Wie kann Lungenkrebs frühzeitig erkannt werden?
Bei Lungenkrebs (dem Bronchialkarzinom) ist – wie bei vielen Krebserkrankungen – eine frühzeitige Diagnose wichtig. Je früher er erkannt wird, desto besser kann er behandelt werden und desto höher sind die Überlebenschancen. Aber es gibt keine Symptome und Anzeichen, an denen Betroffene ein Lungenkarzinom im Frühstadium erkennen könnten. Erst im fortgeschrittenen Stadium treten Beschwerden wie (blutiger) Husten und Atemnot auf [1] [2].
Ein geregeltes Früherkennungsprogramm ist inzwischen eingeführt: Seit April 2026 wird die Lungenkrebs-Früherkennung mittels Niedrigdosis-CT als Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung angeboten. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass ein solches Screeningprogramm dazu beitragen kann, die Sterblichkeit zu senken – insbesondere bei starken Raucherinnen und Rauchern [3].
Für das Screening von Risikopersonen auf Lungenkrebs kommt eine strahlungsarme Computertomografie infrage. Sie wird auch als Niedrigdosis-CT bezeichnet. Die Untersuchung erfolgt in der Regel jährlich. Sie wird beschwerdefreien Personen mit hohem Risiko im Alter zwischen 50 und 75 Jahren angeboten [3].
Forschende haben auch andere Verfahren zur Früherkennung von Lungenkrebs erprobt, etwa Röntgenuntersuchungen des Brustraums, mikroskopische Untersuchungen von abgehustetem Schleim, Lungenspiegelungen oder die Bestimmung bestimmter Laborwerte (Tumormarker). Diese haben sich allerdings als nicht ausreichend zuverlässig erwiesen und werden von Fachleuten nicht empfohlen [3].
Wer kann an der Lungenkrebs-Früherkennung teilnehmen?
Eine Untersuchung ist nur bei Personen mit erhöhtem Risiko sinnvoll. Bei allen anderen überwiegen mögliche Nachteile den Nutzen [3].
Ein hohes Risiko haben vor allem starke Raucher im höheren Lebensalter. Die Teilnahmevoraussetzungen sind jetzt klar definiert [3]:
- Alter: 50 bis 75 Jahre
- Rauchhistorie: mindestens 15 Packungsjahre (z. B. 20 Zigaretten täglich über 15 Jahre)
- Rauchen über einen längeren Zeitraum (mindestens etwa 25 Jahre)
- Bei ehemaligen Rauchern: Rauchstopp liegt weniger als 10 Jahre zurück
Wie läuft die Früherkennung von Lungenkrebs ab?
Für die Früherkennung eines Bronchialkarzinoms spielt das Röntgenbild heute keine Role mehr. Heute wird bei der Lungenkrebs-Diagnostik eine strahlungsarme Computertomografie (Niedrigdosis-CT) durchgeführt. Dabei entstehen Querschnittbilder des Körpers, auf denen auch kleine Veränderungen in der Lunge sichtbar sind [3].
Die Untersuchung dauert nur wenige Minuten. Der Ablauf ist standardisiert [3].
- Beratung und Aufklärung (inklusive Nutzen und Risiken)
- Prüfung der Teilnahmevoraussetzungen
- Überweisung an eine qualifizierte radiologische Einrichtung
- Durchführung der CT-Untersuchung
- Weitere Kontrollen je nach Befund (z. B. jährlich oder in kürzeren Abständen)
Teil des Programms ist außerdem eine Beratung zur Rauchentwöhnung.
Welche Vorteile und Nachteile hat eine Lungenkrebs-Früherkennung mit Niedrigdosis-CT?
Die Früherkennung eines Lungenkarzinoms mit strahlungsarmer Computertomografie (Niedrigdosis-CT) hat verschiedene Vorteile [2] [3].
- Bessere Behandlungsmöglichkeiten: Die Niedrigdosis-CT erkennt Lungenkarzinome schon in frühen Stadien, in denen mehr Behandlungsoptionen zur Verfügung stehen. Kleine Tumoren können dann beispielsweise bei einer Operation entfernt werden.
- Bessere Überlebenschancen: Je früher Lungenkrebs entdeckt wird, desto erfolgreicher ist die Behandlung. Durch eine Lungenkrebs-Früherkennung mit Niedrigdosis-CT sterben weniger Menschen an Lungenkrebs.
Die Früherkennung des Bronchialkarzinoms mit Niedrigdosis-CT kann aber auch Nachteile beziehungsweise Risiken haben [2] [3].
- Unnötige Therapien: Bei der Untersuchung werden auch Tumoren gefunden, die vielleicht nie auffällig geworden wären und auch das Leben nicht verkürzt hätten. Fachleute sprechen hier von einer Überdiagnose. Werden diese Tumoren dann behandelt, handelt es sich um eine Übertherapie – denn die Patient:innen unterziehen sich zum Beispiel einer Operation oder einer anderen Krebstherapie, die gar nicht nötig gewesen wäre.
- Falsch positive Befunde: Mit einer Niedrigdosis-CT kann man in der Lunge alle möglichen Arten von auffälligen Veränderungen finden, die letztlich gar kein Lungenkrebs sind. Die Früherkennungsuntersuchung ist dann fälschlicherweise positiv ausgefallen. Um sicherzugehen, dass es sich nicht um Lungenkrebs handelt, sind in solchen Fällen weitere, eingreifendere Untersuchungen nötig, etwa die Entnahme einer Gewebeprobe aus der Lunge (Biopsie).
- Strahlenbelastung: Die Belastung mit Röntgenstrahlung beträgt bei der Niedrigdosis-CT nur etwa ein Fünftel bis ein Viertel der normalen CT-Dosis, ist aber immer noch um ein Vielfaches höher als bei einer einfachen Röntgenaufnahme. Und: Alle Röntgenstrahlen verursachen langfristig ein erhöhtes Krebsrisiko.
- Falsches Sicherheitsgefühl: Eine Niedrigdosis-CT kann Lungenkrebs im Frühstadium erkennen. Sie schützt aber nicht vor Lungenkrebs. Nach einer Früherkennungsuntersuchung kann ein Lungenkarzinom jederzeit neu entstehen.