Behandlung von hautkrebs

Weißer Hautkrebs: Operation als Standard – welche Verfahren gibt es?

Bei weißem Hautkrebs (Basaliom und Plattenepithelkarzinom) empfehlen Ärzt:innen die Operation als Behandlungsmethode der ersten Wahl. Es gibt verschiedene Verfahren, die dabei eingesetzt werden können.

Von Kathrin Rothfischer 03.06.2026 · 09:03 Uhr
Detailaunahme einer Hand im blauen Latexhandschuh  | © AdobeStock-293448621
AdobeStock-293448621

Bei weißem Hautkrebs, zu dem sowohl das Plattenepithelkarzinom als auch das Basaliom gehören, ist die Operation die Standardtherapie. Oft kann der Krebs dadurch vollständig entfernt werden. Dabei beseitigen die Ärzt:innen nicht nur den Tumor selbst, sondern auch etwas von dem Gewebe, das ihn umgibt – sie resezieren den Tumor mit Sicherheitsabstand. So senken sie die Wahrscheinlichkeit, dass Krebszellen zurückbleiben und sich weiter im Körper ausbreiten [1][2]

Vor allem, wenn die Hautveränderungen früh entdeckt werden und klein sind, lassen sie sich in der Regel ohne Komplikationen entfernen. Bei größeren und tiefreichenden Tumoren muss man dagegen sehr viel Gewebe entfernen. Mitunter ist dann eine Hautübertragung nötig, um die Wunde wieder zu schließen. Nur in einigen Fällen, zum Beispiel wenn es der Allgemeinzustand der Patient:innen nicht zulässt oder wenn der Tumor an einer ungünstigen Stelle wächst, kommen andere Therapiemethoden zum Einsatz [1][2]

OP bei weißem Hautkrebs: Diese Verfahren gibt es

Es stehen verschiedene Methoden für die Entfernung von weißem Hautkrebs zur Verfügung. Welche davon zum Einsatz kommt, hängt von verschiedenen Faktoren ab, etwa wie groß der Tumor ist und wie tief er bereits in das darunterliegende Gewebe eingewachsen ist. Auch der Allgemeinzustand der Patient:innen spielt eine Rolle, wenn ein Basalzellkarzinom oder ein Plattenepithelkarzinom operiert wird [1][2]

Folgende Verfahren gibt es:

  • Bei einem Basaliom oder einem Plattenepithelkarzinom erfolgt die Operation oft durch Herausschneiden des Tumors.
  • In ausgewählten Fällen kann auch die Kältetherapie (Kryochirurgie) eingesetzt werden. Dabei wird das Tumorgewebe mit flüssigem Stickstoff behandelt, sodass die Krebszellen absterben. Die Methode kommt vor allem bei kleinen, oberflächlichen und risikoarmen Tumoren infrage, insbesondere wenn eine Operation nicht möglich oder nicht gewünscht ist. In empfindlichen Regionen wie den Augenlidern wird dagegen häufig eine chirurgische Entfernung mit histologischer Kontrolle bevorzugt.
  • Als Alternative kann bei kleinen, oberflächlichen und risikoarmen Basalzellkarzinomen eine Kürettage mit anschließender Elektrodesikkation durchgeführt werden. Für invasive Plattenepithelkarzinome wird dieses Verfahren dagegen nur eingeschränkt empfohlen.
  • Laserverfahren können bei bestimmten Patient:innen eingesetzt werden, spielen in der Praxis jedoch eine untergeordnete Rolle. Sie kommen vor allem bei oberflächlichen Hautveränderungen infrage und ersetzen die chirurgische Entfernung in der Regel nicht.

Große Basalzellkarzinome (Basaliome) entfernen: Mohs-Chirurgie

Zu den OP-Methoden gehört die mikroskopisch kontrollierte Chirurgie nach Mohs. Sie wird insbesondere bei Hochrisiko-Basalzellkarzinomen, wiederkehrenden Tumoren sowie bei Tumoren in funktionell oder kosmetisch besonders sensiblen Regionen wie Nase, Lippen, Ohren oder Augen eingesetzt. Ziel ist es, den Tumor vollständig zu entfernen und gleichzeitig möglichst viel gesundes Gewebe zu erhalten [1][2]

Während das entnommene Gewebe untersucht wird, warten die Patientinnen und Patienten in einem Behandlungs- oder Aufenthaltsbereich. Falls sich an den Schnitträndern noch Tumorzellen finden, wird gezielt weiteres Gewebe entfernt [1][2]

Wundverschluss: manchmal nicht so einfach

Wenn das gesamte Krebsgewebe beseitigt ist, muss die Wunde verschlossen werden. Ist der Defekt zu groß, um einfach die Ränder zusammenzunähen, muss die entfernte Haut ersetzt werden.
Dafür gibt es verschiedene Methoden [1][2]:

  • Hauttransplantat beziehungsweise einen Hautlappen verwenden,
  • Verbinden der offenen Wunde, um die Haut von selbst heilen zu lassen.

OP bei weißem Hautkrebs: Praktische Infos und Tipps

In der Regel erfolgt die Operation bei weißem Hautkrebs unter örtlicher Betäubung und ambulant, also ohne einen längeren Aufenthalt im Krankenhaus. Die Dauer des Eingriffs hängt unter anderem davon ab, wie groß und tiefreichend der Tumor ist und wie gut er sich vom gesunden Gewebe abgrenzen lässt. Auch wie aufwendig der anschließende Wundverschluss ist, spielt dafür eine Rolle [1][2]

Komplikationen wie Nachblutungen, Infektionen oder Wundheilungsstörungen sind bei einem Basaliom oder Plattenepithelkarzinom, das durch Operation entfernt wird, selten. Patient:innen können die Wundheilung unterstützen, indem sie einige Dinge beachten [1][2]

Bereits vor dem Eingriff kann es sinnvoll sein, das Rauchen einzuschränken oder ganz darauf zu verzichten. Ob blutverdünnende Medikamente vor der Operation pausiert werden müssen, sollte immer individuell mit den behandelnden Ärzt:innen abgestimmt werden [1][2]

Auf Saunabesuche sowie andere starke Wärmebelastungen sollte bis zur vollständigen Wundheilung verzichtet werden. Wie lange dies erforderlich ist, hängt von Größe und Lage der Wunde sowie vom individuellen Heilungsverlauf ab [1][2]

Nur in einigen Fällen, zum Beispiel wenn es der Allgemeinzustand der Patient:innen nicht zulässt oder wenn der Tumor an einer ungünstigen Stelle wächst, kommen andere Therapiemethoden zum Einsatz. Zu diesen Alternativen zählt insbesondere die Strahlentherapie. Sie kann bei Patientinnen und Patienten eingesetzt werden, für die eine Operation nicht infrage kommt, oder wenn nach einer Operation ein erhöhtes Rückfallrisiko besteht [1][2]

Bei fortgeschrittenem oder metastasiertem hellem Hautkrebs stehen inzwischen auch moderne medikamentöse Therapien zur Verfügung. Beim fortgeschrittenen Basalzellkarzinom können sogenannte Hedgehog-Inhibitoren eingesetzt werden. Für fortgeschrittene Plattenepithelkarzinome haben sich Immuntherapien mit PD-1-Inhibitoren als wirksame Behandlungsoption etabliert. Diese Verfahren kommen jedoch meist erst dann zum Einsatz, wenn eine vollständige operative Entfernung nicht möglich ist [1][2]

Zusammenfassung Beim weißen Hautkrebs setzen Ärzt:innen je nach Ausdehnung, Tiefe und Gesundheitszustand der Patient:innen verschiedene OP-Verfahren ein. Ziel ist, den Krebs vollständig zu entfernen. Ist die verbleibende Wunde zu groß, um die Hautränder miteinander zu vernähen, folgen Maßnahmen zur Wiederherstellung.

Artikelempfehlungen

Wann ist weißer Hautkrebs nicht mehr heilbar? | © AdobeStock-36389127
Fortgeschrittener Hautkrebs

Weißer Hautkrebs: Wie sieht die Therapie bei fortgeschrittenem Krebs aus?

Weißer Hautkrebs hat eine sehr gute Prognose. Plattenepithelkarzinome und Basalzellkarzinome streuen nur in sehr seltenen Fällen. Was aber, wenn doch? Wann ist der helle Hautkrebs tödlich, wann kommt er wieder und was ist, wenn er nicht behandelt wird?

von Volker Budinger
Ein Arzt im Patientengespräch | © AdobeStock-206953868
Behandlung von Hautkrebs

Weißer Hautkrebs: Wie gehe ich mit Nebenwirkungen der Therapie um?

Bei Ihnen haben Ärzt:innen weißen Hautkrebs diagnostiziert. Die Erkrankung gilt als gut zu therapieren, oft mit hervorragenden Prognosen. Allerdings sollten Sie – je nach Behandlung – mit unterschiedlichen Nebenwirkungen rechnen. Was kommt auf Sie zu, worauf sollten Sie sich einstellen?

von Susanne von Mach
Frau mit Sohn | © Danone
Während der Krebstherapie

Bericht: Mit medizinischer Trinknahrung Kraft und Energie gewinnen

Etwa die Hälfte aller Krebspatienten und -patientinnen verlieren im Laufe der Erkrankung an Körpergewicht. Dieser Bericht ist den echten Erfahrungen eines Krebspatienten nachempfunden.

Anzeige