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Enddarmkrebs: Wie Sport und Ernährung meine Therapie erträglicher machen können?

Chemotherapie und Bestrahlung beim Rektumkarzinom (Enddarmkrebs) gehen an die Substanz. Nebenwirkungen lassen sich mit guter Begleitung, Sport und angepasster Ernährung abmildern. So wird die Therapie erträglicher.

Von Susanne von Mach 01.03.2023 · 08 Uhr
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Operation, Bestrahlung, Chemotherapie: Die Therapie von Krebserkrankungen gehört zu den härtesten medizinischen Behandlungen. Vor allem die Chemotherapie macht vielen Betroffenen sehr zu schaffen.

Nebenwirkungen der (neo)adjuvanten Therapie bei Rektumkarzinom

Zusätzlich zur Operation kommen beim Rektumkarzinom oft unterstützende Therapien zum Einsatz – nach dem chirurgischen Eingriff (adjuvant) oder davor (neoadjuvant). Diese können unangenehme Nebenwirkungen haben, die mit medikamentöser Begleitung, ausgewogener Ernährung, Sport und psychologischer Betreuung abgemildert werden können.

Nebenwirkungen der Strahlentherapie

Die energiereichen Strahlen, die bei der Strahlentherapie zur Anwendung kommen, können alle Gewebe in Mitleidenschaft ziehen, die im Strahlengang liegen.

Die Haut kann sich röten, später trocken und schuppig werden – ähnlich wie bei einem Sonnenbrand. Bestrahlte Haut ist empfindlich. Vermeiden Sie während der Bestrahlungszeit und einige Wochen danach deshalb nach Möglichkeit alles, was die Haut zusätzlich reizt, wie parfümierte Seifen oder scheuernde Kleidung.

Die Darmschleimhaut reagiert oft mit Durchfall, vermehrtem Stuhldrang oder Blähungen auf die Strahlentherapie beim Rektumkarzinom. Dann ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr wichtig, um die Verluste durch den Durchfall auszugleichen.

Nebenwirkungen der Chemotherapie

Nebenwirkungen einer Chemotherapie sind umfassender und weitreichender, weil die eingesetzten Medikamente alle sich schnell teilenden Zellen im Körper angreifen. Dazu zählen Zellen der Haut, der Schleimhäute, der Haare und der Nägel. Das Erschöpfungssyndrom Fatigue, Stimmungsschwankungen, Übelkeit, Geschmacksstörungen und Nervenschädigungen sind unter Chemotherapie ebenfalls häufig.

Wie lange halten Nebenwirkungen von Strahlen- und Chemotherapie an?

Akute unerwünschte Wirkungen verschwinden in der Regel nach einer gewissen Zeit wieder, wenn die Effekte der Zytostatika oder Strahlen nachlassen. Andere bleiben länger bestehen – und einige machen sich sogar erst nach Ende der Therapie bemerkbar.

Manche Nebenwirkungen lassen sich medikamentös lindern. Allerdings haben Medikamente gegen unerwünschte Wirkungen mitunter eigene Nebenwirkungen.

Um unerwünschte Wirkungen während der Bestrahlung und Chemotherapie zu managen, ist es wichtig, auf gute Ernährung, moderate Bewegung im Rahmen der individuellen Möglichkeiten und psychisch kräftigende Begleitung zu achten.

Ernährung als Bestandteil der Therapie

Eine gute Ernährung ist sowohl für den Erfolg der Therapie als auch für die Lebensqualität entscheidend. Der Nährstoffbedarf von Tumorpatient:innen kann je nach Therapiestadium bis zu 75 Prozent höher sein als bei einem gesunden Menschen. Gleichzeitig führen typische Nebenwirkungen einer Bestrahlung oder Chemotherapie häufig dazu, dass weniger gegessen wird als erforderlich.

Appetitlosigkeit, Übelkeit, Durchfall und Geschmacksstörungen machen die Nahrungsaufnahme schwer. Auch das Entfernen von Darmabschnitten im Rahmen einer Operation kann Auswirkungen auf die Energie- und Nährstoffaufnahme haben. Bei Durchfall ist es wichtig, auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen.

Gewichtsverlust führt zum Verlust aktiver Muskulatur. Die Folge: spürbare Müdigkeit, Schwäche und sinkende Leistungsfähigkeit. Regelmäßige, kleinere und energiereiche Mahlzeiten können helfen, den Energiebedarf trotz Appetitlosigkeit und körperlicher Beschwerden zu decken.

Auch wenn es schwerfällt, unter einer Bestrahlung oder Chemotherapie bei Rektumkarzinom zu essen oder zu trinken: Patient:innen sollten immer vor Augen haben, dass die Ernährung ein wichtiger Baustein auf dem Weg zur Heilung ist.

Generelle Ernährungsempfehlungen für Patient:innen mit Rektumkarzinom gibt es nicht. Die individuelle Situation ist immer ausschlaggebend für den geeigneten Weg durch die Erkrankung. Professionelle, auf onkologische Erkrankungen spezialisierte Ernährungsberater:innen können hier wertvolle Unterstützung leisten.

Umgekehrt sollte auch eine zu starke Gewichtszunahme vermieden werden. Bei Patient:innen mit künstlichem Darmausgang kann sich die Position des Stomas verändern und muss dann gegebenenfalls korrigiert werden.

Sport als wichtiger Therapiebegleiter

Die positive Wirkung von Sport für Krebspatient:innen wurde zuletzt vielfach in Studien belegt. Körperliche Aktivität kann die Nebenwirkungen einer Chemotherapie deutlich reduzieren, steigert das Selbstbewusstsein und die Leistungsfähigkeit. Damit kann sich die Lebensqualität enorm verbessern – und sogar die Wahrscheinlichkeit eines Krebsrezidivs gesenkt werden.

Krafttraining kann Muskelmasse wieder aufbauen, die infolge der Chemotherapie verloren gegangen ist, beziehungsweise helfen, Kraft und Muskeln zu erhalten. Die positive Wirkung zeigt sich bereits nach wenigen Einheiten. Ratsam ist, sich sportmedizinisch oder physiotherapeutisch begleiten zu lassen.

Wichtig: Bleiben Sie in Bewegung, auch wenn es schwerfällt, aber überfordern Sie sich nicht! Die Intensität des Sportprogramms muss zu Ihren aktuellen Möglichkeiten passen. Nicht zu viel – aber auch nicht zu wenig.

Sport wirkt sich generell positiv auf Körper, Geist und Seele aus. Das Herz-Kreislauf-System wird angekurbelt, die Beweglichkeit gefördert, der Anteil von Fett und Muskulatur im Körper verändert sich und die Gedächtnisleistung steigt. Sportliche Menschen können besser mit Angst und Stress umgehen, besser schlafen und fühlen sich insgesamt positiver und kräftiger.

Zusammenfassung Krebstherapien führen zu unterschiedlichen Nebenwirkungen. Wichtig ist, alle Beschwerden mit den behandelnden Ärzt:innen umgehend zu besprechen – oft gibt es medizinische Gegenmaßnahmen oder die Therapie muss angepasst werden. Mit Bewegung und Ernährung gelingt es, Symptome der Behandlung abzumildern und die Lebensqualität zu steigern.

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