Frühe Symptome von Blasenkrebs sind häufig unspezifisch. Manche Beschwerden ähneln denen einer Blasenentzündung oder anderer Erkrankungen der Harnwege. Ein wichtiges Warnzeichen ist Blut im Urin. Aber auch häufiger Harndrang sowie Schmerzen oder Brennen beim Wasserlassen können auftreten. Solche Beschwerden bedeuten nicht automatisch, dass Blasenkrebs dahintersteckt. Sie sollten jedoch ernst genommen und ärztlich abgeklärt werden [1] [2].
Blut im Urin – ist das Blasenkrebs?
Blut im Urin (Hämaturie) ist eines der wichtigsten Warnzeichen für Blasenkrebs. Häufig verursacht die Blutung keine Schmerzen. Manchmal sind die Blutbeimengungen so gering, dass sie mit bloßem Auge nicht zu erkennen sind und erst bei einer Urinuntersuchung auffallen. In anderen Fällen ist das Blut deutlich sichtbar. Der Urin kann dann beispielsweise rosa, rot oder bräunlich verfärbt sein [1] [2].
Wichtig: Blut im Urin bedeutet nicht automatisch, dass Sie Krebs haben. Eine Hämaturie kann viele andere Ursachen haben, zum Beispiel Harnwegsinfekte, Nieren- oder Harnsteine oder Verletzungen. Sichtbares Blut im Urin sollten Sie dennoch immer zeitnah ärztlich abklären lassen – auch wenn es nur einmal auftritt, keine Schmerzen verursacht oder von selbst wieder verschwindet [1] [2].
Welche weiteren Beschwerden können bei Blasenkrebs auftreten?
Neben Blut im Urin können Schmerzen oder ein brennendes Gefühl beim Wasserlassen auf Blasenkrebs hinweisen. Auch häufiger oder plötzlich auftretender Harndrang ist möglich, obwohl die Blase noch nicht voll ist oder nur wenig Urin ausgeschieden wird [1] [2].
Solche Beschwerden sind allerdings nicht spezifisch für Blasenkrebs. Sehr viel häufiger stecken andere Ursachen dahinter, beispielsweise ein Harnwegsinfekt, eine überaktive Blase oder bei Männern eine gutartige Vergrößerung der Prostata. Anhaltende oder wiederkehrende Beschwerden sollten deshalb von Ärztinnen und Ärzten abgeklärt werden [1] [2].
Auch unfreiwilliger Harnverlust (Inkontinenz) kann auftreten, gehört jedoch nicht zu den charakteristischen Warnzeichen für Blasenkrebs [1] [2].
Welche Beschwerden treten speziell bei fortgeschrittenem Blasenkrebs auf?
Im fortgeschrittenen Stadium können weitere Beschwerden hinzukommen. Dazu gehören beispielsweise Schmerzen im Unterbauch, in den Flanken oder im Rücken. Solche Schmerzen können unter anderem entstehen, wenn der Tumor umliegendes Gewebe beeinträchtigt oder den Harnabfluss behindert [1] [2].
Hat der Blasenkrebs Tochtergeschwülste (Metastasen) in den Knochen gebildet, können außerdem Knochenschmerzen auftreten [1] [2].
Schmerzen im Bauch-, Flanken- oder Rückenbereich können jedoch zahlreiche andere Ursachen haben. Sie sind für sich genommen kein Beweis für eine Krebserkrankung [1] [2].
Immer schlapp und müde
Bei fortgeschrittenem Blasenkrebs können auch allgemeine Beschwerden wie ungewollter Gewichtsverlust, anhaltende Müdigkeit und eine verminderte Leistungsfähigkeit auftreten. Solche Symptome können im Zusammenhang mit der Krebserkrankung und ihren Auswirkungen auf den Körper stehen [1] [2].
Müdigkeit, Erschöpfung und Gewichtsverlust haben jedoch viele mögliche Ursachen. Sie sind daher allein kein sicheres Anzeichen für Blasenkrebs. Halten die Beschwerden länger an oder kommen weitere Symptome hinzu, sollten Ärztinnen und Ärzte nach der Ursache suchen [1] [2].
Blasensymptome: Was kann ich tun?
Sichtbares Blut im Urin sollten Sie immer zeitnah ärztlich abklären lassen – auch wenn es nur einmal auftritt oder wieder verschwindet. Das gilt besonders, wenn die Blutbeimengung keine Schmerzen verursacht [1] [2].
Auch anhaltende oder wiederkehrende Beschwerden wie häufiger Harndrang, Brennen oder Schmerzen beim Wasserlassen sollten ärztlich untersucht werden. Gleiches gilt, wenn Sie sich über längere Zeit ungewöhnlich schlapp oder müde fühlen oder ohne erkennbaren Grund Gewicht verlieren [1] [2].
Nur durch eine gründliche Untersuchung lässt sich feststellen, welche Ursache hinter den Beschwerden steckt. Wird tatsächlich ein Harnblasenkarzinom festgestellt, ist eine frühe Diagnose wichtig. Wie gut sich Blasenkrebs behandeln lässt, hängt unter anderem davon ab, wie weit sich die Erkrankung zum Zeitpunkt der Diagnose ausgebreitet hat. Erste Anlaufstellen können Hausärztinnen und Hausärzte oder Urologinnen und Urologen sein [1] [2].
Sollte Blasenkrebs diagnostiziert werden, finden Betroffene und Angehörige Rat und Hilfe unter anderem bei Krebsberatungsstellen, beim Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums oder bei Selbsthilfegruppen der Deutschen Krebshilfe. Dort erhalten sie weitere Informationen zu Anzeichen, Diagnose und Therapie von Blasenkrebs sowie praktische und psychologische Unterstützung.