Neuroendokrine Tumoren (NET) im Magen sind selten. Sie entstehen aus Zellen, die unter anderem Hormone bilden. Anders als gewöhnlicher Magenkrebs wachsen viele dieser Tumoren langsam und lassen sich gut behandeln. Manche können bereits bei einer Magenspiegelung entfernt werden. Andere wachsen schneller und erfordern eine intensivere Behandlung [1][2].
Beschwerden bleiben häufig unbemerkt
Kleine neuroendokrine Tumoren verursachen oft keine Beschwerden und werden zufällig bei einer Magenspiegelung entdeckt. Wenn Beschwerden auftreten, sind sie meist unspezifisch. Dazu gehören [1][2].
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Druckgefühl, Schmerzen oder Völlegefühl im Oberbauch
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Übelkeit und Appetitlosigkeit
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ungewollter Gewichtsverlust
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Müdigkeit, beispielsweise durch Blutarmut
Diese Beschwerden können viele andere Ursachen haben. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie ärztlichen Rat suchen. Wichtig: Schwarzer, teerartiger Stuhl, Bluterbrechen oder starke Kreislaufprobleme können auf eine Blutung hinweisen. Holen Sie dann sofort medizinische Hilfe [1][6].
Die Gewebeprobe entscheidet über die Diagnose
Die wichtigste Untersuchung ist meist eine Magenspiegelung. Dabei betrachtet die Ärztin oder der Arzt die Magenschleimhaut und entnimmt Gewebeproben. Kleine Tumoren können manchmal direkt entfernt werden [1][2].
Im Labor wird untersucht, um welche Tumorart es sich handelt. Fachleute unterscheiden zwei wesentliche Formen [1][2]:
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NET (neuroendokriner Tumor): Die Tumorzellen ähneln noch weitgehend gesunden Zellen. Solche Tumoren wachsen häufig langsam, können aber auch aggressiver sein.
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NEC (neuroendokrines Karzinom): Die Tumorzellen sind stark verändert. Diese Tumoren wachsen meist schnell und benötigen eine intensivere Behandlung.
Ein weiterer wichtiger Wert ist Ki-67. Er zeigt, wie viele Tumorzellen sich in einer aktiven Phase des Zellzyklus befinden. Daraus lässt sich abschätzen, wie schnell der Tumor wächst. NET werden entsprechend in die Wachstumsstufen G1, G2 und G3 eingeteilt [1].
Je nach Befund folgen weitere Untersuchungen. Ein spezieller Ultraschall während der Magenspiegelung, die Endosonografie, zeigt, wie tief der Tumor in die Magenwand eingewachsen ist. Bei größeren oder auffälligen Tumoren können zusätzliche bildgebende Untersuchungen notwendig sein [2].
Drei Typen mit unterschiedlichem Verlauf
NET im Magen werden zusätzlich in drei Typen eingeteilt. Diese unterscheiden sich vor allem in ihrer Entstehung und ihrem Risiko, sich auszubreiten [1][2]:
Typ I – häufig und meist langsam wachsend
Typ-I-NET entstehen oft im Zusammenhang mit einer chronischen Entzündung der Magenschleimhaut, beispielsweise durch eine Autoimmunerkrankung. Dabei ist häufig das Hormon Gastrin erhöht, das normalerweise die Magensäureproduktion anregt. Meist bilden sich mehrere kleine Tumoren. Die Behandlungsaussichten sind in der Regel sehr gut.
Typ II – selten und hormonbedingt
Auch bei Typ II ist der Gastrinspiegel erhöht. Ursache kann ein anderer Tumor sein, der Gastrin produziert, ein sogenanntes Gastrinom. Manchmal besteht ein Zusammenhang mit einer seltenen erblichen Erkrankung.
Typ III – häufig mit höherem Risiko
Typ-III-NET entstehen unabhängig von einem erhöhten Gastrinspiegel. Sie treten meist einzeln auf und haben ein höheres Risiko, in tiefere Gewebeschichten einzuwachsen oder sich auszubreiten. Dennoch wachsen nicht alle Typ-III-NET aggressiv. Ein NEC gehört nicht zu diesen drei Typen, sondern wird als eigene, meist aggressivere Tumorform betrachtet.
Die Behandlung richtet sich nach dem Tumorrisiko
Welche Behandlung für Sie geeignet ist, hängt vor allem von der Tumorart, der Größe, dem Wachstum und der Ausbreitung ab [2][3]:
Kleine, langsam wachsende NET
Besonders bei Typ-I-NET genügt es manchmal, sehr kleine Tumoren regelmäßig zu kontrollieren. Größere Tumoren lassen sich häufig während einer Magenspiegelung entfernen. Bei Tumoren ab etwa zwei Zentimetern oder ungünstigen Risikomerkmalen kann eine Operation notwendig sein.
Auch kleine Typ-III-NET können in ausgewählten Fällen schonend bei einer Magenspiegelung entfernt werden. Bei größeren oder tiefer eingewachsenen Tumoren ist häufiger eine Operation erforderlich.
Fortgeschrittene NET
Hat sich der Tumor bereits ausgebreitet, stehen verschiedene Medikamente und weitere Behandlungen zur Verfügung. Dazu gehören Medikamente, die das Tumorwachstum bremsen, sowie spezielle Verfahren mit gezielt eingesetzten radioaktiven Substanzen. Ziel ist es, die Erkrankung möglichst lange zu kontrollieren und Beschwerden zu lindern.
Aggressive NEC
Neuroendokrine Karzinome wachsen meist schneller und werden deshalb anders behandelt. Je nach Ausbreitung kommen eine Operation, Chemotherapie und manchmal eine Strahlentherapie infrage. Bei fortgeschrittener Erkrankung spielt die Chemotherapie eine wichtige Rolle.
Regelmäßige Kontrollen geben Sicherheit
Auch nach erfolgreicher Behandlung sind Nachsorgeuntersuchungen wichtig. Sie helfen, Veränderungen oder ein erneutes Tumorwachstum frühzeitig zu erkennen.
Bei kleinen Typ-I-NET erfolgt häufig nach etwa einem Jahr eine erneute Magenspiegelung. Danach richten sich die Abstände nach Ihrem Befund. Bei anderen Tumorformen kann eine engmaschigere Nachsorge notwendig sein.
Die Aussichten sind besonders bei kleinen, örtlich begrenzten Typ-I-NET sehr gut. Aber auch bei fortgeschrittenen NET gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten.
Da sich neuroendokrine Tumoren sehr unterschiedlich verhalten können, ist eine individuell abgestimmte Behandlung wichtig. Ein erfahrenes Behandlungsteam kann Ihnen helfen, die Befunde einzuordnen und gemeinsam die nächsten Schritte zu planen [1][2][3].