Unter weißem oder hellem Hautkrebs verstehen Ärzt:innen vor allem Basalzellkarzinome (oder auch Basaliome) und Plattenepithelkarzinome (auch Spinaliome oder Stachelzellkarzinome genannt). Beide bilden die häufigsten Formen von Hauttumoren [1].
Werden sie rechtzeitig erkannt, haben Patient:innen sehr gute Heilungschancen. Allerdings sind die Symptome vielfältig und erinnern an harmlose Veränderungen der Haut. Tatsächlich sind die meisten Läsionen der Haut harmlos. Erfahren Sie, welche Beschwerden und Symptome ein Basaliom oder ein Spinaliom verursachen und was Ärzt:innen dagegen tun können [1].
Diese Symptome treten bei weißem Hautkrebs auf
Zum Hintergrund: Das Basaliom ist die häufigere Form des weißen Hautkrebses. In Deutschland wird die jährliche Neuerkrankungsrate auf mindestens 200 Neuerkrankungen pro 100.000 Menschen geschätzt, mit steigender Tendenz durch Alterung und UV-Exposition. Die Rate ist wahrscheinlich höher, weil nicht jeder Fall erfasst wird [2].
Wichtig ist, dass es bei Basaliomen keine klar definierte Vorstufe wie beim Plattenepithelkarzinom gibt. Daher ist es ratsam, bei verdächtigen Veränderungen sofort Haus- oder Hautärzt:innen aufzusuchen. Auch wenn sich die überwiegende Zahl von Hautveränderungen als harmlos herausstellen, sollten Sie baldmöglichst medizinischen Rat einholen [2].
Wie Basalzellkarzinome aussehen
Ärzt:innen unterscheiden verschiedene Unterarten von Basalzellkarzinomen mit teils unterschiedlichen Symptomen. In der Regel zeigen sich die Tumore aber als gelb-rötliche, kleine, glänzende, feste und erhabene Wucherungen auf der Haut. Der Rand ist oft perlschnurartig von kleineren Knötchen besetzt [2].
Die Tumore wachsen meist langsam und sind gar nicht ohne Weiteres als eine Veränderung bemerkbar. Wenn das Basaliom eine Weile besteht, sind manchmal nach Monaten oder sogar Jahren an der Oberfläche erweiterte Blutgefäße sichtbar. Ärzt:innen sprechen von Teleangiektasien. In einem späteren Stadium wölbt sich die Mitte ein. Das bezeichnen Expert:innen als eingefallenes Geschwür [2].
Welche Beschwerden Basalzellkarzinome verursachen
Basalzellkarzinome können immer wieder bluten, verkrusten oder nässen. Oft verwechseln Betroffene das Basaliom deshalb mit einer kleinen Wunde. Allerdings verheilen diese nicht vollständig oder beginnen immer wieder zu bluten [2].
In seltenen Fällen berichten Patient:innen davon, dass die Stelle juckt. Jucken oder Juckreiz gilt allerdings nicht als ein typisches Symptom für weißen Hautkrebs. Unmittelbare Beschwerden durch ein Basaliom sind daher unterschiedlich [2].
Dicht an Nerven, Knochen oder etwa den Augen kann ein Basalzellkarzinom zu Beschwerden wie Schmerzen führen oder sogar zu Gewebezerstörungen, wenn es in die Tiefe wächst. Metastasen sind beim Basalzellkarzinom extrem selten, es wächst jedoch lokal destruierend und kann unbehandelt erheblichen Schaden verursachen [2].
Wie Plattenepithelkarzinome aussehen
Beim Plattenepithelkarzinom, der zweithäufigsten Hautkrebsart, gibt es eine Vorstufe, die sogenannte aktinische Keratose. Dabei handelt es sich um eine rötlich erscheinende feste Rauigkeit der Haut. Diese kann sich zu einem Plattenepithelkarzinom entwickeln, muss aber nicht. Das Risiko der Entartung ist insgesamt gering, steigt jedoch bei multiplen Läsionen oder immungeschwächten Patient:innen deutlich an. Mit welcher Wahrscheinlichkeit sich aus der Vorstufe ein Tumor entwickelt, lässt sich derzeit nicht genau sagen [3].
Spinaliom-Symptome sind dann knotige und feste Verhornungen. Sie sind unregelmäßig, dick und schuppig, manchmal von warzig erscheinender Oberfläche [3].
Welche Beschwerden Plattenepithelkarzinome verursachen
Oft erscheint das Stachelzellkarzinom als eine schorfige verkrustete Wunde, die empfindlich ist und etwa beim Versuch, sie zu öffnen, leicht blutet. Ebenso wie beim Basaliom berichten Betroffene gelegentlich von Juckreiz des Plattenepithelkarzinoms. Auch hier gilt das allerdings nicht als ein typisches Symptom [3].
Spinaliome können in tiefer liegendes Gewebe wachsen und dabei Schmerzen verursachen. Im Gegensatz zum Basalzellkarzinom besteht hier ein relevantes, wenn auch insgesamt eher geringes Risiko für Metastasen, insbesondere bei fortgeschrittenen Tumoren oder Risikokonstellationen. In seltenen Fällen bilden die Tumore Metastasen, die sich über die Lymphbahnen oder Blutgefäße ausbreiten und dann je nach Ort der Ansiedlung unterschiedliche Beschwerden hervorrufen [3].
Weißer Hautkrebs: Was Ärzt:innen gegen die Symptome tun
In der Regel werden Mediziner:innen bei der Therapie aller Arten von weißem Hautkrebs gemäß den Leitlinien versuchen, die Tumore vollständig zu entfernen. In den meisten Fällen geschieht dies mit chirurgischen Methoden unter örtlicher Betäubung. Bei bestimmten Lokalisationen oder Rezidiven kann auch eine mikroskopisch kontrollierte Chirurgie (Mohs-Chirurgie) zum Einsatz kommen [2] [3].
Mit regelmäßigen Nachsorgeuntersuchungen kontrollieren die Ärzt:innen dann, ob der Tumor zurückkehrt; wieder auftretende Tumore (Rezidive) werden frühzeitig entfernt [2] [3].
Nur in Fällen, bei denen ein unmittelbares Entfernen nicht möglich ist, kommen alternative Behandlungen wie Strahlentherapie, lokale Chemotherapien oder eine photodynamische Therapie zum Einsatz. Zusätzlich stehen bei fortgeschrittenem Basalzellkarzinom zielgerichtete Therapien und beim fortgeschrittenen Plattenepithelkarzinom Immuntherapien zur Verfügung. In der Regel sind die Heilungschancen bei rechtzeitigem Entdecken der Tumore sehr gut [2] [3].
Mit dem Entfernen der Tumore (und gegebenenfalls der Tochtergeschwülste) bekämpfen Ärzt:innen auch die Symptome. Bestehen größere Schmerzen, etwa durch Metastasen im Körper, können Ärzt:innen diese zusätzlich mit Schmerzmitteln behandeln [2] [3].
Selbst aktiv werden
Sie können aber auch selbst viel gegen die Beschwerden unternehmen. Grundsätzlich lässt sich mit einer gesunden Lebensweise, zu der etwa eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Bewegung gehören, eine Therapie gegen eine Hautkrebs-Erkrankung unterstützen – generell in Absprache mit den behandelnden Ärzt:innen. Spezielle Ernährungsformen oder Sport können eine ärztliche Therapie jedoch nicht ersetzen [4].
Wichtig ist zudem ein konsequenter UV-Schutz, um das Risiko für neue Hauttumoren zu reduzieren [2] [3].