Vom US-Krebskongress ASCO

Eierstockkrebs: Drei neue Therapieansätze machen vorsichtig Hoffnung

Wenn Eierstockkrebs trotz mehrerer Therapien zurückkehrt, kann das sehr belastend sein. Drei neue Behandlungsansätze machen nun vorsichtig Hoffnung. Wir erklären Ihnen, was dahintersteckt – und was die Ergebnisse für Sie bedeuten.

Von Redaktion 30.09.2026 · 11:07 Uhr
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Wenn Sie mit fortgeschrittenem oder wiedergekehrtem Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom) leben, haben Sie vielleicht bereits mehrere Behandlungen hinter sich. Besonders belastend kann die Nachricht sein, dass eine Therapie nicht mehr ausreichend wirkt. Dann stellt sich schnell die Frage: Welche Möglichkeiten habe ich jetzt noch?

Genau hier setzt die Forschung an. Auf dem US-Krebskongress ASCO 2026 wurden drei neue Behandlungsansätze vorgestellt. Sie sollen das eigene Immunsystem auf unterschiedliche Weise dabei unterstützen, Krebszellen zu erkennen und anzugreifen.

Neue Wege für das Immunsystem

Bei der T-Zelltherapie IMA203CD8 werden körpereigene Abwehrzellen im Labor so verändert, dass sie ein bestimmtes Merkmal auf Krebszellen erkennen können. In einer frühen Studie mit stark vorbehandelten Patientinnen zeigten sich erste Hinweise auf eine Wirkung. Die Behandlung kommt allerdings nur infrage, wenn der Tumor bestimmte biologische Voraussetzungen erfüllt.

Ein weiterer Ansatz ist die therapeutische Krebsimpfung OSE2101 in Kombination mit der Immuntherapie Pembrolizumab. Bei Frauen mit wiedergekehrtem, platinsensitivem Eierstockkrebs blieb die Erkrankung mit dieser Kombination im Mittel 4,1 Monate ohne Fortschreiten. Bei alleiniger unterstützender Behandlung waren es 2,8 Monate.

Auch die Arzneistoffkombination Gotistobart plus Pembrolizumab wird untersucht. Sie zeigte bei stark vorbehandelten Patientinnen erste ermutigende Ergebnisse. Pembrolizumab ist ein bereits etabliertes Immuntherapie-Medikament. Es blockiert ein Eiweiß namens PD-1. Krebszellen nutzen diesen „Schalter“ teilweise, um die Abwehrzellen des Körpers auszubremsen. Pembrolizumab nimmt gewissermaßen diese Bremse vom Immunsystem. Gotistobart ist ein neuerer Antikörper, der an einem anderen Punkt des Immunsystems ansetzt. Die Idee der Kombination ist: Wenn man zwei unterschiedliche Bremsmechanismen ausschaltet, kann das Immunsystem den Tumor möglicherweise stärker bekämpfen.

Was können diese Ergebnisse für Sie bedeuten?

Vielleicht wecken solche Nachrichten bei Ihnen Hoffnung auf eine neue Behandlung. Wichtig ist aber: Alle drei Therapieansätze befinden sich noch in der klinischen Forschung. Ob sie tatsächlich wirksam und sicher genug für einen breiteren Einsatz sind, müssen größere Studien zeigen.

Wenn Ihre Erkrankung trotz bisheriger Therapien fortschreitet, sprechen Sie mit Ihrem Behandlungsteam über Ihre Möglichkeiten. Sie können beispielsweise fragen: Gibt es weitere Behandlungen für meine Situation? Könnte eine klinische Studie für mich infrage kommen? Welche Eigenschaften meines Tumors sind dafür wichtig?

Sie müssen solche Entscheidungen nicht allein treffen. Lassen Sie sich erklären, welche Chancen und Risiken eine Behandlung für Ihre persönliche Situation mit sich bringt, und nehmen Sie sich die Zeit, die Sie für Ihre Fragen benötigen.

Mehr zu den derzeit etablierten Möglichkeiten zur Behandlung finden Sie auf DasKrebsportal.de unter Eierstockkrebs. 

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