Forschende aus mehreren Ländern haben Daten aus 22 Langzeitstudien zusammengeführt. Insgesamt haben sie die Daten von 421.799 Menschen ausgewertet, die über mehrere Jahre begleitet wurden. Dabei wurden 35.319 Krebsdiagnosen erfasst. Die Wissenschaftler:innen haben fünf psychosoziale Faktoren als mögliche Krebsauslöser untersucht:
- die wahrgenommene soziale Unterstützung,
- kürzliche Verlusterlebnisse (etwa der Tod eines Familienmitglieds),
- den Beziehungsstatus,
- Neurotizismus (die emotionale Stabilität bzw. Verletzlichkeit einer Person) sowie
- die allgemeine psychische Belastung.
Ergebnis: kein Beleg für psychische Faktoren als Krebsauslöser
Für die häufigsten Krebsarten, darunter Brust-, Darm- und Prostatakrebs, haben die Autor:innen keinen Zusammenhang zwischen psychosozialen Faktoren und einem erhöhten Krebsrisiko nachgewiesen. Nur bei Lungenkrebs zeigten sich schwache Hinweise: Personen ohne Partnerschaft, mit geringer sozialer Unterstützung oder einem kürzlichen Verlusterlebnis hatten ein leicht höheres Risiko. Dieser Effekt ließ sich jedoch größtenteils durch bekannte Risikofaktoren wie Rauchen erklären.
Die Botschaft an alle Menschen mit Krebs ist klar: Schuldgefühle und Selbstvorwürfe sind auch aus wissenschaftlichem Blickwinkel überflüssig. Denn Stress oder schwierige Lebensphasen haben ihre Erkrankung mit allergrößter Wahrscheinlichkeit nicht verursacht. Die Autorinnen und Autoren der Studie betonen ausdrücklich, dass die aktuellen Studienergebnisse Menschen mit Krebs entlasten sollen.
Weitere Informationen:
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