Bei Ihnen wurde Krebs im Dickdarm (Kolonkarzinom) oder im Enddarm (Rektumkarzinom) diagnostiziert. Sie wissen, wie groß der Tumor ist, wo er sitzt und ob weitere Organe von der Erkrankung betroffen sind. Was bedeutet das für Ihre Heilungschancen und Ihre Lebenserwartung?
So ganz exakt kann natürlich niemand vorhersagen, wie Ihr weiteres Leben verläuft – der menschliche Körper ist komplizierter als eine mathematische Rechnung. Gerade bei häufigen Erkrankungen gibt es aber Erfahrungswerte, die helfen, die Prognose einzuschätzen. Achtung: Diese statistischen Zahlen geben immer nur eine allgemeine Wahrscheinlichkeit an; einen Durchschnittswert. Im Einzelfall kann die Erkrankung einen ganz anderen Verlauf nehmen, als die Statistik vermuten lässt.
Wie viele Menschen überleben Darmkrebs? Wie hoch ist die Lebenserwartung?
Mit jährlich etwa 55.000 bis 60.000 Neuerkrankungen gehört Darmkrebs zu den häufigsten Krebserkrankungen. Die Zahl der Neuerkrankungen und auch die Sterblichkeit sind in den vergangenen Jahren jedoch insgesamt zurückgegangen – vor allem durch bessere Prävention, Vorsorge und Therapie [1].
Typischerweise tritt Darmkrebs im höheren Alter auf: Frauen erkranken im Mittel mit etwa 75 Jahren, Männer mit rund 71 Jahrenn [1].
Aktuelle Auswertungen zeigen: Fünf Jahre nach der Diagnose leben etwa zwei Drittel der Betroffenen. Die relative 5-Jahres-Überlebensrate liegt derzeit bei rund 66 Prozent für Frauen und 64 Prozent für Männer [1].
Die langfristige Überlebenswahrscheinlichkeit hängt jedoch stark vom Tumorstadium bei Diagnosestellung ab. Solange der Tumor noch nicht gestreut hat, stehen die Chancen sehr gut: Bei kolorektalen Karzinomen im Stadium I leben fünf Jahre nach der Diagnose mehr als 90 Prozent der Patientinnen und Patienten. Gibt es bereits Fernmetastasen (Stadium IV), ist die Prognose deutlich ungünstiger. Dennoch können auch in diesem Stadium in ausgewählten Fällen langfristige krankheitsfreie Verläufe oder sogar Heilungen erreicht werden [4] [5].
Wovon hängt die Darmkrebs-Prognose ab?
Die Prognose der Krebserkrankung ist unter anderem abhängig [4] [5] ...
- vom Stadium des kolorektalen Karzinoms (Tumorgröße T, Lymphknotenbefall N und Streuung M) – diese Informationen bekommen Sie von Ihren Ärzt:innen,
- von der Art bzw. von molekulare Eigenschaften und Lage des Tumors – so ist ein linksseitiger Dickdarmkrebs günstiger als ein rechtsseitiger,
- vom Individuellem Ansprechen auf die jeweilige Therapie und Strategie,
- vom sonstigem Gesundheitszustand: Begleiterkrankungen, Nebenwirkungen, Alter, Ernährungszustand, Lebensstil
- von der psychischer Situation,
- von der Lebensführung (Sport, Nikotin-Konsum, Übergewicht etc.).
Stadium 4 (IV): Wohin metastasiert ein Kolonkarzinom und was bedeutet das?
Dickdarmtumore streuen am häufigsten in Leber und Lunge. Sind nur einzelne Metastasen vorhanden, ist es manchmal möglich, diese chirurgisch zu entfernen. Gelingt eine restlose Entfernung (Mediziner:innen sprechen dann von einer R0-Resektion), kann auch in diesem Stadium eine endgültige Heilung möglich sein. In manchen Fällen sind andere lokale Therapien gegen Metastasen sinnvoller, wie die gezielte Unterbindung der Blutzufuhr über einen Katheter [4] [5] .
Wenn Metastasen nicht operiert werden können, kommen je nach Situation auch andere lokale Verfahren in spezialisierten Zentren infrage. Dazu zählen beispielsweise ablative Verfahren oder kathetergestützte Behandlungen einzelner Lebermetastasen [4] [5] .
Ihre Ärztin bzw. Ihr Arzt wird mit Ihnen besprechen, welche Therapie in Ihrem Fall am meisten Aussicht auf Erfolg hat. Je nach Tumorbiologie können heute neben Chemotherapie auch zielgerichtete Medikamente eingesetzt werden. Eine Immuntherapie ist vor allem bei bestimmten molekularen Tumorprofilen wirksam [4] [5] .
Kann man die Krebsprognose beeinflussen?
Sie können auch selbst etwas dafür tun, Ihre Prognose zu verbessern: Studien zeigen, dass körperliche Aktivität das Risiko für einen Rückfall (Rezidiv) senkt – und auch das Sterberisiko [4] [5] .
Wichtig sind für Sie außerdem [3] [4] [5] ...
- ein Rauchstopp,
- ein normales Körpergewicht,
- eine ausgewogene Ernährung
- eine Teilnahme an Nachsorgeuntersuchungen.