Große Studie zu Krebs und Psyche

Erhöhen Stress, negative Gedanken oder Schicksalsschläge das Krebsrisiko?

Viele Menschen mit Krebs fragen sich: Wurde meine Erkrankung durch psychische Faktoren wie Stress, negative Gedanken oder Verluste ausgelöst? Eine neue, große Studie liefert eine klare Antwort.

Von Redaktion 19.05.2026 · 00:15 Uhr
Eine junge Frau ist gestresst. | © AdobeStock_617359821
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Forschende aus mehreren Ländern haben Daten aus 22 Langzeitstudien zusammengeführt. Insgesamt haben sie die Daten von 421.799 Menschen ausgewertet, die über mehrere Jahre begleitet wurden. Dabei wurden 35.319 Krebsdiagnosen erfasst. Die Wissenschaftler:innen haben fünf psychosoziale Faktoren als mögliche Krebsauslöser untersucht: 

  • die wahrgenommene soziale Unterstützung,
  • kürzliche Verlusterlebnisse (etwa der Tod eines Familienmitglieds),
  • den Beziehungsstatus,
  • Neurotizismus (die emotionale Stabilität bzw. Verletzlichkeit einer Person) sowie 
  • die allgemeine psychische Belastung.

Ergebnis: kein Beleg für psychische Faktoren als Krebsauslöser

Für die häufigsten Krebsarten, darunter Brust-, Darm- und Prostatakrebs, haben die Autor:innen keinen Zusammenhang zwischen psychosozialen Faktoren und einem erhöhten Krebsrisiko nachgewiesen. Nur bei Lungenkrebs zeigten sich schwache Hinweise: Personen ohne Partnerschaft, mit geringer sozialer Unterstützung oder einem kürzlichen Verlusterlebnis hatten ein leicht höheres Risiko. Dieser Effekt ließ sich jedoch größtenteils durch bekannte Risikofaktoren wie Rauchen erklären. 

Die Botschaft an alle Menschen mit Krebs ist klar: Schuldgefühle und Selbstvorwürfe sind auch aus wissenschaftlichem Blickwinkel überflüssig. Denn Stress oder schwierige Lebensphasen haben ihre Erkrankung mit allergrößter Wahrscheinlichkeit nicht verursacht. Die Autorinnen und Autoren der Studie betonen ausdrücklich, dass die aktuellen Studienergebnisse Menschen mit Krebs entlasten sollen.

Weitere Informationen:

Falls Sie nach der Diagnose seelische Unterstützung suchen oder Fragen zu Stress und Krebs haben, finden Sie hier weiterführende Informationen und Beratungsangebote: Psychoonkologie bei Krebs – Beratung und Hilfe für Menschen mit Krebs

Sie möchten sich mit Fachleuten austauschen und persönliche Fragen stellen? Mehr dazu finden Sie hier: Austausch mit Expert:innen zu Krebs

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