Leberkrebs entwickelt sich meist nicht von heute auf morgen. Oft ist die Leber bereits über längere Zeit belastet oder erkrankt. Wiederkehrende Entzündungen und andere Schädigungen können das Gewebe verändern und das Risiko erhöhen, dass sich Krebs entwickelt [1] [3].
Leberkrebs: Es gibt Unterschiede
Zum Hintergrund: Wenn von Leberkrebs die Rede ist, geht es vor allem um Leberzellkrebs. Fachleute nennen ihn hepatozelluläres Karzinom, kurz HCC. Die Krebsart entsteht direkt aus Zellen der Leber. Davon zu unterscheiden sind Lebermetastasen. Sie entstehen, wenn Krebszellen aus einem anderen Organ – zum Beispiel dem Darm – in die Leber gelangen. Es handelt sich dann nicht um Leberkrebs, sondern beispielsweise um Darmkrebs mit Lebermetastasen [3].
Bei Leberzellkrebs spielt der Zustand der Leber eine besonders wichtige Rolle. Ist sie über längere Zeit geschädigt, kann das Gewebe zunehmend vernarben. Eine solche Vernarbung heißt Fibrose. Ist sie weit fortgeschritten, sprechen Fachleute von einer Leberzirrhose – dem wichtigsten Risikofaktor für Leberzellkrebs [1] [3].
Wichtig für Sie: Ein erhöhtes Risiko bedeutet nicht, dass Sie zwangsläufig an Leberkrebs erkranken. Ist bei Ihnen eine Lebererkrankung bekannt, können eine passende Behandlung und regelmäßige Kontrollen helfen, weitere Schäden zu begrenzen und auffällige Veränderungen früh zu erkennen [1] [3].
Leberzirrhose: Das größte Risiko für Leberzellkrebs
Eine Leberzirrhose ist der wichtigste Risikofaktor für Leberzellkrebs. Das Lebergewebe ist dabei stark vernarbt und die Leber kann ihre Aufgaben zunehmend schlechter erfüllen. Als häufige Ursachen gelten eine chronische Virushepatitis (eine Infektion), hoher Alkoholkonsum oder eine stoffwechselbedingte Fettlebererkrankung [2] [3].
Da eine Zirrhose anfangs oft keine eindeutigen Beschwerden verursacht, sind regelmäßige Kontrollen besonders wichtig. In der Regel wird die Leber dafür alle sechs Monate per Ultraschall untersucht [2].
Nehmen Sie diese Kontrolltermine deshalb möglichst zuverlässig wahr. Ihr Behandlungsteam kann mit Ihnen besprechen, welche Untersuchungen in Ihrer persönlichen Situation sinnvoll sind [2].
Hepatitis: Infektionen behandeln, die Leber schützen
Neben einer Leberzirrhose gibt es weitere Erkrankungen und Einflüsse, die das Risiko für Leberzellkrebs erhöhen können. Chronische Infektionen mit Hepatitis-B- oder Hepatitis-C-Viren können die Leber dauerhaft entzünden. Dadurch können Vernarbungen entstehen und das Risiko für Leberkrebs steigen. Bei einer chronischen Hepatitis B kann das Risiko auch ohne bereits bestehende Leberzirrhose erhöht sein [1] [3].
Hepatitis C lässt sich heute in den meisten Fällen heilen. Eine chronische Hepatitis B kann mit Medikamenten meist sehr wirksam kontrolliert werden. Gegen Hepatitis B schützt außerdem eine Impfung [1] [3].
Wenn bei Ihnen eine Virushepatitis bekannt ist oder Sie eine Ansteckung vermuten, lassen Sie sich ärztlich beraten. Eine frühzeitige Behandlung kann helfen, Ihre Leber langfristig zu schützen [1] [3].
Alkohol und Rauchen können die Leber schädigen
Hoher Alkoholkonsum kann die Leber über Jahre schädigen und zu einer Fettleber, Entzündungen und schließlich einer Leberzirrhose führen. Damit steigt auch das Risiko für Leberkrebs [3].
Wenn Sie bereits eine chronische Lebererkrankung haben, sollten Sie Alkohol möglichst meiden. Fällt Ihnen das schwer, können Ärztinnen und Ärzte, Suchtberatungsstellen oder Selbsthilfeangebote Sie unterstützen. Auch mit dem Rauchen aufzuhören lohnt sich: Tabakkonsum kann das Krebsrisiko zusätzlich erhöhen [3].
Fettleber: Wenn der Stoffwechsel die Leber belastet
Eine stoffwechselbedingte Fettlebererkrankung wird als MASLD (Metabolische Dysfunktion-assoziierte steatotische Lebererkrankung) bezeichnet. Sie tritt häufig zusammen mit Übergewicht, Typ-2-Diabetes oder erhöhten Blutfettwerten auf. Bei einem Teil der Betroffenen entzündet sich die Leber zusätzlich. Fachleute sprechen dann von MASH. Daraus können über Jahre Vernarbungen bis hin zu einer Leberzirrhose entstehen [1].
Sie können selbst einiges tun, um Ihren Stoffwechsel und Ihre Leber zu entlasten. Regelmäßige Bewegung, eine ausgewogene Ernährung und die gute Behandlung von Diabetes oder erhöhten Blutfetten sind wichtige Schritte.
Welche Rolle spielt die Vererbung?
Leberzellkrebs selbst ist meist keine klassische Erbkrankheit. Häufiger entsteht er infolge erworbener Leberschäden – etwa durch chronische Hepatitis, Alkohol oder Stoffwechselerkrankungen [3].
Bestimmte seltene erbliche Erkrankungen können das Risiko jedoch erhöhen. Dazu gehören beispielsweise die hereditäre Hämochromatose, bestimmte Glykogenspeicherkrankheiten und Tyrosinämie Typ I. Besteht der Verdacht auf eine erbliche Lebererkrankung, kann Ihre Ärztin oder Ihr Arzt prüfen, ob eine weiterführende oder humangenetische Beratung sinnvoll ist [1].
Früherkennung: Für wen regelmäßige Kontrollen wichtig sind
Eine allgemeine Leberkrebs-Früherkennung für Menschen ohne besonderes Risiko wird nicht empfohlen. Regelmäßige Kontrollen können jedoch sinnvoll sein, wenn Ihr persönliches Risiko deutlich erhöht ist [1] [2].
Das gilt insbesondere bei Menschen mit einer Leberzirrhose. Auch bei einer fortgeschrittenen Vernarbung der Leber, bestimmten Fällen einer chronischen Hepatitis B oder seltenen erblichen Lebererkrankungen kann eine regelmäßige Früherkennung infrage kommen. Nach einer ausgeheilten Hepatitis C können Kontrollen ebenfalls notwendig bleiben, wenn eine fortgeschrittene Vernarbung oder Zirrhose besteht [1] [2].
Wenn Ihnen Ärzt:innen eine HCC-Früherkennung empfehlen, bildet eine Ultraschalluntersuchung der Leber im Abstand von sechs Monaten die Grundlage. Zusätzlich kann der Blutwert Alpha-Fetoprotein, kurz AFP, bestimmt werden. AFP allein kann Leberkrebs jedoch weder sicher nachweisen noch ausschließen [1] [2].
Zeigt der Ultraschall eine Auffälligkeit, bedeutet das nicht automatisch Krebs. Je nach Befund können weitere Untersuchungen folgen, zum Beispiel eine MRT oder CT mit Kontrastmittel [1] [2].
So können Sie Ihre Leber schützen
Nicht jeder Fall von Leberkrebs lässt sich verhindern. Sie können jedoch dazu beitragen, vermeidbare Leberschäden zu reduzieren und bestehende Erkrankungen gut behandeln zu lassen. Diese Maßnahmen können dabei helfen [1] [3]:
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Lassen Sie Ihren Impfschutz gegen Hepatitis B überprüfen.
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Lassen Sie eine Hepatitis-B- oder Hepatitis-C-Infektion behandeln.
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Je weniger Alkohol Sie trinken, desto besser. Bei einer chronischen Lebererkrankung sollten Sie möglichst ganz darauf verzichten.
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Bewegen Sie sich regelmäßig und streben Sie ein für Sie gesundes, erreichbares Körpergewicht an.
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Lassen Sie Diabetes, erhöhte Blutfette und andere Stoffwechselerkrankungen gut behandeln.
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Verzichten Sie möglichst auf das Rauchen.
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Nehmen Sie empfohlene Kontrolltermine wahr
Ein einzelnes Lebensmittel oder Getränk kann Leberkrebs nicht zuverlässig verhindern. Kaffee wird zwar als möglicher Schutzfaktor diskutiert, ersetzt aber weder medizinische Behandlung noch Impfungen oder notwendige Kontrolluntersuchungen.