Große Patient:innen-Umfrage

Den Krebs überlebt, die Schmerzen bleiben: Viele Krebspatient:innen betroffen

Auch nach überstandener Krebserkrankung leiden viele Betroffene über Jahre unter Schmerzen. Eine Umfrage unter mehr als 12.000 Krebspatient:innen zeigt deutliche Versorgungslücken in der Schmerztherapie – und macht auf die Folgen für Lebensqualität und Psyche aufmerksam.

Von Redaktion 30.03.2026 · 08:15 Uhr
Eine Frau mit schmerzverzerrtem Gesicht auf einem Bett. | © AdobeStock_1089846744
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Viele Krebspatient:innen überleben ihre Erkrankung dank moderner Therapien – doch die Schmerzen bleiben. Das zeigt eine bundesweite Befragung der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin (DGS) und der Deutschen Schmerzliga (DSL). Fast jede zweite befragte Person lebt seit Jahren mit Schmerzen, nicht selten als Folge der Therapie. Besonders langanhaltend sind Nervenschmerzen, die nach Chemotherapie, Operation oder nach Bestrahlung auftreten können.

Therapie- oder Tumorschmerzen beeinträchtigen Alltag massiv 

Rund die Hälfte der Betroffenen fühlt sich durch die Schmerzen im Alltag massiv beeinträchtigt: Schlafstörungen, sozialer Rückzug und depressive Verstimmungen sind keine Seltenheit. Egal, ob sie durch den Tumor oder die Therapie verursacht werden: Schmerzen sind kein vorübergehendes Symptom, sondern für viele Krebspatient:innen ein belastendes und chronisches Langzeitproblem, das sich nur durch eine gezielte Schmerztherapie lindern lässt.

Bessere Schmerztherapie notwendig

Die Umfrageergebnisse offenbaren Versorgungslücken in der Schmerztherapie: Ein Drittel der Patient:innen erhält keine ausreichende Behandlung, und bei akuten Durchbruchschmerzen steht nur jeder dritten Person eine passende Notfallmedikation zur Verfügung. Die beiden ärztlichen Fachgesellschaften fordern deshalb mehr Aufmerksamkeit für dieses Thema – und konkrete Verbesserungen:

  • Regelmäßige Schmerzerfassung in der Nachsorge von Krebspatient:innen, auch viele Jahre nach der Diagnose
  • Einfacherer Zugang zu wirksamen Medikamenten, vor allem bei starken Durchbruchschmerzen
  • Mehr Fortbildung für Ärztinnen und Ärzte in moderner Schmerzmedizin

Falls Sie nach einer Krebsbehandlung oder durch die Krebserkrankung selbst unter anhaltenden Schmerzen leiden, sollten Sie das unbedingt offen ansprechen – sowohl in der onkologischen Nachsorge als auch bei Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt. Fordern Sie eine gezielte Schmerztherapie aktiv ein, um Ihre Lebensqualität zurückzugewinnen. 

Weitere Informationen rund um die verschiedensten Krebserkrankungen und das gute Leben mit und trotz Krebs finden Sie auf DasKrebsportal.de.

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