Ernährung und Krebs

Vegetarisch, vegan, pollotarisch oder pescetarisch: Wie ist der Einfluss auf das Krebsrisiko?

Forschende der Universität Oxford haben Daten von rund 1,8 Millionen Menschen aus neun Langzeitstudien ausgewertet. Fazit: Die unterschiedlichen Ernährungsstile senken das Krebsrisiko für verschiedene Krebserkrankungen. Irritierend ist das erhöhte Darmkrebsrisiko bei veganer Ernährung. Klar wird auch: Wichtiger als der jeweilige Ernährungsstil ist das, was tatsächlich auf dem Teller landet.

Von Redaktion 05.04.2026
Vegetarisches Essen steht auf einem Tisch | © AdobeStock_1780656790
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Forscher:innen der Universität Oxford haben kürzlich eine große Untersuchung zum Zusammenhang zwischen unterschiedlichen Ernährungsweisen und Krebs veröffentlicht. Für die Metaanalyse, die im British Journal of Cancer erschienen ist, wurden Daten von rund 1,8 Millionen Menschen aus neun Langzeitstudien ausgewertet – aus Großbritannien, den USA, Taiwan und Indien. Die Teilnehmenden wurden im Durchschnitt 16 Jahre lang begleitet.

Vegetarische Ernährung: Niedrigeres Risiko für fünf Krebsarten

Die Ergebnisse zeigen: Menschen, die sich vegetarisch ernähren, hatten im Vergleich zu Menschen, die Fleisch essen:

  • ein um 9 % niedrigeres Brustkrebsrisiko,
  • ein um 12 % verringertes Prostatakrebsrisiko,
  • ein um 21 % niedrigeres Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs,
  • ein um 28 % verringertes Risiko für Nierenkrebs
  • und ein um 31 % niedrigeres Risiko für das Multiple Myelom, eine Krebserkrankung des Knochenmarks.

Gleichzeitig zeigte die Auswertung aber auch, dass vegetarische Ernährung mit einem fast doppelt so hohen Risiko für eine bestimmte Form von Speiseröhrenkrebs verbunden war. Als mögliche Ursache diskutieren die Fachleute einen Mangel an Mikronährstoffen wie Vitamin B2, Zink und Kalzium, die vor allem in tierischen Lebensmitteln enthalten sind.

Vegane Ernährung: Darmkrebsrisiko um 40 % erhöht?

Bei veganer Ernährung fiel auf, dass das Risiko für Darmkrebs gegenüber Menschen, die Fleisch essen, um 40 % erhöht war. Die Studienautor:innen betonen jedoch, dass dieses Ergebnis auf einer sehr kleinen Gruppe basiert und mit Vorsicht zu interpretieren ist. Mögliche Ursachen sehen die Fachleute in einer geringen Kalziumzufuhr und einem allgemeinen Nährstoffmangel.

Wie verändert sich das Krebsrisiko durch pollotarische und pescetarische Ernährung?

Männer, die kein rotes Fleisch, aber Geflügel essen – sogenannte Pollotarier – haben ein um 7% verringertes Prostatakrebsrisiko. Wer Pescetarier ist, also kein Fleisch, jedoch Fisch verzehrt, hat ein …

  • um 15 % verringertes Darmkrebsrisiko,
  • um 7 % verringertes Brustkrebsrisiko,
  • und um 27 % verringertes Nierenkrebsrisiko.

Insgesamt unterstreichen die Ergebnisse dieser großen Studie auch: Nicht der Ernährungsstil allein entscheidet – mindestens genauso wichtig ist, was tatsächlich auf dem Teller landet. So kann eine vegetarische Ernährung in einem Fall vorwiegend aus Gemüse, Obst und Vollkornprodukten bestehen, in einem anderen Fall überwiegen Fertigprodukte und Lebensmittel, die viel raffinierten Zucker enthalten. Die gesundheitlichen Auswirkungen sind dann grundsätzlich unterschiedlich, auch wenn der Ernährungsstil formell derselbe ist.

Auf DasKrebsportal.de finden Sie weitere Informationen rund um das Thema Ernährung und Krebs, zum Beispiel zur Ernährung bei Darmkrebs oder in unserem Podcast Ernährung bei Krebs.

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