Weißer oder heller Hautkrebs ist meist weit weniger aggressiv als schwarzer Hautkrebs. Dennoch raten Ärztinnen und Ärzte nach der Diagnose zur raschen Therapie. Im ersten Schritt wird der Tumor genauer untersucht, um Ausdehnung und mögliche Risiko zu bestimmen [1] [2].
Zwei wichtige Krebsformen
Die häufigste Form des weißen Hautkrebses ist das Basalzellkarzinom (Basaliom). Es wächst meist langsam und bleibt zunächst auf die betroffene Hautregion begrenzt. Wird es nicht behandelt, kann es jedoch in tiefer liegende Gewebe eindringen und dort Schäden verursachen. Metastasen treten nur äußerst selten auf [2].
Das Plattenepithelkarzinom (Spinaliom) ist seltener, wächst aber häufig schneller und kann benachbartes Gewebe stärker schädigen. In fortgeschrittenen Stadien besteht zudem die Möglichkeit, dass sich Tochtergeschwülste (Metastasen) bilden. Deshalb sollte die Behandlung nach der Diagnose möglichst zeitnah beginnen. Grundsätzlich gilt: Je früher weißer Hautkrebs erkannt und behandelt wird, desto besser sind die Heilungsaussichten [2].
Basaliome behandeln
Die Operation ist die Standardtherapie und gilt als wirksamste Behandlung des Basalzellkarzinoms. Der Eingriff erfolgt meist unter örtlicher Betäubung. Das entfernte Gewebe wird anschließend im Labor untersucht, um sicherzustellen, dass der Tumor vollständig entfernt wurde [3].
Bessere Erfolge mit der Mohs-Chirurgie
Eine spezielle Operationsmethode ist die Mohs-Chirurgie beziehungsweise mikrografisch kontrollierte Chirurgie. Dabei wird zunächst der sichtbare Tumor entfernt. Anschließend werden die Schnittränder schrittweise untersucht und gegebenenfalls weiteres Gewebe entnommen, bis keine Krebszellen mehr nachweisbar sind [3].
Der Vorteil dieser Methode besteht darin, dass möglichst viel gesundes Gewebe erhalten bleibt. Deshalb wird sie besonders häufig an kosmetisch oder funktionell wichtigen Körperstellen wie Augenlidern, Nase, Lippen oder Ohren eingesetzt [3].
Plan B: die Strahlentherapie
Nicht immer ist eine Operation möglich oder sinnvoll. Gründe können beispielsweise Vorerkrankungen, das hohe Alter der Betroffenen oder eine ungünstige Lage des Tumors sein [3].
In solchen Fällen stellt die Strahlentherapie eine wichtige Alternative. Sie kommt außerdem infrage, wenn nach einer Operation Tumorreste zurückgeblieben sind und eine weitere Operation nicht möglich oder nicht sinnvoll ist. Die Behandlung gilt insgesamt als gut verträglich, mögliche Nebenwirkungenhängen jedoch von der bestrahlten Körperregion und dem Umfang der Therapie ab [3].
Lokale Verfahren bei oberflächlichen Tumoren
Bei bestimmten oberflächlichen und risikoarmen Basalzellkarzinomen können auch lokale Behandlungsverfahren eingesetzt werden. Dazu zählt die Kryotherapie, bei der das Tumorgewebe mit flüssigem Stickstoff vereist wird. Sie eignet sich vor allem für kleine, oberflächliche Tumoren an Armen, Beinen oder am Rumpf. Auch Laserverfahren kommen in ausgewählten Fällen zum Einsatz [3].
Weitere Möglichkeiten sind die photodynamische Therapie (PDT), eine lokale Behandlung mit 5-Fluorouracil-haltigen Cremes oder eine Immuntherapie mit Imiquimod-Salbe. Diese Verfahren werden insbesondere bei oberflächlichen Basalzellkarzinomen angewendet oder wenn eine Operation nicht infrage kommt [3].
Plattenepithelkarzinome behandeln
Auch beim Plattenepithelkarzinom ist die vollständige operative Entfernung die Standardtherapie. Nach dem Eingriff wird das entnommene Gewebe untersucht, um zu überprüfen, ob der Tumor vollständig entfernt wurde [4].
Ist eine Operation aufgrund der Lage oder Größe des Tumors nicht möglich, kann ebenfalls eine Strahlentherapie eingesetzt werden [4].
Bei lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Plattenepithelkarzinomen erfolgt die Behandlung in der Regel interdisziplinär. Neben Operation und Bestrahlung können heute auch moderne Immuntherapien zum Einsatz kommen. Diese Medikamente unterstützen das körpereigene Immunsystem dabei, Krebszellen gezielt zu bekämpfen [4].
Gute Chancen auf Heilung
Das Ziel der Behandlung von weißem Hautkrebs ist in den meisten Fällen die vollständige Heilung. Werden Basalzellkarzinome oder Plattenepithelkarzinome früh erkannt, sind die Heilungsaussichten sehr gut [2].
Beim Basalzellkarzinom ist die Erkrankung nach vollständiger Entfernung häufig dauerhaft beseitigt. Menschen, die bereits einmal an einem Basalzellkarzinom erkrankt waren, haben jedoch ein erhöhtes Risiko, im weiteren Leben erneut ein Basalzellkarzinom an einer anderen Hautstelle zu entwickeln. Daher sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen wichtig [3].
Auch beim Plattenepithelkarzinom können kleine, früh erkannte Tumoren meist vollständig entfernt werden. Je früher die Diagnose erfolgt, desto besser sind die Heilungschancen [4].
Therapien ohne OP
Nicht immer ist ein chirurgischer Eingriff erforderlich. Bestimmte oberflächliche Basalzellkarzinome können sich durch eine topische Therapie, also eine lokale Behandlung mit Cremes oder Salben, zurückbilden [3].
Für das invasive Plattenepithelkarzinom gibt es eine solche Behandlungsmöglichkeit nicht. Anders verhält es sich bei der aktinischen Keratose, einer häufigen Vorstufe des Plattenepithelkarzinoms. Hier stehen verschiedene lokale Therapien zur Verfügung [4].
Dazu gehört unter anderem der Wirkstoff Tirbanibulin, der seit 2021 in Europa zur Behandlung aktinischer Keratosen zugelassen ist. Er wird als Salbe auf die betroffenen Hautbereiche aufgetragen und stellt eine weitere Behandlungsoption für ausgewählte Patientinnen und Patienten dar [4].