Eindeutige Anzeichen für ein Rektumkarzinom gibt es nicht. Der Tumor entwickelt sich meist langsam und verursacht insbesondere in frühen Stadien häufig keine oder nur unspezifische Beschwerden. Deshalb wird die Erkrankung oft erst später entdeckt [1][2][3].
Unspezifische Beschwerden
Folgende Symptome können auf ein Rektumkarzinom hinweisen. Sie treten jedoch auch bei zahlreichen gutartigen Erkrankungen auf, etwa bei Hämorrhoiden, chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen oder Infektionen. Dazu zählen [1][2][3]:
- häufiger oder neu aufgetretener Stuhldrang,
- das Gefühl einer unvollständigen Darmentleerung (Tenesmen),
- wiederkehrende Verstopfung,
- Wechsel zwischen Verstopfung und Durchfall,
- sichtbares Blut im Stuhl oder Blutauflagerungen,
- Schleim im Stuhl,
- Schmerzen beim Stuhlgang,
- krampfartige Bauchschmerzen,
- Blähungen oder Veränderungen der Darmtätigkeit,
- Blähungen mit ungewolltem Stuhlabgang,
- Übelkeit oder Völlegefühl, insbesondere wenn zusätzlich andere Beschwerden bestehen.
Ein sogenannter bleistiftdünner Stuhl kann auftreten, wenn der Darm durch einen Tumor eingeengt wird. Das Symptom allein gilt jedoch nicht als typisches oder verlässliches Anzeichen für Darmkrebs, da es zahlreiche andere Ursachen haben kann [1][2][3].
Übel riechender Stuhl ist dagegen kein typisches Warnzeichen für ein Rektumkarzinom [1][2][3].
Wichtig: Blut im Stuhl sollte grundsätzlich ärztlich abgeklärt werden – auch wenn Hämorrhoiden bekannt sind. Denn beide Erkrankungen können gleichzeitig bestehen [1][2][3].
Hinweise auf ein fortgeschrittenes Rektumkarzinom
Wächst ein Rektumkarzinom über längere Zeit unbemerkt, können weitere Beschwerden auftreten [1][2][3]:
- Blutarmut (Anämie) durch chronische Blutungen aus dem Tumor,
- verminderte körperliche Leistungsfähigkeit,
- ungewollter Gewichtsverlust,
- ausgeprägte Müdigkeit und Blässe infolge der Blutarmut,
- Beschwerden durch das Wachstum des Tumors in benachbarte Organe oder durch Fernmetastasen.
In seltenen Fällen kann ein akuter Darmverschluss entstehen. Typische Anzeichen sind:
- stark geblähter Bauch,
- brettharte Bauchdecke,
- heftige kolikartige Bauchschmerzen,
- Übelkeit und Erbrechen,
- ausbleibender Stuhl- und Windabgang.
Ein Darmverschluss ist ein medizinischer Notfall und muss umgehend behandelt werden.
Weitere Diagnostik in der Arztpraxis
Besteht der Verdacht auf ein Rektumkarzinom, erfolgt zunächst eine ausführliche körperliche Untersuchung einschließlich einer Tastuntersuchung des Enddarms [1][2][3].
Zur Sicherung der Diagnose wird eine Rektoskopie durchgeführt. Dabei können Gewebeproben (Biopsien) entnommen werden. Zusätzlich erfolgt in der Regel eine vollständige Koloskopie, um weitere Polypen oder Tumoren im übrigen Dickdarm auszuschließen [1][2][3].
Um die Ausdehnung des Tumors genau zu bestimmen und die Behandlung zu planen, kommen je nach Befund weitere Untersuchungen infrage [1][2][3]:
- Tastuntersuchung,
- Endosonografie des Rektums,
- MRT des Beckens (alternativ in bestimmten Situationen CT),
- Ultraschall des Bauchs,
- Röntgen oder CT des Brustkorbs,
- Bestimmung des Tumormarkers CEA als Ausgangswert für die spätere Verlaufskontrolle.
Beschwerden immer abklären lassen
Halten Beschwerden über mehrere Wochen an oder treten Blut im Stuhl, ungeklärter Gewichtsverlust oder Veränderungen der Stuhlgewohnheiten neu auf, sollten sie ärztlich abgeklärt werden. In vielen Fällen steckt eine gutartige Erkrankung dahinter. Wird jedoch ein Rektumkarzinom früh erkannt, sind die Heilungschancen deutlich besser [1][2][3].
Nach der Diagnose richtet sich die Behandlung nach Stadium und Lage des Tumors. Sie kann eine Operation sowie – je nach Befund – eine Strahlen- und/oder Chemotherapie umfassen. Auch die Ernährung sollte individuell an die jeweilige Behandlungssituation angepasst werden. Eine allgemein gültige Empfehlung für eine ausschließlich „leichte Kost“ gibt es nicht [1][2][3].
Darmkrebsvorsorge nutzen
Da Darmkrebs im Frühstadium oft keine Beschwerden verursacht, kommt der Vorsorge eine besondere Bedeutung zu. Gesetzlich Krankenversicherte haben Anspruch auf Früherkennungsuntersuchungen wie Stuhltests und Vorsorgekoloskopien. Mit ihnen können Vorstufen häufig entdeckt und entfernt werden, bevor Krebs entsteht [1][2][3].