Kapitel 6 – Das große Loslassen
6.2 – Wenn der Job nicht mehr (richtig) passt.
So wie Freundschaften sich verändern, so kann auch die Arbeit auf den Prüfstand kommen. Plötzlich spürst Du: Der Platz, an dem Du so lange selbstverständlich in Lohn und Brot gestanden hast, fühlt sich nicht mehr richtig an. Und dann geht es um eine noch größere Frage: Bist Du bereit, in dieser veränderten Lebenssituation auch Deinen Job loszulassen? Dich auch im Erwerbsleben auf etwas Neues einlassen? Deine wirtschaftliche Sicherheit zugunsten anderer Möglichkeiten zu verändern?
…
Nach dem Prinzip der Musterwohnung mache ich Dir gleich mal ein paar Vorschläge für die Gestaltung der neuen Räume. Ob und wie Du die dann umsetzt, entscheidest natürlich Du. Erinnerst Du Dich noch an das 4. Kapitel über den Umgang mit den Ängsten? Da hatte ich Dich bereits aufgefordert, Deine Stärken aufzuzählen. Was kannst Du richtig gut? Ich möchte diese Frage hier um zwei Teilaspekte ergänzen, die Du für Dich beleuchtest.
Der eine lautet: Welche Fähigkeiten habe ich durch die Krise, die Krebsdiagnose, erlernt und welche ohnehin schon vorhandenen positiven Eigenschaften haben sich verstärkt? Ein weiteres Augenmerk kannst Du auf Deine Werte und Prioritäten legen. Haben die sich eventuell verändert, hat sich etwas anderes daraus entwickelt? Ich bin mir ziemlich sicher, dass das so ist. Eine weitere Quelle für neue Ideen kann der Blick in die eigene Vergangenheit sein: Was hat mich schon früher interessiert? Was wollte ich schon immer machen?
Wenn Du mit dieser kleinen Analyse auf Dein bisheriges Arbeitsumfeld schaust, frage Dich: Passt das alles zu mir jetzt, nachdem ich so viel erlebt, durchgemacht und gelernt habe? Kann ich mir unter den neuen Vorzeichen vorstellen, wieder zurückzugehen, oder möchte ich doch über eine andere berufliche Ausrichtung nachdenken? All das unterliegt immer auch den finanziellen Rahmenbedingungen. Klar, die sind auch abzuwägen.
Da ich Dich nicht kenne, kann ich das natürlich nicht beurteilen. Ich kann Dir nur sagen: Es gibt in allem mehr Möglichkeiten, als Du denkst. Fange einfach an und schaue, wohin Dich Deine Überlegungen führen. Trau Dich und sei offen. Gib Dir etwas Zeit dafür. Du wirst sicher nicht in wenigen Stunden zu einem Ergebnis kommen. Das Ganze darf und sollte auch langsam und organisch wachsen.
Gut, okay, Arbeiten nach oder auch während einer Krebstherapie ist eine Herausforderung, die einiges an Flexibilität im Denken erfordert. Lass uns gerne mehr ins Detail gehen. Hast Du Lust? Hier nun ein paar Gedankenanstöße für eine tiefer gehende Bestandsaufnahme. Mir hat diese Tabelle sehr geholfen, die ich aus einem „Back-to-work-Workshop“ vom Berliner Verein „Leben nach Krebs“ mitgenommen habe:
Bestandsaufnahme
Block 1
- Das war gut.
- Das war schlecht.
- Das kann / möchte ich so nicht mehr.
- Das will ich ändern.
Block 2
- Das habe ich gelernt
- Das macht mir Freude.
- Das ist mir JETZT wichtig.
Block 3
- Da will ich hin.
- Wer kann mich dabei unterstützen?
Bei dem letzten Punkt schlage ich vor, Dir dafür diese drei Umfelder genauer anzuschauen: das berufliche, das private und das professionelle oder medizinische.
„Fliegen mit verklebten Federn“ (Nella Rausch)
Erschienen: 4. Februar 2026
Formate: Paperback und E-Book
Umfang: 242 Seiten
Verlag: Selfpublishing (BOD – Books on Demand)
ISBN: ISB-13: 9783819293955
- https://buchshop.bod.de/fliegen-mit-verklebten-federn-nella-rausch-9783819293955
- https://shop.autorenwelt.de/products/fliegen-mit-verklebten-federn-von-nella-rausch?variant=57055662342469
- Amazon-Bestell-Link
Buch (Print): 24,95 € (Paperback) inkl. MwSt.
E-Book: 14,99 € inkl. MwSt. (sofort verfügbar als Download)