder zielgerichtete Therapien, die bestimmte Eigenschaften der Krebszellen blockieren, kommen dagegen eher ergänzend zum Einsatz.
Wie häufig weißer Hautkrebs wiederkommt
Nach weißem Hautkrebs ist das Risiko erhöht, später erneut diesen Krebs zu entwickeln, erhöht [2] [3]:
- Beim Basalzellkarzinom liegt die Rückfallrate nach einer vollständigen Operation bei etwa ein bis fünf Prozent innerhalb von fünf Jahren. Das entspricht ein bis fünf Rückfällen pro 100 Patient:innen. Nach einer speziellen Operationsmethode (Mohs-Chirurgie) sind die Werte noch niedriger.
- Beim Plattenepithelzellkarzinom sind Rückfälle etwas häufiger. Hier werden meist Raten von drei bis zehn Prozent (drei bis zehn Rückfälle pro 100 Patient:innen) innerhalb von fünf Jahren angegeben, abhängig von der Größe, der Lage und der Aggressivität des Tumors.
Trotzdem sind die Heilungschancen bei erneut auftretendem weißem Hautkrebs in der Regel sehr gut.