Wiedereinstieg nach Krebs

Zurück in den Beruf nach Krebs: Chancen, Hürden und Hilfe für Patient:innen

35 Prozent der Menschen mit einer Krebsdiagnose sind im erwerbsfähigen Alter. Und neun von zehn möchten nach der Krebstherapie wieder arbeiten. Doch der berufliche Wiedereinstieg ist alles andere als leicht. Erfahren Sie, welche Hürden sich auftun und wo Sie nach der Krebserkrankung Unterstützung für die erfolgreiche Rückkehr in den Job finden.

Von Redaktion 05.04.2026
Eine Frau sitz am Fenster mit einer Tasse in der Hand und blickt in den Himmel. | © AdobeStock_1753411608
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Die Diagnose Krebs stellt das Leben auf den Kopf. Sind die Therapien erstmal abgeschlossen, wünschen sich viele Krebspatient:innen ein Stück Normalität zurück. Dazu gehört auch die Rückkehr in den Job: Rund 90 Prozent der Betroffenen im erwerbsfähigen Alter möchten wieder arbeiten. Doch Daten der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG), vorgestellt auf dem Deutschen Krebskongress 2026, zeigen auch: Der Weg zurück ins Berufsleben ist oft steinig.

Denn auch nach der Rehabilitation sind viele Krebspatient:innen aus gutem Grund erstmal arbeitsunfähig. Oft sind es die Langzeitfolgen der Behandlung wie zum Beispiel chronische Erschöpfung (Fatigue), Konzentrationsstörungen oder Nervenschädigungen (Polyneuropathie), die viel Kraft kosten. Ein Jahr nach der Reha sind 40 Prozent der Betroffenen noch nicht wieder in den Beruf zurückgekehrt.

Nach Krebs: Erfolgreiche Rückkehr auch vom Beruf abhängig

Die Chancen auf eine erfolgreiche Rückkehr nach einer Krebserkrankung hängen auch vom Beruf ab. Wer körperlich hart arbeitet oder unflexible Arbeitszeiten hat, hat es schwerer als beispielsweise Fach- und Führungskräfte. Auch Menschen in Dienstleistungsberufen kehren vergleichsweise seltener in den Job zurück als Betroffene in Führungspositionen.

Grundsätzlich verdeutlichen die Daten der Deutschen Krebsgesellschaft auch eine soziale Schieflage: Menschen mit höherem Einkommen, höherer beruflicher Position und universitärer Bildung kehren häufiger, früher und länger in den Arbeitsmarkt zurück. Das muss nicht so sein.

Berufslots:innen helfen beim beruflichen Wiedereinstieg nach Krebs

Deshalb ist es umso wichtiger, dass Sie als Krebspatient:in aktiv werden und sich Hilfe suchen. Die Krebsberatungsstellen der Landeskrebsgesellschaften bieten hier Unterstützung an: Durch Programme wie „CARES“ (Cancer rehabilitation support by cancer counseling centers) – zu deutsch: Unterstützung bei der Krebsrehabilitation durch Krebsberatungsstellen – wurden Berater:innen zu Berufslots:innen weitergebildet.

Diese begleiten Sie kostenfrei, helfen beim Stressabbau und gegen Überforderung und zeigen berufliche Perspektiven auf. Nutzen Sie diese Beratungsangebote, um sich bei der erfolgreichen Rückkehr in den Job unterstützen zu lassen.

Kontaktdaten für Patientinnen und Patienten:

Die für Ihre Region zuständige Beratungsstelle finden Sie über die jeweilige Landeskrebsgesellschaft oder den Krebsinformationsdienst (KID) unter der kostenfreien Telefonnummer 0800 420 30 40.

Weitere hilfreiche Informationen rund um das Thema Rückkehr in den Beruf finden Sie auch auf DasKrebsportal.de im Themenbereich “Leben mit Krebs”, zum Beispiel:

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