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Leberkrebs: Diagnose, Behandlung und Heilungschancen im Überblick

Die Diagnose Leberkrebs wirft viele Fragen auf: Welche Form der Erkrankung habe ich? Welche Untersuchungen sind notwendig und welche Behandlung kommt infrage? Hier erfahren Sie, worauf es jetzt ankommt.

Von Redaktion 10.09.2026 · 13:19 Uhr
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Leberkrebs entsteht direkt in der Leber. Fachleute sprechen von einem primären Lebertumor. Dabei verändern sich Zellen der Leber oder der Gallengänge und vermehren sich unkontrolliert. Welche Krebsart vorliegt, ist wichtig, weil sich Untersuchungen und Behandlung unterscheiden können [1], [2].

Zwei wichtige Formen der Erkrankung

Zu den wichtigsten Krebsarten, die direkt in der Leber entstehen, gehören [1], [2]

  • Leberzellkrebs (hepatozelluläres Karzinom, HCC): Er entsteht aus Leberzellen und ist die häufigste Form von primärem Leberkrebs.
  • Intrahepatisches Cholangiokarzinom (iCCA): Dieser Krebs entsteht in den kleinen Gallengängen innerhalb der Leber und wird auch intrahepatischer Gallengangskrebs genannt.

HCC und iCCA sind unterschiedliche Erkrankungen. Deshalb ist die genaue Diagnose entscheidend für die weitere Behandlung [1].

Lebermetastasen haben einen anderen Ursprung

Lebermetastasen entstehen, wenn Krebszellen aus einem anderen Organ in die Leber gelangen – zum Beispiel bei Darmkrebs oder Brustkrebs. Sie sind deshalb kein Leberkrebs im eigentlichen Sinne.

Hat sich beispielsweise Darmkrebs ausgebreitet, handelt es sich weiterhin um Darmkrebs mit Lebermetastasen. Die Behandlung richtet sich daher nach der ursprünglichen Krebserkrankung [2].

Leberkrebs: Was das Erkrankungsrisiko erhöhen kann

Leberzellkrebs entsteht häufig in einer Leber, die über viele Jahre geschädigt wurde. Dauerhafte Entzündungen können das Lebergewebe vernarben lassen. Bei einer ausgeprägten Vernarbung sprechen Ärzt:innen von einer Leberzirrhose. Sie erhöht das Risiko für Leberzellkrebs deutlich [2].

Mögliche Risikofaktoren sind:

  • chronische Hepatitis B oder C (eine Virusinfektion)
  • langjährig hoher Alkoholkonsum
  • eine fortgeschrittene Fettlebererkrankung
  • starkes Übergewicht
  • Typ-2-Diabetes
  • seltene Stoffwechselerkrankungen wie Hämochromatose oder Morbus Wilson
  • Rauchen, besonders bei einer bereits geschädigten Leber.

Ein Risikofaktor bedeutet nicht automatisch, dass Sie an Leberkrebs erkranken. Umgekehrt lassen sich auch nicht alle Erkrankungsfälle auf bekannte Risikofaktoren zurückführen [1], [2].

Wenn bei Ihnen eine chronische Lebererkrankung bekannt ist, können regelmäßige Untersuchungen helfen, verdächtige Veränderungen früh zu erkennen. Besonders bei einer Leberzirrhose sind regelmäßige Früherkennungskontrollen wichtig [1], [2].

Leberkrebs bleibt anfangs oft unbemerkt

Leberkrebs verursacht zu Beginn häufig keine Beschwerden. Symptome treten manchmal erst auf, wenn der Tumor größer geworden ist oder die Leber nicht mehr ausreichend arbeitet [2].

Mögliche Beschwerden sind [2]

  • Müdigkeit, Schwäche oder nachlassende Leistungsfähigkeit,
  • weniger Appetit und ungewollter Gewichtsverlust,
  • Druck oder Schmerzen im rechten Oberbauch,
  • gelbliche Haut oder Augen (Gelbsucht),
  • ein größer werdender Bauch durch Flüssigkeit im Bauchraum, sogenanntes Bauchwasser.

Diese Beschwerden können viele andere Ursachen haben. Sie bedeuten nicht automatisch, dass Sie an Krebs erkrankt sind. Treten die Symptome neu auf, halten sie länger an oder werden sie stärker, lassen Sie sie ärztlich abklären. Das gilt besonders, wenn bei Ihnen bereits eine Lebererkrankung bekannt ist  [1], [2].

Schritt für Schritt zur Diagnose

Bei einem Verdacht fragen Ärzt:innen zunächst nach Ihren Beschwerden, nach Ihrer Krankengeschichte und untersuchen Sie körperlich. Meist folgen Blutuntersuchungen und ein Ultraschall der Leber  [1], [2].

Für eine genauere Abklärung sind häufig Untersuchungen mit Kontrastmittel nötig. Vor allem eine Magnetresonanztomografie (MRT) oder Computertomografie (CT) kann zeigen, wo der Tumor liegt und wie er sich im Vergleich zum gesunden Lebergewebe verhält. Die Untersuchungen sind nicht schmerzhaft [1], [2].

Ist der Befund nicht eindeutig, kann eine Biopsie nötig sein. Dabei entnehmen Ärzt:innen eine kleine Gewebeprobe und lassen sie im Labor untersuchen  [1], [2].

Auch der Blutwert Alpha-Fetoprotein (AFP) kann eine Rolle spielen, zum Beispiel bei der Verlaufskontrolle eines bekannten HCC. Allein kann dieser Wert Leberkrebs jedoch weder sicher bestätigen noch ausschließen [2].

Tumor und Leber gemeinsam betrachten

Nach der Diagnose prüft Ihr Behandlungsteam, wie groß der Tumor ist, wie viele Tumorherde vorhanden sind und ob sich der Krebs außerhalb der Leber ausgebreitet hat. Ebenso wichtig ist die Frage, wie gut Ihre Leber noch arbeitet [1], [2].

Für die Entscheidung, welche Therapie ideal ist, spielen folgende Punkte eine Rolle [1], [2]:

  • Art, Größe, Anzahl und Lage der Tumoren,
  • Ausbreitung der Erkrankung,
  • Leberfunktion und eine mögliche Leberzirrhose,
  • Ihr allgemeiner Gesundheitszustand und weitere Erkrankungen,
  • Ihre persönlichen Wünsche und Behandlungsziele.

Wann eine Behandlung mit Aussicht auf Heilung möglich ist

Wird Leberkrebs früh entdeckt, kann eine Behandlung mit dem Ziel der Heilung möglich sein. Welche Therapie geeignet ist, hängt von Ihren persönlichen Befunden ab. Diese Optionen gibt es [1], [2]

  • Operation: Der Tumor und ein Teil der Leber werden entfernt.
  • Lebertransplantation: Unter bestimmten Voraussetzungen wird die erkrankte Leber durch eine Spenderleber ersetzt.
  • Örtliche Tumorbehandlung: Vor allem kleinere Tumoren können gezielt zerstört werden. Fachleute nennen dieses Verfahren Ablation.

Ob eine dieser Behandlungen für Sie infrage kommt, hängt nicht allein vom Tumor ab. Auch die Funktion Ihrer Leber und Ihr allgemeiner Gesundheitszustand sind entscheidend.

Den Krebs bremsen und Beschwerden lindern

Ist eine Heilung nicht möglich, gibt es weitere Behandlungsmöglichkeiten. Sie können das Wachstum des Krebses bremsen, Beschwerden lindern und dabei helfen, Ihre Lebensqualität möglichst lange zu erhalten [1], [2]

Bei der transarteriellen Chemoembolisation (TACE) wird die Blutversorgung eines Tumors eingeschränkt und gleichzeitig ein Krebsmedikament eingebracht. Für ausgewählte Patient kann auch die Gabe radioaktiver Präparate (Radioembolisation, TARE/SIRT) infrage kommen. Dabei gelangt Strahlung über die Blutgefäße gezielt zum Tumor. In bestimmten Situationen ist eine Bestrahlung von außen ebenfalls möglich [1], [2].

Auch Medikamente können eingesetzt werden. Beim HCC gehören dazu je nach Situation Immuntherapien und zielgerichtet wirkende Medikamente. Welche Behandlung für Sie geeignet ist, hängt unter anderem von Ihrer Leberfunktion, weiteren Erkrankungen und möglichen Nebenwirkungen ab [1], [2].

Ebenso wichtig ist es, belastende Beschwerden zu behandeln. Schmerzen, Übelkeit, Verdauungsprobleme oder Bauchwasser lassen sich häufig lindern. Sprechen Sie neue oder belastende Beschwerden deshalb früh bei Ihrem Behandlungsteam an [1], [2].

Was Ihre Heilungschancen beeinflusst

Wie die Erkrankung verläuft, lässt sich nicht pauschal vorhersagen. Entscheidend sind unter anderem die Art des Leberkrebses, seine Ausbreitung und die Funktion der Leber. Wird der Krebs früh erkannt, kann eine Heilung möglich sein. Bei einer fortgeschrittenen Erkrankung steht häufig im Mittelpunkt, den Krebs möglichst lange zu kontrollieren und Beschwerden zu lindern. Neben den medizinischen Möglichkeiten zählen dabei immer auch Ihre persönlichen Wünsche und Ziele [1], [2].

Auch nach der Behandlung bleibt Ihre Leber im Blick der Ärzt:innen

Nach einer Behandlung mit dem Ziel der Heilung sind regelmäßige Kontrollen wichtig. Sie helfen, einen möglichen Rückfall früh zu erkennen und Folgen der Erkrankung oder Therapie rechtzeitig zu behandeln. Hier kommen häufig Untersuchungen wie MRT oder CT zum Einsatz [1], [2].

Besteht weiterhin ein erhöhtes Risiko für Leberzellkrebs, etwa durch eine Leberzirrhose, sind langfristige Kontrollen notwendig. Bei einer Leberzirrhose empfehlen Expert:innen eine Ultraschalluntersuchung der Leber zusammen mit einer Bestimmung des Blutwerts AFP alle sechs Monate [1], [2].

Bei einer Behandlung, die nicht auf Heilung ausgerichtet ist, kontrolliert Ihr Behandlungsteam regelmäßig, wie die Erkrankung auf die Therapie anspricht und ob die Behandlung angepasst werden sollte [1], [2].

Zusammenfassung Leberkrebs entsteht direkt in der Leber, meist als Leberzellkrebs (HCC), und verursacht anfangs oft keine Beschwerden. Lebermetastasen stammen dagegen von Krebs in anderen Organen. Früh erkannt, kann Leberkrebs heilbar sein. Die Behandlung richtet sich nach Erkrankung, Leberfunktion und persönlicher Situation. Auch im fortgeschrittenen Stadium können Therapien das Tumorwachstum bremsen und Beschwerden lindern.

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