Palliative Behandlung: Lebensqualität im Fokus
Ist der Blasenkrebs so weit fortgeschritten, dass eine Heilung nicht mehr möglich ist, rückt die palliative Behandlung in den Vordergrund. Palliativ muss dabei nicht unbedingt bedeuten, dass das Lebensende bevorsteht [1].
Der Begriff beschreibt nur, dass die Behandlung nicht (mehr) auf eine Heilung abzielt. Es ist aber oft sehr wohl möglich, eine Lebensverlängerung zu erreichen; in einigen Fällen sogar über viele Jahre. Die Krebsmedizin hat große Fortschritte gemacht; davon profitieren auch Patient:innen mit einer fortgeschrittenen Erkrankung. Insbesondere moderne Immuntherapien und Antikörper-Wirkstoff-Konjugate haben die Behandlungsmöglichkeiten bei metastasiertem Blasenkrebs deutlich erweitert [1].
Für alle, deren Blasenkrebs nicht mehr heilbar ist, geht es noch mehr darum, die verbleibende Lebenszeit so angenehm und beschwerdefrei wie möglich zu gestalten – unabhängig davon, wie lang diese sein mag. Dazu gehört in erster Linie eine effektive Schmerztherapie. Darüber hinaus werden auch andere belastende Beschwerden wie Fatigue, Appetitlosigkeit, Schlafstörungen, Harnabflussstörungen oder psychische Belastungen gezielt behandelt [1].
Je nach Bedarf kommen verschiedene Medikamente zum Einsatz, die Schmerzen lindern und die Lebensqualität verbessern. Auch andere belastende Symptome wie Übelkeit, Luftnot oder Verstopfung lassen sich medikamentös behandeln. Bei fortgeschrittenem Blasenkrebs können zudem Blut im Urin, Schmerzen im Beckenbereich, Nierenstauungen oder Beschwerden durch Metastasen auftreten, die ebenfalls gezielt behandelt werden können [1].
Seelische Unterstützung für Patient:innen und Angehörige
Eine unheilbare Krebserkrankung stellt Betroffene und ihre Familien vor große emotionale Herausforderungen. Umso wichtiger ist es, sich nicht allein zu fühlen und professionelle Unterstützung in Anspruch zu nehmen [1].
Psychoonkolog:innen sind speziell ausgebildet, um Krebspatient:innen und ihre Angehörigen in Krisensituationen zu begleiten. Sie können mit ihnen über Ängste und Sorgen sprechen. Auch bei der Bewältigung von Depressionen oder Schlafstörungen kann eine psychoonkologische Betreuung hilfreich sein. Zusätzlich bieten Krebsberatungsstellen, Selbsthilfegruppen und Sozialdienste Unterstützung bei psychischen, sozialen und organisatorischen Fragen an [1].
Lebenserwartung bei unheilbarem Blasenkrebs
Die Frage nach der verbleibenden Lebenszeit beschäftigt viele Menschen mit unheilbarem Blasenkrebs. Eine pauschale Antwort darauf gibt es nicht. Die Lebenserwartung hängt von verschiedenen Faktoren ab; etwa davon, wie weit die Erkrankung fortgeschritten ist und wo sich Metastasen gebildet haben [1].
Grundsätzlich gilt: Dank moderner systemischer Therapien wie Immuntherapien und zielgerichteten Behandlungen können viele Betroffene noch Monate oder Jahre mit guter Lebensqualität leben. Die meisten Betroffenen können diese Zeit gut gestalten, wenn sie abschätzen können, was auf sie zukommt. Dafür ist eine offene Kommunikation mit den behandelnden Ärzt:innen wichtig, um eine realistische Einschätzung der Situation zu bekommen [1].
Moderne Therapien bei nicht heilbarem Blasenkrebs
Auch wenn ein Blasenkrebs nicht mehr heilbar ist, stehen heute verschiedene wirksame Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Neben klassischen Chemotherapien kommen zunehmend Immuntherapien und moderne Antikörper-Wirkstoff-Konjugate zum Einsatz. Diese können das Tumorwachstum bremsen, Beschwerden lindern und die Überlebenszeit verlängern. Welche Therapie infrage kommt, hängt unter anderem vom Allgemeinzustand, den Vortherapien und den biologischen Eigenschaften des Tumors ab [1].
Hospiz, Palliativstationen und ambulante Versorgung
Wenn die Zeit zu Hause zunehmend beschwerlich wird, können Patient:innen mit unheilbarem Harnblasenkarzinom in einem Hospiz oder auf einer Palliativstation betreut werden. Dort stehen lindernde Maßnahmen und die ganzheitliche Versorgung im Vordergrund [2].
Das multiprofessionelle Team aus Ärzt:innen, Pflegekräften, Psycholog:innen und Seelsorge begleitet Patient:innen und Angehörige einfühlsam auf dem letzten Weg. In den meisten Regionen gibt es Hospizvereine und Palliativnetzwerke, die bei der Suche nach einem geeigneten Platz behilflich sind [2].
Viele Betroffene werden jedoch durch ambulante Hospizdienste oder die spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) in ihrem häuslichen Umfeld begleitet [2].