Gut informiert bei Nebenwirkungen

Leberkrebs-Therapie: Beschwerden erkennen und lindern

Eine Behandlung gegen Leberkrebs kann Beschwerden verursachen und den Alltag belasten. Viele Nebenwirkungen lassen sich jedoch gut behandeln – besonders, wenn sie früh erkannt werden. Erfahren Sie, worauf Sie während der Therapie achten können und wann Sie ärztliche Hilfe brauchen.

Von Redaktion 10.09.2026 · 13:41 Uhr
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Welche Nebenwirkungen während einer Therapie auftreten, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Dabei spielen unter anderem die Art der Behandlung, Ihr allgemeiner Gesundheitszustand und die Funktion Ihrer Leber eine Rolle. Informieren Sie Ihr Behandlungsteam frühzeitig, wenn neue Beschwerden auftreten oder bestehende Beschwerden zunehmen. Viele Nebenwirkungen lassen sich gut lindern, wenn sie rechtzeitig erkannt und behandelt werden. [1] [2].

Warum die Leberfunktion bei Therapien so wichtig ist

Leberkrebs entsteht häufig in einer bereits geschädigten Leber, etwa bei einer Leberzirrhose. Beschwerden können daher verschiedene Ursachen haben: die Krebserkrankung selbst, die Behandlung oder eine nachlassende Leberfunktion. Regelmäßige Gespräche, Blutuntersuchungen und Kontrolltermine helfen dabei, Veränderungen früh zu erkennen [1] [2] [3].

Manche Beschwerden treten direkt nach einer Behandlung auf, andere erst später. Informieren Sie Ihre Ärztinnen und Ärzte deshalb auch über Beschwerden, die zunächst harmlos erscheinen [2], [3].

Von Operation bis TACE: mögliche Beschwerden

Nach einer Leberoperation können Schmerzen, Müdigkeit, Übelkeit oder eine geringere Belastbarkeit auftreten. Ärztinnen und Ärzte achten außerdem auf mögliche Komplikationen wie Blutungen, Infektionen oder Wundheilungsstörungen und kontrollieren die Leberfunktion [1] [3].

  • Bei häufig eingesetzten Ablationsverfahren wird Tumorgewebe gezielt durch Hitze zerstört. Danach sind vorübergehend Schmerzen, Fieber, Müdigkeit oder grippeähnliche Beschwerden möglich. Seltener kommt es zu Blutungen, Infektionen oder Verletzungen des umliegenden Gewebes [1] [2].
  • Bei einer TACE, der transarteriellen Chemoembolisation, führen Ärztinnen und Ärzte über einen Katheter Medikamente zu den Blutgefäßen, die den Tumor versorgen. Anschließend werden diese Gefäße gezielt verschlossen. Danach können Schmerzen im rechten Oberbauch, Fieber, Übelkeit, Erbrechen und Müdigkeit auftreten. Auch die Leberwerte können vorübergehend ansteigen. Medikamente gegen Schmerzen und Übelkeit können helfen [1] [3].

Zielgerichtete Medikamente: Haut und Blutdruck im Blick behalten

Zielgerichtete Medikamente beim Leberzellkrebs (HCC) werden oft als Tabletten eingenommen. Sie blockieren bestimmte Vorgänge, die Krebszellen für ihr Wachstum benötigen. Möglich sind unter anderem Durchfall, Übelkeit, weniger Appetit, Gewichtsverlust, Müdigkeit und Bluthochdruck. Auch Hautprobleme an Händen und Füßen sowie veränderte Leberwerte können auftreten. Bei einigen Medikamenten kann sich außerdem vermehrt Eiweiß im Urin finden. Je nach Wirkstoff kontrolliert Ihr Behandlungsteam deshalb regelmäßig Blutdruck, Blutwerte und Urin [2].

Werden Hände oder Füße rot oder empfindlich oder bilden sich Blasen, vermeiden Sie möglichst Druck und Reibung. Bequeme Schuhe und eine regelmäßige Hautpflege mit rückfettenden Cremes können helfen. Sprechen Sie frühzeitig mit Ihrem Behandlungsteam über solche Beschwerden. Bei Bedarf kann die Behandlung angepasst werden [2] [3].

Immuntherapien: Neue Beschwerden früh melden

Eine Immuntherapie hilft dem Immunsystem, Krebszellen besser zu erkennen und anzugreifen. Dabei kann sich die aktivierte Abwehr jedoch auch gegen gesundes Gewebe richten. Ärztinnen und Ärzte sprechen von immunvermittelten Nebenwirkungen [2].

Unter einer Immuntherapie können zum Beispiel Müdigkeit, Hautausschlag, Juckreiz, Durchfall, Übelkeit oder weniger Appetit auftreten. Immunvermittelte Reaktionen können außerdem Entzündungen verursachen, etwa an Darm, Leber, Lunge, Bauchspeicheldrüse, Haut oder hormonbildenden Organen [2].

Solche Reaktionen treten mitunter erst verzögert auf. Melden Sie neue Beschwerden deshalb frühzeitig. Je nach Art und Schwere der Nebenwirkung kann die Immuntherapie pausiert werden. Häufig kommen entzündungshemmende Medikamente wie Kortison zum Einsatz. Setzen Sie Ihre Krebsmedikamente niemals eigenständig ab [2] [3].

Bei diesen Warnzeichen ist schnelle Hilfe wichtig

Wenden Sie sich möglichst noch am selben Tag an Ihre onkologische Praxis, Ihre Klinik oder den Notdienst, wenn Beschwerden neu und ungewöhnlich, deutlich stärker oder rasch zunehmend sind. Bei akuter Atemnot, Bewusstseinsstörungen, starken Blutungen oder starken Brustschmerzen rufen Sie den Notruf 112 [2] [3].

Nehmen Sie insbesondere folgende Beschwerden ernst [1] [2] [3]:

  • Fieber, Schüttelfrost oder starkes Krankheitsgefühl
  • starken oder anhaltenden Durchfall oder wiederholtes Erbrechen
  • Probleme, ausreichend zu trinken
  • neue Atemnot, anhaltenden Husten oder Brustschmerzen
  • starke Bauchschmerzen oder einen rasch zunehmenden Bauchumfang
  • gelbe Haut oder Augen, sehr dunklen Urin oder auffallend hellen Stuhl
  • Verwirrtheit, starke Schläfrigkeit oder deutliche Wesensveränderungen
  • Blut im Stuhl, Bluterbrechen, schwarzen Stuhl oder andere ungewöhnliche Blutungen
  • einen starken, schmerzhaften oder großflächigen Hautausschlag

Gelbe Haut oder Augen, Flüssigkeit im Bauch – sogenanntes Bauchwasser – und Verwirrtheit können darauf hinweisen, dass die Leber schlechter arbeitet. Warten Sie bei solchen Veränderungen nicht ab, sondern wenden Sie sich an Ihr Behandlungsteam [2] [3].

Mehr Kraft für den Alltag

Viele Patientinnen und Patienten leiden auch an starker, anhaltender Erschöpfung (Fatigue). Anders als normale Müdigkeit bessert sie sich durch Schlaf und Erholung oft nicht ausreichend. Neben der Krebserkrankung und ihrer Behandlung können Schmerzen, Schlafprobleme, Blutarmut, eine unzureichende Ernährung oder seelische Belastungen dazu beitragen [1] [3].

Im Alltag helfen oft einige dieser Strategien:

  • Planen Sie anstrengende Aufgaben für Zeiten, in denen Sie mehr Energie haben.
  • Gönnen Sie sich Pausen, bleiben Sie aber – wenn medizinisch möglich – regelmäßig in Bewegung.
  • Lassen Sie behandelbare Ursachen wie Schmerzen, Schlafprobleme oder Blutarmut abklären.
  • Holen Sie sich psychoonkologische Unterstützung, wenn Sorgen oder Niedergeschlagenheit Sie belasten.

Bei Übelkeit oder wenig Appetit kann Ihr Behandlungsteam Medikamente verordnen. Oft sind mehrere kleine Mahlzeiten besser verträglich als wenige große. Verlieren Sie ungewollt Gewicht, kann eine Ernährungsberatung helfen, ausreichend Energie und Eiweiß aufzunehmen. Von strengen Diäten ohne medizinische Begleitung ist bei Gewichtsverlust meist abzuraten [1] [3].

Unterstützung gehört zur Behandlung

Eine gute Krebsbehandlung richtet sich nicht nur gegen den Tumor. Die supportive (unterstützende) Therapie soll Nebenwirkungen vorbeugen oder lindern und Ihre Lebensqualität erhalten. Dazu können je nach Bedarf Schmerztherapie, Medikamente gegen Übelkeit oder Durchfall, Ernährungsberatung, Bewegung und Physiotherapie sowie Hilfe bei Haut- oder Schlafproblemen gehören. Auch psychoonkologische und sozialrechtliche Beratung können entlasten [1] [3].

Auch Beschwerden durch eine eingeschränkte Leberfunktion, etwa Bauchwasser oder Juckreiz, können gezielt behandelt werden. Sprechen Sie belastende Symptome deshalb früh an – Sie müssen nicht warten, bis sie Ihren Alltag stark einschränken [1] [3].

Palliativmedizin kann früh entlasten

Palliativmedizin ist nicht erst für die letzte Lebensphase gedacht. Der Begriff bedeutet nicht, dass die Krebsbehandlung beendet wird. Sie kann die Tumortherapie ergänzen, Beschwerden lindern und Patientinnen und Patienten sowie Angehörige bei schwierigen Entscheidungen und im Alltag unterstützen. Bei weit fortgeschrittenem Leberkrebs ist eine palliative Versorgung deshalb frühzeitig sinnvoll [1] [3].

Zusammenfassung Welche Beschwerden während einer Leberkrebs-Therapie auftreten, hängt von der Art der Behandlung, von Ihrer Leberfunktion und Ihrer persönlichen Situation ab. Informieren Sie Ihre Ärztinnen und Ärzte frühzeitig über neue oder zunehmende Beschwerden. Warnzeichen wie Gelbsucht, Verwirrtheit, starke Bauchschmerzen, Atemnot oder Blutungen sollten rasch ärztlich abgeklärt werden.

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