Bei einem früh erkannten Darmkrebs sind die Heilungschancen in der Regel gut. Das gilt sowohl für den Mastdarmkrebs(Rektumkarzinom) als auch für den Dickdarmkrebs(Kolonkarzinom). Dennoch kann es auch nach erfolgreicher Behandlung zu einem Rezidiv des kolorektalen Karzinoms kommen. Das bedeutet: Der Krebs kann wiederkommen [1] [2].
Einzelne Krebszellen, die in der Nähe des Tumors noch im Gewebe liegen oder möglicherweise bereits in andere Körperregionen gelangt sind, lassen sich weder mit bloßem Auge noch mit den derzeit verfügbaren bildgebenden Verfahren sicher nachweisen. Im Laufe der Zeit können sich diese Zellen vermehren und ein Rezidiv oder Metastasen bilden. Die meisten Rückfälle treten in den ersten Jahren nach der Erstbehandlung auf [1] [2].
Rund 90 Prozent aller Rezidive werden innerhalb der ersten drei Jahre nach der Operation festgestellt. Nach fünf Jahren treten neue Rückfälle nur noch selten auf. Gerade in diesem Zeitraum sind regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen wichtig. Sie sollen helfen, Rückfälle oder Metastasen möglichst früh zu erkennen, wenn noch wirksame Behandlungsmöglichkeiten bestehen [1] [2].
Ist der Krebs wieder da?
An welchen Anzeichen Sie ein Rezidiv erkennen, hängt davon ab, ob sich an derselben Stelle wieder ein Tumor gebildet hat (Lokalrezidiv) oder Fernmetastasen an einer anderen Stelle im Körper aufgetreten sind [1] [2].
Bei einem Lokalrezidiv ähneln die Beschwerden häufig denen der Ersterkrankung. Dazu gehören beispielsweise Veränderungen des Stuhlgangs, Blut im Stuhl oder Bauchschmerzen [1] [2].
Liegen Metastasen vor, hängen die Symptome davon ab, welches Organ betroffen ist. Kolonkarzinome metastasieren besonders häufig in die Leber und die Lunge. Beim Rektumkarzinom treten Lungenmetastasen etwas häufiger auf als beim Kolonkarzinom [1] [2].
Muss ich zur Nachsorge?
Ob Sie die angebotenen Nachsorgeuntersuchungen wahrnehmen, entscheiden Sie selbst. Die Nachsorge soll dazu beitragen, Rückfälle oder Metastasen rechtzeitig zu entdecken und gegebenenfalls frühzeitig zu behandeln [1] [2].
Wie häufig Untersuchungen sinnvoll sind, hängt von Ihrer individuellen Situation ab. Es gibt keine einheitliche Nachsorge für alle Darmkrebspatienten. Die Untersuchungen werden an das Erkrankungsstadium und die erfolgte Behandlung angepasst. In den ersten Jahren nach der Therapie finden die Kontrollen in der Regel häufiger statt, später werden die Abstände größer [1] [2].
Zu den wichtigsten Bestandteilen der Nachsorge gehört die Darmspiegelung. Nach aktueller Empfehlung erfolgt sie üblicherweise erstmals etwa ein Jahr nach der Operation und anschließend nach fünf Jahren. Wurde vor der Operation keine vollständige Darmspiegelung durchgeführt, kann eine frühere Untersuchung erforderlich sein [1] [2]
Rezidiven vorbeugen – geht das?
Nicht alle Risikofaktoren für ein Rezidiv lassen sich beeinflussen. Dennoch gibt es Hinweise, dass ein gesunder Lebensstil dazu beitragen kann, das Rückfallrisiko zu senken und die allgemeine Gesundheit zu verbessern [3].
Zu den wichtigsten Maßnahmen gehört regelmäßige Bewegung. Studien zeigen, dass körperliche Aktivität nach einer Darmkrebserkrankung mit einem besseren krankheitsfreien und allgemeinen Überleben verbunden sein kann. Deshalb empfehlen Fachgesellschaften Betroffenen, körperlich aktiv zu bleiben und Bewegung fest in den Alltag zu integrieren [3].
Ebenso wichtig ist der Verzicht auf das Rauchen. Darüber hinaus wird empfohlen, Alkohol nur in geringen Mengen oder möglichst gar nicht zu konsumieren [3].
Auch gesunde Ernährung spielt eine Rolle. Empfehlenswert ist eine überwiegend pflanzenbetonte, ballaststoffreiche Kost mit viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukten. Der Konsum von stark verarbeiteten Lebensmitteln sowie von rotem und verarbeitetem Fleisch sollte möglichst begrenzt werden. Zudem kann es hilfreich sein, ein gesundes Körpergewicht anzustreben beziehungsweise zu halten [3].
Wie wahrscheinlich ist ein Rezidiv?
Wie hoch das Risiko für einen Rückfall ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dazu zählen insbesondere die Art des Tumors, das Erkrankungsstadium und bestimmte biologische Eigenschaften des Krebses [2].
Beim Rektumkarzinom treten Lokalrezidive etwas häufiger auf als beim Kolonkarzinom. War der Tumor zum Zeitpunkt der Diagnose bereits fortgeschritten oder hatten sich Lymphknotenmetastasen gebildet, steigt das Rückfallrisiko. Nach kleinen, lokal begrenzten Tumoren, die vollständig entfernt werden konnten, sind Rezidive dagegen deutlich seltener [2].
Wichtig zu wissen: Auch wenn der Krebs zurückkehrt, bestehen oft noch wirksame Behandlungsmöglichkeiten. In manchen Fällen können einzelne Metastasen operativ entfernt und damit langfristig kontrolliert oder sogar geheilt werden. Welche Therapie infrage kommt, wird immer individuell entschieden [2].