Ein Magenlymphom unterscheidet sich von gewöhnlichem Magenkrebs. Es entsteht aus bestimmten weißen Blutkörperchen, den sogenannten Lymphozyten. Sie gehören zu unserem Immunsystem und helfen normalerweise dabei, Krankheitserreger abzuwehren. Bei einem Lymphom verändern sich diese Zellen und vermehren sich unkontrolliert [2].
Erste Anzeichen sind oft unauffällig
Eine häufige Form ist das MALT-Lymphom des Magens. Es wächst meist langsam verursacht anfangs häufig keine oder nur leichte Beschwerden. Manchmal wird es zufällig bei einer Magenspiegelung entdeckt. Mögliche Beschwerden sind [1][2]:
- Druckgefühl oder Schmerzen im Oberbauch
- Übelkeit und Völlegefühl
- Appetitlosigkeit
- ungewollter Gewichtsverlust
- Müdigkeit und Erschöpfung
Diese Beschwerden können viele Ursachen haben. Meist steckt keine Krebserkrankung dahinter. Halten die Beschwerden jedoch an oder nehmen sie zu, sollten Sie sie ärztlich abklären lassen [1][2].
Fieber, starker Nachtschweiß und deutlicher ungewollter Gewichtsverlust können ebenfalls bei Lymphomerkrankungen auftreten. Bei einem MALT-Lymphom des Magens sind diese Beschwerden allerdings selten [1][2].
Gewebeproben bringen Klarheit
Um ein Magenlymphom sicher zu erkennen, ist eine Magenspiegelung mit Gewebeproben notwendig. Dabei betrachtet die Ärztin oder der Arzt die Magenschleimhaut und entnimmt an mehreren Stellen kleine Gewebeproben. Diese werden anschließend im Labor untersucht. So lässt sich erkennen, ob ein Lymphom vorliegt und um welche Form es sich handelt. Manchmal sind weitere Gewebeproben erforderlich, um die Diagnose abzusichern [1][2].
Gegebenenfalls folgen weitere Untersuchungen. Dazu gehören Blutuntersuchungen, Ultraschall und eine Computertomografie (CT). Sie helfen festzustellen, wie weit sich die Erkrankung ausgebreitet hat [1][2].
Bei einer CT werden Röntgenstrahlen eingesetzt. Die damit verbundene Strahlenbelastung wird gegen den medizinischen Nutzen der Untersuchung abgewogen [1][2].
Eine besondere Ultraschalluntersuchung von innen, die Endosonografie, kann zusätzlich zeigen, wie tief das Lymphom in die Magenwand hineinreicht [1][2].
Ein Magenbakterium als möglicher Auslöser
Bei vielen MALT-Lymphomen des Magens spielt das Bakterium Helicobacter pylori eine wichtige Rolle. Es kann sich in der Magenschleimhaut ansiedeln und dort eine dauerhafte Entzündung verursachen. Bei manchen Menschen trägt diese Entzündung dazu bei, dass sich ein MALT-Lymphom entwickelt [1][2][3].
Finden Ärzt:innen das Bakterium, lässt es sich mit einer Kombination aus Antibiotika und einem säurehemmenden Medikament behandeln. Dies wird Eradikationstherapie genannt [1][2][3].
Bei vielen Betroffenen bildet sich nach erfolgreicher Behandlung der Infektion auch das MALT-Lymphom vollständig zurück. Eine Chemotherapie oder Operation ist dann häufig nicht notwendig [1][2][3].
Bei einem örtlich begrenzten MALT-Lymphom kann die Behandlung gegen Helicobacter pylori auch sinnvoll sein, wenn das Bakterium nicht nachgewiesen wurde [1][2][3].
Allerdings braucht die Rückbildung des Lymphoms Zeit. Manchmal dauert sie länger als ein Jahr. Wenn bei einer Kontrolle noch Lymphomzellen gefunden werden, bedeutet das deshalb nicht automatisch, dass die Behandlung erfolglos war. Entscheidend ist, dass die Erkrankung sorgfältig überwacht wird [1][2][3].
Weitere Behandlungsmöglichkeiten bei Bedarf
Nicht bei allen Betroffenen bildet sich das MALT-Lymphom durch die Behandlung des Bakteriums ausreichend zurück. Manchmal ist die Erkrankung bereits weiter fortgeschritten. Dann stehen weitere Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung [1][2].
- Strahlentherapie: Ist das Lymphom auf den Magen oder die nähere Umgebung begrenzt, kann eine gezielte Bestrahlung sehr wirksam sein.
- Medikamentöse Behandlung: Hat sich die Erkrankung weiter ausgebreitet oder ist eine Behandlung des gesamten Körpers notwendig, können spezielle Medikamente eingesetzt werden. Dazu gehören beispielsweise Antikörpertherapien, gegebenenfalls in Kombination mit einer Chemotherapie.
- Regelmäßige Kontrollen: Wenn das Lymphom nur langsam wächst, keine Beschwerden verursacht und stabil bleibt, kann es in bestimmten Situationen sinnvoll sein, zunächst auf eine weitere Behandlung zu verzichten und die Erkrankung engmaschig zu beobachten.
- Eine Operation des Magens ist beim MALT-Lymphom heute nur noch selten notwendig. Sie kommt vor allem bei schweren Komplikationen infrage, etwa bei einer nicht beherrschbaren Blutung.
Welche Behandlung am besten geeignet ist, hängt von der Art und Ausbreitung des Lymphoms sowie von Ihrem Gesundheitszustand ab. Ihr Behandlungsteam bespricht die Möglichkeiten mit Ihnen [1][2].
Nach der Therapie bleibt die Kontrolle wichtig
Auch wenn die Behandlung erfolgreich war, sind regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen wichtig. Beim MALT-Lymphom des Magens gehören dazu vor allem Magenspiegelungen mit Gewebeproben. Damit lässt sich überprüfen, ob sich das Lymphom zurückgebildet hat oder erneut auftritt [1][2].
Die Kontrollen sind langfristig sinnvoll. Denn ein MALT-Lymphom kann auch nach vielen Jahren zurückkehren. Zudem haben Betroffene ein erhöhtes Risiko, später an einem gewöhnlichen Magenkrebs zu erkranken [1][2].
Ihr Behandlungsteam legt fest, welche Untersuchungen in welchen Abständen für Sie sinnvoll sind [1][2].
Die gute Nachricht: Ein MALT-Lymphom des Magens wächst meist langsam und lässt sich häufig erfolgreich behandeln. Welche Aussichten Sie persönlich haben, hängt von der Ausbreitung der Erkrankung und dem Ansprechen auf die Behandlung ab [1][2].