Weißer Hautkrebs lässt sich in der Regel gut behandeln: Sowohl beim Basalzellkarzinom (Basaliom) als auch beim kutanen Plattenepithelkarzinom (Spinaliom) sind die Heilungschancen hoch. Dennoch kommt es gelegentlich zu einem Rückfall, einem sogenannten Rezidiv [1] [2].
- Beim Basalzellkarzinom tritt – abhängig von Tumorgröße, Lokalisation und Entfernungsmethode – bei etwa zwei bis vier Prozent der Betroffenen ein Rezidiv auf.
- Beim kutanen Plattenepithelkarzinom liegt das Rezidivrisiko bei vollständig entfernten Tumoren durchschnittlich bei etwa fünf Prozent. Bestimmte Hochrisikoformen, beispielsweise der desmoplastische Subtyp, weisen jedoch deutlich höhere Rückfallraten auf.
Grundsätzlich gilt: Wer einmal an weißem Hautkrebs erkrankt ist, hat ein erhöhtes Risiko, erneut einen solchen Tumor zu entwickeln. Innerhalb von fünf Jahren entsteht bei etwa jeder vierten Person nach einem erfolgreich behandelten Basalzellkarzinom ein weiteres Basalzellkarzinom [1] [2].
So wird ein Hautkrebs-Rezidiv behandelt
Tritt nach einem Basalzellkarzinom oder Plattenepithelkarzinom ein lokales Rezidiv auf, wird der Tumor in der Regel erneut operativ vollständig entfernt. Ziel ist eine sogenannte R0-Resektion, also die vollständige Entfernung des Tumors mit tumorfreien Schnitträndern [1] [2].
Je nach Befund kommen unterschiedliche Operationsverfahren infrage [1] [2]:
- die mikrografisch kontrollierte Chirurgie (MKC), bei der während der Operation schrittweise Gewebe entnommen und unmittelbar mikroskopisch untersucht wird. Dieses Verfahren bietet insbesondere bei Rezidiven und Hochrisikotumoren die höchsten Heilungsraten.
- die konventionelle chirurgische Entfernung mit einem an das individuelle Rückfallrisiko angepassten Sicherheitsabstand.
In bestimmten Situationen kann zusätzlich eine Strahlentherapie empfohlen werden – etwa wenn der Tumor nicht vollständig entfernt werden konnte, ein erneuter Eingriff nicht möglich ist oder weitere Hochrisikomerkmale vorliegen. Eine adjuvante Bestrahlung gehört jedoch nicht zur Standardbehandlung jedes Rezidivs [1] [2].
Ist der Tumor sehr weit fortgeschritten oder kann er nicht operiert werden, stehen heute weitere Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Beim fortgeschrittenen Basalzellkarzinom eignen sich zielgerichtete Medikamente aus der Gruppe der Hedgehog-Inhibitoren. Falls diese nicht wirken oder nicht vertragen werden, kann eine Immuntherapie erwogen werden. Auch beim fortgeschrittenen oder metastasierten kutanen Plattenepithelkarzinom gehören moderne Immuntherapien inzwischen zu den etablierten Behandlungsoptionen [1] [2].
Welche Therapie am besten geeignet ist, hängt unter anderem von der Tumorart, seiner Ausdehnung, dem Rückfallrisiko und dem allgemeinen Gesundheitszustand der Betroffenen ab. Die behandelnde Hautärztin oder der behandelnde Hautarzt wird die individuell passende Therapie mit Ihnen besprechen [1] [2].
Was nach einem Rezidiv bei der Nachsorge zu beachten ist
Nach der Behandlung eines Rezidivs sind regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen besonders wichtig. Wie häufig diese stattfinden, richtet sich unter anderem nach der Tumorart, dem Rückfallrisiko, der Größe und Lage des Tumors sowie individuellen Risikofaktoren [1] [2].
Bei vielen Betroffenen erfolgen die Kontrollen nach einem Rückfall zunächst etwa alle drei Monate. Bleibt die Erkrankung über einen längeren Zeitraum ohne erneuten Rückfall, können die Untersuchungsintervalle schrittweise verlängert werden [1] [2].
Neben den ärztlichen Kontrollen spielt auch die regelmäßige Selbstuntersuchung der Haut eine wichtige Rolle. Wer neue Hautveränderungen, schlecht heilende Wunden oder neu auftretende Knoten bemerkt, sollte diese zeitnah dermatologisch abklären lassen [1] [2].
Ebenso wichtig bleibt ein konsequenter Sonnenschutz. Dazu gehören [1] [2]:
- Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor,
- schützende Kleidung, Hut und Sonnenbrille,
- das Meiden intensiver UV-Strahlung, insbesondere zur Mittagszeit,
- möglichst häufige Aufenthalte im Schatten.
Wie sich durch Rezidive die Prognose ändert
Ein lokaler Rückfall bedeutet nicht automatisch, dass sich der Krebs im Körper ausgebreitet hat. Ein Rezidiv und eine Metastasierung sind zwei unterschiedliche Situationen [1] [2].
Beim Basalzellkarzinom bilden sich Metastasen nur äußerst selten. Der Tumor wächst vielmehr überwiegend lokal und kann umliegendes Gewebe zerstören, wenn er nicht behandelt wird [1] [2].
Das kutane Plattenepithelkarzinom besitzt dagegen ein höheres Risiko, über die Lymphbahnen zunächst in benachbarte Lymphknoten und später auch in andere Organe zu streuen. Dieses Risiko hängt jedoch wesentlich von den Eigenschaften des jeweiligen Tumors ab [1] [2].
Tritt ein Rückfall auf, verschlechtert sich die Prognose zwar im Vergleich zu einem erstmalig behandelten Tumor. Dennoch bestehen in vielen Fällen weiterhin sehr gute Heilungschancen – insbesondere dann, wenn das Rezidiv früh erkannt und vollständig entfernt wird [1] [2].